Gedanken über Gott und die Welt

Vorbemerkung

Papst Benedikt XVI hat in seiner Regensburger Rede 2006 ein Zitat des byzantinischen Kaiser Manuel II. aus dem 14. Jahrhundert verwendet:

„Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten“. (Quelle: http://https://www.br.de/nachrichten/papst-regensburg100.html)

Dies hat in der islamischen Welt zu Protesten geführt, die in ihren Auswirkungen noch nicht abzusehen sind.

Nun ist Benedikt XVI – alias Josef Ratzinger – nicht einer, der irgend etwas daher sagt, ohne vorher zu wissen, was er da sagt, sondern ein sehr scharfer Geist, hoch intelligent und mit Sicherheit nicht so naiv, dass er glauben könnte, die Moslems würden sein Zitat so einfach hinnehmen. Ich bin daher davon überzeugt, dass er dieses Zitat ganz bewusst gewählt hat, um etwas zu erreichen. Doch was?

Die Reaktionen waren in der heutigen Zeit selbst von einem Laien vorhersehbar. Deshalb sind seine Entschuldigungen nach meiner Ansicht ein falscher Versuch, mit dem Problem fertig zu werden. Wenn schon die Veröffentlichung einer Mohammed-Karikatur in einer kaum bekannten dänischen Zeitung weltweiten Protest unter den Islamisten hervorgerufen hat – wohlgemerkt: vor dem Papstbesuch in Deutschland – dann kann ein Mann wie Ratzinger – umgeben von sehr vielen Beratern – nicht glauben, das die Äußerung eines Papstes ungehört verhallt. Er hat es meiner Ansicht nach also bewusst zitiert!

Wen er also nicht Angst vor der eigenen Courage bekommen hat, sollte er nicht der Forderung nach Entschuldigung nachkommen – und damit den Islamisten den Triumph überlassen – sondern dazu stehen. Wenn er wirklich den Dialog zwischen den Religionen will, dann muss er dazu stehen, doch dann muss er auch sagen: „Auch das Christentum hat den Glauben mit dem Schwert erobert und somit stehen wir vor den gleichen Fehlern und können uns auf Augenhöhe unterhalten.“ Dann kann er einen Dialog über den gemeinsamen Gott, die Fehler, die im Namen des Glaubens gemacht worden sind, beginnen und sich mit anderen Kirchenfürsten über Lösungsmöglichkeiten für die Zukunft unterhalten. Solange er das nicht tut, ist er für mich ein Schwächling. Man kann nicht ein Zitat aus Millionen von Büchern und Schriften auswählen, ohne eine Absicht damit zu verfolgen, und dann nicht dazu stehen wollen, sondern sagen: So habe ich das nicht gemeint. Er muss sagen: „Der Kaiser hatte Recht, doch wir haben auch mehr als große Fehler gemacht. Jetzt lasst uns zusammen sitzen und erörtern, wie diese Fehler – von beiden Seiten – nicht wiederholt werden können.

Jetzt ist es Duckmäuserei, die nur dazu führt, dass der Islamismus den Dschihad, den „Heiligen Krieg“ verschärfen wird, weil Sie sich ein besseres Alibi eigentlich gar nicht wünschen können.

Nun ist es sicherlich so, dass der Islamismus – ich spreche nicht vom Islam – eine solche Rechtfertigung als Geschenk Allahs an sieht, denn es gibt diesem radikalen Teil des Islams den Stoff, aus dem der Hass geschürte werden kann. Eine bessere „Steilvorlage“ hätte der Papst nicht liefern können!

Nun bin ich beileibe kein Historiker und auch kein Akademiker, sondern nur ein Mittelschüler, doch wenn mir einer erklären möchte, dass gebildete Menschen zu Hasfanatikern werden, dann sollte er es mit sehr guten Argumenten einmal versuchen. Alle Kirchen haben die Menschen dumm gehalten, damit sie ihren wilden Behauptungen „glauben“ schenken und zu allem bereit waren, was diese Kirchenfürsten von Ihnen forderten oder ihnen einsuggerierten. Nur dumme Menschen glaube das, was in den Kirchen gepredigt wird. Wie oft habe ich mich bei einer Predigt in einer Kirche gefragt: „Glauben die wirklich selbst, was sie da predigen?“

Nein, es ist nur ein von oben – nicht von Gott, sondern von den obersten Kirchenfürsten – vorgegebenes Ziel: Die „Gläubigen“ müssen genau das glauben und tun, was sie ihnen beibringen wollen!

Damit haben Sie mein „Vorwort“ und können sich vielleicht schon denken, was jetzt kommen wird…

Ihr

Jens Diekmann

September 2006

 Gibt es Ungläubige?

 Ja, es gibt sie. Und zwar in großer Anzahl. Sie werden in aller Welt bekämpft.

Damit ist di Frage schon beantwortet und ich könnte eigentlich aufhören zu schreiben.

Doch weil dem Kampf gegen die Ungläubigen – leider – so ist, möchte ich den Versuch wagen, Ursachen herauszufinden, warum es „Ungläubige“ gibt und diese bekämpft und getötet wurden und immer noch werden. Ich möchte danach nach Wegen zu suchen, wie man in Zukunft friedlich miteinander umgehen könnte und auch „Ungläubige“ ein Recht auf Leben und ein Dasein nach ihrer „Facon“ führen können, ohne von den „wahren Gläubigen“ diskriminiert oder getötet zu werden.

Dies soll kein wissenschaftliches Werk sein oder werden (siehe oben), ich will nur versuchen, einige simple Fragen, die ich mir seit vielen Jahren stelle, beantwortet zu finden. Dabei ist mir klar, dass ich – wenn ich diese Fragen im Mittelalter gestellt hätte – als „Ketzer“ auf dem Scheiterhaufen oder Schafott gelandet wäre.

Einige dieser ganz einfachen Fragen sind:

  • Gibt es den „allein selig machenden Glauben“?
  • Warum werden in manchen Religionen anders glaubende Menschen „Ungläubige“ genannt und bekämpft?
  • Warum müssen mehr Menschen durch „heilige“ Kriege sterben, als durch Krankheiten?
  • Warum muss Macht mit Gewalt, Unterdrückung und Tötung anderer verbunden sein?

Es gibt ganz bestimmt nicht nur eine, sondern mehrere Antworten auf diese Fragen, doch will ich zumindest versuchen, für mich Antworten zu finden, nach denen ich nicht nur mein bisheriges Leben einordnen, sondern auch meine noch verbleibenden Jahre gestalten kann. Da ich jetzt 65 Jahre alt geworden bin, wird es langsam Zeit, dies zu tun.

Fange ich mal von Anfang an:

  1. Die Schöpfung

Die Wissenschat hat über die Entstehung der Welt und des Universums schon viele Theorien entwickelt, doch die endgültige Weisheit bisher noch nicht gefunden. Damit ich nicht den Anschein erwecke, ich hätte ein universelles Wissen, bediene ich mich des Internets und dabei in starkem Maße „Wikipedia“. Lesen wir daher zunächst, was wir hier über die Schöpfung lesen können

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6pfung):

„Schöpfung meint die Handlung des Erschaffens oder das Entstehenlassen von etwas oder jemandem.

In den verschiedenen Religionen bezeichnet Schöpfung die Erschaffung der Welt, der Dinge und der Entstehung des Menschen, meist durch eine eigenständige Macht (Gott).

Ein Schöpfungsmythos ist eine zumeist theologische oder religiöse Erklärung zur Entstehung der Welt und des Universums. Manchmal wird in Schöpfungsmythen auch der Ursprung des Menschen und sein Stand in der Welt begründet (s. auch Mythos).

Auch das Schaffen eines konkreten Gegenstandes wird als Schöpfung bezeichnet.

Bekannte Schöpfungsmythen

Viele Schöpfungsberichte gehen von einer Macht oder mehreren Mächten (gewöhnlich als Gott oder Götter personifiziert) aus, die bereits vor der Existenz des Universums/der Schöpfung existent gewesen ist/sind.

Neuere Schöpfungsmythen suchen teilweise den Einklang mit den Naturwissenschaften. So gibt es Hypothesen, welche die Herkunft des irdischen Lebens aus dem All beschreiben. Genannt sei hier auch die Gaia-Hypothese.

Zarathustra-Mythos

Die oberste Gottheit Ahura Masda schuf den Himmel durch einen sehr langen, hauchenden Atemzug. Der Himmel war eiförmig, sodass aus ihm das Leben und zuletzt die Menschheit entstehen konnte. Vor dem Leben jedoch bildeten sich das Wasser und die Erde (siehe auch Babylons Weltbild).

Zarathustras Lehren haben vermutlich in der Babylonischen Gefangenschaft das Judentum beeinflusst. Ähnliche Vorstellungen von Himmel, Hölle und engelhaften Wesen finden sich teilweise im Christentum.

Griechische Mythologie

Nach Hesiods Theogonie stand am Anfang das Chaos. Aus ihm entstanden Gaia und Eros.

Judentum und Christentum

Der biblische Schöpfungsbericht

Die Bibel nennt Gott den Schöpfer. Beispiele:

  • Denn so spricht der HERR, der den Himmel geschaffen hat – er ist Gott; der die Erde bereitet und gemacht hat – er hat sie gegründet; er hat sie nicht geschaffen, daß sie leer sein soll, sondern sie bereitet, daß man auf ihr wohnen solle: Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr. Jesaja 45,18
  • siehe, er ist’s, der die Berge macht und den Wind schafft; er zeigt dem Menschen, was er im Sinne hat. Er macht die Morgenröte und die Finsternis Amos 4,13

Diese Glaubensaussage ist in Erzählungen formuliert, von denen die beiden bedeutendsten — in unterschiedlicher Zeit und von unterschiedlichen redaktionellen Kreisen redigiert („Elohist„, „Jahwist„) — im ersten Buch der Bibel („Genesis“ / „Bereschit„) die Erschaffung der Welt und seiner Bewohner beschreiben.

Das hebräische Wort bará´ und das griechische Wort ktízo, die beide »schaffen«, »erschaffen« bedeuten, werden ausschließlich mit Bezug auf die göttliche Schöpfung gebraucht.

Die zwei Schöpfungsberichte der Genesis

Im 1. Buch Mose (Genesis) der Bibel sind zwei komplementäre Versionen der Schöpfungsgeschichte überliefert. Nach der Dokumenten-Hypothese der historisch-kritischen Theologie wurde der Pentateuch nicht wie überliefert durch einen Autor (nämlich Moses) niedergeschrieben (siehe Biblische Verfasserschaft), sondern entstand durch das Verschmelzen verschiedener Traditionsströme während der mündlichen und schriftlichen Überlieferung. Konservative Theologen bezweifeln die Dokumenten-Hypothese, auch angesichts neuerer archäologischer Erkenntnisse.

Genesis 1,1 – 2,4a Hier wird in stark formalisierter Sprache das bekannte Sieben-Tage-Schöpfungswerk beschrieben. Am Anfang eines jeden Tages steht das Wort Gottes, gefolgt von der Bestätigung »und es geschah so«. Gott betrachtet sein »Tageswerk« und »sah, dass es gut war« (außer am 2. Tag »und es rief Gott dem Gewölbe: Himmel und es wurde Abend und es wurde Morgen«). Am Ende des 2. Tages wird aus »Abend und Morgen« der nächste Tag. Hier wird hauptsächlich die Erschaffung des gesamten Universums beschrieben, der Mensch wird nur am Rande erwähnt.

Direkt auf die erste Version folgt eine zweite:

Genesis 2,4b – 25 »Es war zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte…« Genesis 2 konzentriert sich auf die Erschaffung des Menschen und seiner Umwelt, des Gartens. Die einzelnen Schöpfungstaten folgen in anderer Anordnung als bei der Erschaffung der gesamten Welt. Jetzt ist die Erde zunächst trocken, eine unfruchtbare Steppe. Gott erschafft zuerst die Menschen, dann die Pflanzen des Gartens. Die zweite Schöpfungsgeschichte mündet in die Erzählung der Begebenheiten im Garten Eden.

Beide Überlieferungen geben gemeinsame Grundgedanken wieder –etwa:

  • die Schöpfung der gesamten Welt durch einen – und nur einen Gott.
  • Einsetzung des Menschen über die Welt, nicht durch eigenen Verdienst, sondern durch Gott.
Ein Bericht im Buch der Spruchweisheiten

Wenig beachtet findet sich in der hebräischen Bibel (AT, Tanach) eine weitere Darstellung der Schöpfung. Die personifizierte Weisheit (Sophia) berichtet dort:

Sprüche 8,22-31 Der HERR hat mich schon gehabt im Anfang seiner Wege, ehe er etwas schuf, von Anbeginn her. Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her, im Anfang, ehe die Erde war. Als die Meere noch nicht waren, ward ich geboren, als die Quellen noch nicht waren, die von Wasser fließen. Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln ward ich geboren, als er die Erde noch nicht gemacht hatte noch die Fluren darauf noch die Schollen des Erdbodens. Als er die Himmel bereitete, war ich da, als er den Kreis zog über den Fluten der Tiefe, als er die Wolken droben mächtig machte, als er stark machte die Quellen der Tiefe, als er dem Meer seine Grenze setzte und den Wassern, dass sie nicht überschreiten seinen Befehl; als er die Grundfesten der Erde legte, da war ich als sein Liebling bei ihm; ich war seine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit; ich spielte auf seinem Erdkreis und hatte meine Lust an den Menschenkindern.

Aussagen im Neuen Testament

Die griechische Bibel (NT) nennt Jesus Christus den Sohn Gottes, der seinen Schöpfer als denjenigen würdigte, der die Menschen erschuf und sie männlich und weiblich machte. Der Apostel Paulus schreibt über Jesus, den Mitschöpfer, im Kolosserbrief (1,15-18) folgende Worte: »Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der erstgeborene Sohn des Vaters; er ist der Anfang der Schöpfung. Durch ihn ist alles geschaffen worden, was im Himmel und auf der Erde lebt, alles, was man sehen kann, und auch die unsichtbaren Mächte und Gewalten. Alles hat Gott durch ihn geschaffen, und in ihm findet alles sein letztes Ziel. Er war vor allem anderen da, und alle Dinge bestehen durch ihn. Er ist auch das Haupt des Leibes, und dieser Leib ist die Gemeinde. Er ist der Anfang der neuen Schöpfung, denn er ist der erste von allen Toten, der zu neuem Leben geboren wurde; in allem muß er der Erste sein.«

Der monotheistischer Schöpfungsbegriff

Anders als in anderen Religionen und Kulturen bezeugt der Schöpfungsbegriff in den monotheistischen Religionen eine Bezogenheit des einzelnen Menschen auf den oder das Andere, d.h. auf den Schöpfergott und über diesen auf jedes andere Mitgeschöpf, egal ob Mensch, Pflanze, Tier oder unbelebte Natur. Profaner ausgedrückt: er verweist auf die Tatsache, dass unsere Umwelt, da wir sie erstmals erkennen, bereits da ist, und auch dann noch da sein wird, wenn wir längst vergangen sein werden. Mit anderen Worten, der von den Theologien der monotheistischen Religionen mit einer zusätzlichen Bedeutung ausgestattete Begriff bezeugt eine der Natur und ihren Lebewesen innewohnende Dimension, die keine wirkliche Transzendenz bedeutet, die aber doch immerhin das Sein und Dasein des einzelnen Menschen transzendiert und diesen nicht nur mit einem Schöpfergott, sondern über diesen auch mit allen übrigen Geschöpfen (aller Zeiten) in Wechselbeziehung setzt.“

Meine Meinung dazu:

Dass es irgendwie eine Kraft oder einen „Schöpfer“ gegeben hat oder noch gibt, die/der alles entstehen ließ und die Regeln aufgestellt hat, nach denen die Welt und das Universum funktionieren, ist nicht nur in allen Religionen verankert, sondern wird bzw. wurde auch von Wissenschaftlern wie z. B. Einstein nicht bestritten. Einstein glaubte nicht an Gott. Aber er bewunderte den sinnvollen Aufbau unserer Welt. Er sagte: „Unsere Welt ist ein Geheimnis“. Er arbeitete bis zu seinem Tod 1955 an einer Formel, die alle Kräfte in unserer Welt (Gravitation, Magnetismus und Elektrizität) zusammenfasst. Selbst wenn ihm dies gelungen wäre, hätte er „nur“ eine Formel gefunden, die ein „Schöpfer“ – „Gott“ – erfunden oder geschaffen hat.

Wie dem auch sei: es gibt eine Kraft oder eine Formel im Universum, die alles zusammenhält, die alles regelt, nach der alles funktioniert –  manchmal auch nicht – nach der die Sterne entstehen und wieder vergehen, nach der Leben entsteht und wieder vergeht und nach der Gefühle entstehen und wieder erlöschen.

Da der Mensch diese Kraft nicht „Etwas“ nennen kann, nennt er sie „Gott“.

Nun gibt es – leider – sehr viele „Götter“ und damit beginnt das eigentliche Problem. Jeder glaubt, sein Gott wäre der einzig Wahre und der andere wäre ein falscher Gott oder „Götze“. Und so werden aus seiner Sicht die einen Menschen Gottesfürchtige und die anderen Götzenanbeter. Sie werden in Gläubige und Ungläubige unterteilt.

Damit ist Streit vorprogrammiert, der dann in sich gegenseitiges Umbringen und „heilige Kriege“ mündet.

Ich habe große Probleme mit der Erschaffung des Menschen in der biblischen Schöpfungsgeschichte:

1,26 Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land.

1,27 Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6pfungsgeschichte_%28Priesterschrift%29

Wer glaubt, dass der Mensch nach Gottes Ebenbild geschaffen worden ist und über die ganze Erde herrschen soll, hat sozusagen schon von Gott das Recht und die Pflicht bekommen, über andere zu herrschen, die Natur auszunutzen und Menschen zu Sklaven zu machen. Er ist berechtigt, „Untertanen“ zu haben, „Untermenschen“ zu töten, „Ungläubige“ zu liquidieren und „Unkraut“ zu vernichten.

Daher erfüllen alle Menschen, die andere unterjochen, versklaven, bekriegen und töten Gottes Auftrag!

Die Ausbeutung und Verschmutzung der Natur ist somit von Gott gewollt. Die Führung von Kriegen ist Gottes Wille (kennen sie einen Krieg der nicht den Segen der Kirche hatte oder als „Heiliger Krieg“ bezeichnet wird (auch G. W. Busch fühlt sich von Gott dafür auserkoren, gegen den Iran Krieg zu führen und wird dabei von sehr vielen Amerikanischen Religionsgemeinschaften unterstützt!).

  • Wie kann bei einer solchen Schöpfungsgeschichte Frieden auf der Welt möglich sein?
  • Wie kann die Ausbeutung der Natur gestoppt werden, bei einer solchen Anweisung von ganz oben?
  • Wie kann Machtausübung über andere Menschen vermieden werden, wenn man nicht gegen Gottes Willen verstoßen will?
  • Wie können Ungläubige einer Vernichtung entgehen, wenn Gläubig meinen, über sie herrschen oder sie missionieren müssen?

Keine Chance. Die Kirchenfürsten, Mullahs oder wie sie auch immer heißen, werden den Teufel tun, ihre Machtbasis in Frage zu stellen und die Bibel umschreiben lassen. Sie würden sich selbst ad absurdum führen und so dumm sind sie natürlich nicht. Im Gegenteil: Sie erfinden immer neue Lügengeschichten, um ihre Macht über andere zu erhöhen. So werden Märtyrer zu besonders privilegierten Himmelsbewohner gemacht, die an Gottes Seite sitzen und täglich mehrere Jungfrauen ihr eigen nennen dürfen. Sie werden systematisch dazu ausgebildet, die eigene Macht zu erhöhen und über andere herrschen zu können. Alles basierend auf den Auftrag Gottes: über die Welt zu herrschen!

Ich bleibe daher dabei: Die Schöpfungsgeschichte ist von männlichen Machtmenschen ersonnen worden, die über andere herrschen wollten und sich dafür als Gottgesandte dargestellt haben, die eine „Erleuchtung“ hatten und Gottes Auftrag erfüllen.

Auch ich habe bei jeder neuen Idee eine „Erleuchtung“, denn sie ist mir von Gott gegeben worden.

Jede neue Erfindung ist eine Stimme Gottes, die gesagt hat, das musst Du tun.

Wie kommen wir aus dieser Misere wieder heraus? Nie!

Es gibt nur eine einzige „Lösung“: eine erneute Sintflut. Doch ob es danach nicht erneut Machtbesessene geben wird, die zu ähnlichen oder gleichen „Gottesbotschaften“ führen, wodurch wiederum verschiedene Religionen entstehen würden, ist daher mehr als zu bezweifeln.

Der Mensch ist somit nicht die „Krönung der Schöpfung“, sondern sein Zerstörer

2. Der Glaube

Was sagt „Wikipedia“ über den Glauben:

Etymologie

Das Wort „glauben“ ist die Übersetzung des griechischen „pisteuein“ mit vergleichbarem Wortsinn. Im Judentum dagegen wird meist die Vokabel „aman“ verwendet: Sich an etwas festmachen. Ursprünglich gemeint war also nicht das unbestimmte „ich weiß nicht“, sondern im Gegenteil: „ich verlasse mich auf, ich binde meine Existenz an“. Es geht also zentral nicht um einen Gegenpol zum Wissen, sondern um Vertrauen, Gehorsam und Lebensübergabe. (Vergleiche: Geloben.)

Zur Etymologie des Wortes „Glauben“ sei verwiesen auf: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. 16 Bde. Leipzig: S. Hirzel 1854-1960. — => Quellenverzeichnis 1971, Artikel: „Glauben“

Das lateinische Wort credere (vgl. Credo) ist direkt verwandt mit der altindischen Wurzel śraddhā- „glauben“ und stellt eine sehr alte (indogermanische) Verbalkomposition dar. Die Bestandteile bedeuten: „Herz“ und „setzen, stellen, legen“, zusammen also etwa: „sein Herz (auf etwas) setzen“.

Glaube erklärt durch die hebräische Grammatik. Diese Vokabel „aman“ mit der Schreibung „Aleph-Mem-Nun“ wird nur in der Stammesmodifikation des „Hif’il“ (Aussprache „hä’ämin“) im Deutschen mit dem Wort „glauben“ übersetzt. Diese Stammesmodifikation drückt im allgemeinen einen kausativen Aspekt der Grundbedeutung aus. Die Grundbedeutung der Buchstabenfolge (Wurzel) „Aleph-Mem-Nun“, die auch im ursprünglich hebräischen Wort Amen erscheint, ist „fest“ oder „unerschütterlich“, die Bedeutung im Hifil ist also „jemanden fest sein lassen“ oder „jemanden sich als fest und unerschütterlich beweisen lassen“. Und dies ist genau der Glaube, den sowohl das alte als auch das neue Testament meint.

Dem Glauben zugrunde liegt eine Anlage des Menschen, sich an etwas festzumachen, an einer Hoffnung, einem (Welt- oder Menschen- oder Gottes-)bild. Ohne diese Grundausrichtung wäre ein Mensch haltlos und nicht überlebensfähig.

Unabhängig davon ist, woran speziell sich ein Mensch festmacht. Hier können rein innerweltliche Dinge (z. B. die eigene Kraft, das Volk/eine Gemeinschaft oder Beziehung, die Familie) das Objekt des Glaubens bieten oder auch Lebensstrategien, Weltprinzipien bis hin zum Glauben an über- oder außerweltliche Kräfte und Personen (Götter oder Gott).

Bedeutungen im Alltagsgebrauch

Glauben als meinen bzw. für wahr halten

Glaube beschreibt im Alltagssprachgebrauch die im Rahmen von Unsicherheit festgestellte Erwartung bezüglich irgendwelcher Tatsachen oder Zusammenhänge. Etwa: „Ich glaube, dass morgen die Sonne scheinen wird“ oder „Ich glaube, es geht hier entlang und nicht dort.“

In solchem Glauben drückt sich die Meinung aus: „Vielleicht ist es wahr bzw. wird es wahr, vielleicht auch nicht.“ Dann bedeutet glauben „meinen, vermuten“.

Der Glaube kann dabei sehr stark und gut begründet sein, zum Beispiel „Ich glaube daran, dass ich kein Gehirn in einem Glas bin und dass die Umwelt, die ich sehe, real ist.“

In aller Regel bedeutet glauben etwas für wahr Halten auf Grund eines glaubwürdigen Zeugen. In diesem Sinn ist der mit Abstand größte Teil unseres Wissens Glaubenswissen.

Glauben als Vertrauen

Glauben findet sich im alltäglichen Sprachgebrauch aber auch in einer ganz anderen Bedeutung als »meinen«, »vermuten«, beispielsweise in folgenden Sätzen: „Ich glaube dir.“, „Ich glaube an die Liebe zwischen uns.“, „Ich glaube an den Erfolg meines Engagements.“

Ein solches Glauben ist nicht so sehr ein Vermuten über Sachverhalte, sondern primär eine personale Beziehung, in der sich eine Person vom Geglaubten her leiten lässt. Und dann bedeutet dieses Glauben „vertrauen“. »Glaube« in diesem rein menschlichen Sinn bezeichnet den Bewusstseins-Akt des Vertrauens (Vertrauensglaube) mit dem dazugehörenden vertrauenden Handlungs-Akt (Tatglaube), dass das Geglaubte eine Möglichkeit ist, die Realität werden kann, oder eine noch nicht erfahrbare Realität ist, so dass so gehandelt wird, dass das Geglaubte Realität werden kann oder als ob das Geglaubte schon erfahrbare Realität sei, denn andernfalls wäre der Glaube nur ein Pseudo-Glaube bzw. das Vertrauen nur ein Pseudo-Vertrauen.

Anders formuliert ist der Glaube, in einem engen Zusammenhang mit dem Vertrauen oder dem „vertrauen können“ zu sehen. Der Glaube geht somit mit einer Aufhebung der alleinigen Verantwortung einher, die sich aus dem angenommenen Glauben nährt und dadurch, das eigene Handeln rechtfertigt.

„Der Glaube ist das Vertrauen auf die Gültigkeit des Vertrauens“ – oder alltagssprachlich formuliert, das Vertrauen kann enttäuscht werden der Glaube nicht.“ (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Glaube)

Meine Meinung:

Der Glaube ist für mich das seelische Skelett eines Menschen (warum haben Tiere und Bäume keinen Glauben?), ohne das er nicht leben kann. Er hätte keine Orientierung für sein Handeln und für seinen Lebensweg, sondern würde nur nach Gefühlen und menschlichen Bedürfnissen sein Leben gestalten.

Diese „natürlichen“ Gefühle haben offensichtlich auch Fauna und Flora und werden durch sie gesteuert.

Im Frühling „fühlt“ die Flora den Saft aus dem Erdreich aufsteigen und beginnt zu wachsen.

In der Fauna „fühlen“ die Tiere, wenn es Zeit zur Nahrungsaufnahme, zur Fortpflanzung und zum Tode wird und handeln entsprechend.

Das geschieht, ohne darüber nachzudenken, denn das Denken ist offenbar nur dem Menschen vorbehalten.

Auch der Glaube ist offenbar nur dem Menschen vorbehalten, wobei „glauben“ nicht nur etwas mit Religion zu tun hat:

Ich glaube an die Lie.

Ich glaube an Dich.

Ich glaube, dass es morgen besseres Wetter wird.

Oder aber auch im Negativen:

Ich glaube Dir nicht!

Du glaubst mir nicht?

Glauben hat daher viel mit Gefühlen, Überzeugungen, Erfahrungen und wohl auch mit Wünschen oder Befürchtungen zu tun.

Glauben ist somit der „Leuchtturm“ für einen Menschen, nach dem er sich ausrichten und sich orientieren kann.

Glauben ist damit eine sehr persönliche Empfindung, die im Innersten des Menschen zu Hause ist.

Weil dies offensichtlich so ist, haben die verschiedenen Religionen den Glauben für ihre Zwecke in Anspruch genommen. Mit dem Glauben kommt man an das Innerste des Menschen und wenn man dies erreicht hat, kann man bei einem anderen Menschen sehr viel bewirken, da der Glaube nie rational, sondern immer irrational ist. Der Glaube ist nicht logisch und somit wissenschaftlich nicht zu analysieren. Er bleibt somit auch abstrakt und irgendwie mystisch.

Daher ist wohl auch das Ziel aller Religionen, den Glauben des Menschen für sich zu gewinnen. Sie alle wollen den Menschen von ihrer Religion im Innersten überzeugen. Daher auch das „Amen“ nach jedem Gebet, damit der Mensch „daran festmacht“, davon überzeugt ist, dies als absoluten Grundsatz ansieht.

Jede Religion ist daher davon überzeugt, dass die eigene Religion der einzig „richtige Glaube“ ist. Dieser „Religions-Glaube“ wird als Grundsatz – als Gesetz – festgelegt und wer dagegen verstößt, ist Gesetzesbrecher und muss entsprechend bestraft werden.

Nun sind Religionen nicht nur in Büchern und Schriften niedergelegt, sondern werden von Religions-„Vertretern“ in aller Welt verbreitet. Dafür gründen diese „Vertreter“ Religionsgemeinschaften, Sekten oder Kirchen. Sie wenden vielfältige Mittel an, um die Menschen von ihrer Religion zu überzeugen und zu Mitgliedern zu machen.

Die harmloseste Form diesr „Überzeugung“ ist das Missionieren. Alle Religionen schicken ihre „Verkäufer“, die Missionare, in die Welt. Sie machen alle bestehenden religiösen Glauben schlecht und „verteufeln“ die bisherigen Götter als Götzen. Sie wollen aus „Heiden“ oder „Ungläubige“ Anhänger ihrer Religion machen. Sie zerstören ihre bisherigen Glaubensgrundsätze, ihre Götterdenkmäler und die bisherige Kultur. Sie verdammen „heidnische“ Bräuche und Feste und merzen sie aus oder, wenn das nicht gänzlich möglich ist, wandeln sie sie um und machen z. B. aus dem germanischen Sonnenkult das Osterfest.

Doch es gab und gibt auch brutalere Methoden, den Menschen einen „Glauben“, d. h. ihre Religion aufzuzwingen. Der Religionsführer – z. B. der Papst – und ein König oder Kaiser verbünden sich aus machtpolitischen und/oder finanziellen Gründen und schwups wird eine Religion zur „Staatsreligion“ ernannt. Wer sich dagegen wehrt, wird geköpft, auf den Scheiterhaufen geworfen oder sonst wie um die Ecke gebracht. Die mildeste Form, diesem Zwang zu entgehen, sind noch die Flucht oder die Konvertierung. In vielen Fällen blieb jedoch nur noch der Selbstmord, bevor man ermordet wurde.

Sie merken schon, ich habe keine Hochachtung vor dieser Art der Religionsverbreitung – auch fälschlich „Glaubensverbreitung“ genannt.

Warum sind wohl so viele Menschen aus Europa nach Amerika ausgewandert? Nur aus Armut? Ich wette, dass die Indianer in Amerika immer noch das Land beherrschen würden, wenn nicht so viele Europäer aus religiösen Gründen ausgewandert wären.

Nachdem die Missionare die alten „Glaubens-Symbole“ beseitig hatten, wurden sie plötzlich sehr reich. Warum wohl? Nun, ganz einfach. Wer seinem neuen Gott gefällig sein wollte, musste ihm Opfer darbieten. Was in heidnischen Zeiten durch Tier- oder andere Blutopfer geschah, wurde nun durch weltlichere Dinge ersetzt: Geld oder andere Wertsachen. Natürlich nur, um Gott gefällig zu sein.

Doch „Gott“ nimmt keine Geld oder ähnliches an. Da hilft auch nicht, es gen Himmel zu werfen und zu sagen: „Gott nimm Dir Deinen Teil und lasse den Rest für mich, Deinem armen Vertreter auf Erden“. Die Schwerkraft bringt es unweigerlich zurück auf Erden, so dass gar nichts anderes übrig bleibt, es für „Ihn“ aufzubewahren. Da man aber nicht so viel Geld horten konnte, ohne Neider und Diebe auf den Plan zu rufen, wurden Kirchen gebaut – zu Ehren Gottes – Länder gekauft und Armeen auf die Beine gestellt, um Gottes Eigentum zu schützen und zu verteidigen.

Um immer mehr Geld zu bekommen, erfand man den Ablass, die sonntägliche Kollekte und die vom Staat einzukassierende Kirchensteuer. Soll ich weiter schreiben? Lieber nicht.

Geld bedeutet jedoch auch Macht. nd somit ist die größte Kirche der Welt, die katholische, die  mächtigste Organisation der Welt. Da kommt auch die Weltmacht USA nicht mit und die ehemals zweite Weltmacht, die Sowjetunion, ist durch die katholische Kirche besiegt worden.

Das war für mich eine der wenigen positiven Dinge der Neuzeit, die die katholische Kirche und ihr Papst bewirkt haben.

Was wäre wohl gwesen, wenn der Kmmunismus nicht atheistisch gewesen wäre, sondern sich eine Religion/Kirche zum Verbündeten gemacht hätte? Lenin, Stalin & Kirche wären unangreifbr, da sie „Götter“ geworden wären.

Und was wäre aus uns Deutschen geworden, wenn Adolf und der Papst gemeinsame Sache gemacht hätten und er sich zum Religionsführer der Germanen hätte krönen lassen? Ich mag nicht daran denken!

Und was hat Chomeini gemacht? Er war schlauer und hat es mit Erfolg praktiziert.

Der Mensch hat keine Chance, zwischen den verschiedenen Glauben/Religionen/Kirchen zu wählen, denn er wird schon kurz nach der Geburt zu einem Glauben = Religion = Kirche, z. B. durch die Taufe, gezwungen, ohne dass er überhaupt eine Ahnung hat, was mit ihm passiert und was da so alles in Zukunft auf ihn zukommt.

Auch später als denkender Mensch ist er in der Regel nicht bereit, diese einmal durch seine Eltern festgelegte Religion zu wechseln. Selbst ein – in moderner Zeit vielfach praktizierter – Kirchenaustritt ist ein schwerer Schritt, denn die Religionen/Kirchen haben den Menschen fest im Griff („Was passiert, wenn ich gestorben bin?“).

Religionen/Kirchen sind daher kulturell, gesellschaftlich und vielfach auch gesetzlich ein so starkes und enges Bindungsglied, dass sie alle ein übergeordnetes Interesse daran haben, den menschlichen – individuellen – Glauben an sich zu binden.

Dabei werden alle möglichen Tricks angewendet, um irrationale Ängste beim Menschen zu erzeugen, die es ihm nahezu unmöglich machen, sich von der Religion/Kirche abzuwenden. Hier sei nur der Teufel oder die Hölle erwähnt, oder die Sünde und die Exkommunikation. Diese Drohungen mit dem Nichtfassbarem beweisen, dss Glauben/Religionen Machtinstrumente der Kirchen sind, um den Menschen zu beherrschen.

Sehen wir uns einige Religionen einmal etwas näher an.

3. Religionen

 Religionen sind nicht von Gott gegeben oder vom Himmel gefallen, sondern alle von Menschen erdacht.

Sie sind Lebensregeln, die es Menschen ermöglichen sollen, gesund zu leben, miteinander auszukommen und Sitten und Anstand – man kann auch Ethik sagen –  einzuhalten.

Daher sind sie auch mit trafen versehen worden, wenn sich jemand nicht an diese Regeln hält. Diese Strafen sind jedoch vielfach nicht im weltlichen Dasein zu erwarten, sondern erst nach dem Tode. Das macht dem Menschen wesentlich mehr Angst, als irgendwelche weltlichen Strafen und daher sind sie auch so wirkungsvoll.

Religionen sind ganz  ohne Zweifel von sehr weisen Menschen erdacht und aufgeschrieben worden. Doch sie sind von Menschen und nicht von einem imaginären „Gott“ geschaffen orden.

Diese Menschen haben auch keine einmalige „Erleuchtung“ von Gott auf einem hohen Berg bekommen, sondern sie haben viel nachgedacht und suchten nach Wegen, damit die Menschheit friedlich zusammen leben kann.

Es sind Philosophen gewesen, die ihre Lebensweisheiten zusammengefasst und wohl auch niedergeschrieben haben.

Sicherlich haben sie auch „Erleuchtungen“ empfangen, doch was sind „Erleuchtungen“? Ist nicht jede Idee eine „Erleuchtung“? Jeder Mensch hat Ideen und somit Erleuchtungen. Ob dies nun eine Erfindung eines Ingenieurs ist oder das Gedicht eines Dichters oder das Bild eines Malers.

Die Religionsgründer sind somit nur sehr weise – und keineswegs junge – Menschen gewesen, die sich über die Unmoral, das ungesunde Leben oder das feindliche Miteinander geärgert haben, sich hingesetzt und „Gesetze“ niedergeschrieben haben, nach den die Menschen leben sollten.

Sie müssen jedoch auch Macht besessene Menschen gewesen sein, denn sonst hätten sie den Menschen nicht gesagt, dass sie „göttliche Botschaften“ mitgebracht haben, die keinen Widerspruch zulassen.

Doch nicht alle Religionen sind auf Macht aus. Daher möchte ich die wichtigsten Weltreligionen in alphabetischer Reihenfolge kurz beleuchten.

Hierbei bediene ich mich des Internets, in erster Linie „Wikipedia“, denn so gebildet bin ich nun wirklich nicht, dass ich diese Kenntnisse alle selbst erarbeitet habe. Ich beschränke mich daher zu jeder Religion auf meine kurze Meinung dazu.

3.1 Die Urreligionen

 Lesen wir zunächst einmal, was wir im Internet darüber finden:

„Die Urreligionen, Grundstein unserer Kultur

von Grygoriy Kulesko

Was verehrten unsere Vorfahren?
Wir wissen wenig über die Religiosität unserer Vorfahren. Doch durch Ausgrabungen konnte man feststellen, dass es eine Mythisierung des Alltags gab. So wurden unter anderem besondere Opferrituale für eine erfolgreiche Jagd durchgeführt. Auch Grabbeigaben lassen uns heute uralte Bräuche erschließen. Doch was wurde verehrt? Solche Funde, wie die Venusfiguren (ca. 15 000 v. Chr.) beweisen, dass die Weiblichkeit oder die Weiblichkeit als Schlüssel zur Fruchtbarkeit mit Sicherheit einen wichtigen Platz in der religiösen Verehrung hatte. Außerdem kann man davon ausgehen, dass auch eine Verehrung der Sonne und der Gestirne stattgefunden hat, was die besondere Ausrichtung bestimmter prähistorischer Bauwerke belegt. Insofern gab es eine Verehrung des Lichts und des Lebens. Doch es gibt keine überlieferten Anzeichen der Verehrung von dunklen Mächten! Die Menschen damals waren wahrscheinlich nicht darauf ausgerichtet das Böse in z.B. Naturkatastrophen zu erkennen, sondern diese vorherzusehen und sie zu respektieren. Also gab es das Böse nicht in personifizierter Form, sondern als Zeichen nach verübten Fehlern, wie keine Achtung vor der Natur zu haben. Es hat aber bestimmt Dämonen, die zu besänftigen waren, gegeben. Die heutigen Polynesier, Neuguineer oder Schwarzafrikaner sind mit den Stämmen der frühen Menschheitsgeschichte gut zu vergleichen, da sie wegen ihrer isolierten geografischen Lage ihre Religionsvorstellungen bewahrt haben. Ihnen sind zwar Dämonen bekannt, doch es sind nie grundböse Wesen, wie der Teufel, sondern Wesen mit bösen und guten Seiten. Doch das Gute spielte immer die entscheidende Rolle.

Das indogermanische Vermächtnis
4000 Jahre v. Chr. begann die ethnische Entwicklung, der Grundstein unserer Kultur. Diese prägte die meisten europäischen Sprachen. Damals fand die größte Völkerwanderung in der Menschheitsgeschichte statt, wo riesige Reiterhorden der Indogermanen aus dem Süden Russlands bis in die grünen Ebenen Irans und des Persischen Golf, sowie bis in den Süden und Norden Europas vordrangen. Sie waren auch das Volk, in dem letztendlich das Christentum seine Wurzeln hat. Diese Bewegung dauerte ganze 2000 Jahre. Die Indogermanen waren hoch entwickelt und hatten bereits ein funktionierendes, soziales Netz und waren stammesrechtlich organisiert. Und sie kannten die Techniken des Ackerbaus, der Binnenschifffahrt und der Herstellung und Nutzung des Rads. Rund 3000 bis 2000 v. Chr. begannen sie Städte auf Hügeln, die von Dörfern umgeben waren, zu erbauen. Auf ihrem Siedlungsweg überrannten sie auch andere Völker, wie die ebenfalls hoch entwickelten Bewohner des heutigen Irans. Doch mit jedem besiegten Volk erhielten die Indogermanen einen Teil dessen Weltanschauung und dessen Religion. So kannten sie eine Unsterblichkeit der Seele, ein von einem Gott mit Axt regiertes Jenseits und auch eine Muttergottheit. Die Indogermanen Indiens und des Iran verehrten letztendlich zwar die selben Gottheiten, doch hatten jeweils andere Riten und Mythen. Es war die Göttertriade: Mithra, Varuna und Indra. Bis 2000 v. Chr. war die Religion nicht zentralisiert. Doch dann kam das Königreich Elam (Hochland) mit der Hauptstadt Susa in der Gegend des heutigen Iran. Bis ins 9. Jahrhundert v. Chr. prägten Eroberungen, Unterwerfungen und große Feldzüge die Geschichte des Königreichs. Es war die Zeit der großen Feldzüge gegen Ur, Babylon und die Assyrer. Dies alles war natürlich nur mit einem hierarchisch geordnetem System aus König, Priestern und Kriegern unter Führung des Königs möglich. Da der führende König wie eine Gottheit verehrt wurde, versuchte dieser die Menge der anderen Götter so gering wie möglich zu gestallten.

Gemeinsame „Teufels“ – Vorstellungen
Viele unserer Teufelsvorstellungen haben ihren Ursprung in den Religionen vergangener Hochkulturen. So ist auch die Gestalt des Teufels nicht gleichzeitig mit ihm selbst und auch nicht erst in der Satyrdarstellung des antiken Griechenlands, sondern auch schon bei den Indogermanen in der Zeit der großen Völkerwanderung entstanden. So fand man in der Steppe Kasachstans Ritzzeichnungen eines gehörnten Gottes aus dieser Zeit. Weise Magier Ägyptens waren dafür bekannt narkotische Tränke herzustellen, die sowohl der Heilung als auch dem Hervorrufen von Visionen dienten. Dem Teufel wurde im Mittelalter unterstellt Menschen mit Tränken willenlos zu machen, was sicherlich eine Parallele dazu ist. In Babylon entstand als Teil der Auguralwissenschaften, in denen man mit Hilfe jeglicher irdischer Ereignisse die Zukunft voraussagen konnte, der sog. Melitta-Kult. In diesem Kult war die religiöse Prostitution der Frau besonders stark ausprägt. Jede Frau musste sich einmal in ihrem Leben in den Tempel begeben und sich einem Fremden überlassen. Dieser Kult erhielt sich auch bis weit über die Eroberung Babylons durch die Perser 331 v. Chr. So entwickelten sich daraus mit Sicherheit die Mythen der “dämonischen Sexualität”. Auch dass der Teufel es mit den Toten treibt, ist keine besonders neue Vorstellung. So wurden in Ägypten Leichname schöner junger Frauen erst nach drei bis vier Tagen einbalsamiert, weil man annahm, sie würden missbraucht werden. Die Ägypter hatten auch etwas Ähnliches wie ein Fegefeuer und eine Hölle. Die Seele eines Toten kam in die Unterwelt, wo sein Herz gewogen wurde. Den Verdammten wurde dann schließlich der Kopf von einem Nilpferd abgebissen, was unserer Vorstellung von ewigen Quallen in der Hölle ähnlich ist. Letztendlich kann man sagen, dass die frühen Hochkulturen mit ihren Mythen und Riten unsere heutige Religionsvorstellungen entscheidend geprägt haben.“

Quelle: http://ema.bonn.de/teufel/I_1.html

Wenn man das liest, dann ist man eigentlich schon am Ende der Gedanken über Religionen, denn sie haben alle die gleichen Wurzeln und die gleichen Ziele gehabt. Sie waren oder sind alle Regeln zum friedlichen Miteinader untereinander gewesen. Doch sie wurden fast alle von ihren Religionsführern zu Machtzwecken missbraucht.

Daher fordert Hans Küng in seinem Buch „Projekt Weltethos“ auf Seite 169 zu Recht:

„Wir brauchen Religionen, die nach all den heißen und kalten Kriegen, nach all der mehr schiedlich als friedlichen Koexistenz sind in konstruktiver Proexistenz und friedenstiftender Kooperation bei lokalen und regionalen Konflikten üben. Ein eng geflochtenes Netzwerk interreligiöser Information, Kommunikation und Kooperation ist notwendig. Praktisch brauchen alle Religionen als gleichberechtigte Weggefährten:

  • mehr gegenseitige Information;
  • mehr wechselseitige Herausforderung;
  • mehr allseitige Transformation in der gemeinsamen Suche nach der größeren Wahrheit, nach dem Geheimnis des einen und wahren Gottes, das sich erst am Ende der Geschichte, wenn Gott selbst es will, voll offenbaren wird.“

Er hat ja Recht, doch ist dies ein Traum, solange Religionen von Kirchen – d. h. mächtigen Organisationen – repräsentiert werden, deren eigene Macht wichtiger ist, als das Wohl der Menschhhit. Doch dazu später mehr.

3.2 Buddhismus

 „Vor etwa 2500 Jahre verließ ein Prinz namens Siddharta Gautama Haus und Weib und machte sich auf, um die Erleuchtung zu finden. Nach 6 Jahren beständiger Suche erlangte Gautama schließlich, in einem Zustand langer Meditation unter einem Baum sitzend, die Erleuchtung, das Nirwana. Von da an wurde er als Buddha – der Erleuchtete – bekannt, und seine Lehren und das Beispiel seines Lebens bilden die Grundlage des Buddhismus. Nirwana ist der unveränderliche Zustand, der endgültige Zustand reinen Seins, den alle erleuchteten Wesen ( Buddhas ) erreichen.

Das Gebiet des Buddhismus erstreckt sich auf die ganze Welt. Länder wie Indien, Sri Lanka, Birma, Thailand, Nepal, Bhutan und Sikkhim zählen zu den Ländern, in denen der Buddhismus am meisten praktiziert wird. Von dort aus wurde er über die Seidenstraße nach China, in die Mongolei, nach Korea und Japan gebracht. Der Buddhismus ist auch nach Vietnam, Laos, Kambodscha, Indonesien und seit neuestem auch in die U.S.A., nach Europa, Australien und Neuseeland verpflanzt worden.

Mit der Zeit entwickelte sich der Buddhismus – wahrscheinlich die friedliebendste der Religionen – in verschiedene Schulen, die ihre eigenen Traditionen hervorbrachten. In Sri Lanka, Birma und Thailand wird die Haupttradition Therawada genannt – der Weg der Theras, der älteren Mönche oder Ältesten. Therawada hat einen konservativen Ansatz und glaubt, daß seine Tradition die frühesten und echtesten buddhistischen Vorstellungen und Bräuche widerspiegelt. Diese Form des Buddhismus wird wegen ihrer Schrift, der Pali – Schrift, in der die angeblichen tatsächlichen Wörter von Siddharta im Pali – Kanon geschrieben sind, auch Pali – Buddhismus oder südlicher Buddhismus genannt.

Der andere Hauptteil des Buddhismus ist Mahajana – das bedeutet “großer Weg” oder “großes Fahrzeug„. Seine Schriften entstanden in Sanskrit, so daß diese Form des Buddhismus Sanskrit – Buddhismus genannt wird. Mahajana umfaßt auch den tibetischen Buddhismus, dessen Führer, der Dalai – Lama, eine im Westen bekannte Figur ist.“ (Quelle: aus dem Internet unter: http://www.weltreligionen.de/01_christen.htm)

Das Symbol des Buddhismus ist das achtspeichige Lebensrad (Rad des Werdens)

 

Bedeutung

Das Rad des Werdens (Bhavacakra) ist die Darstellung des leidhaften Wiedergeburtenkreislaufs (Samsara), aus dem Befreiung zu finden jedermann bemüht sein sollte. Es gehört zu den ältesten Bildtypen der buddhistischen Malerei. Es ist die altindische Vorstellung vom Wirken des Karma, die im Bild des Lebensrades symbolisch veranschaulicht ist.

An Tempeln schmückt es meist die Außenwand der Vorhalle. Bevor der Gläubige den Tempel betritt fällt sein Blick auf das Lebensrad und dieses fordert ihn auf, sein Leben zu ändern. Im Lebensrad erkennt er sich selbst, es ist ein Spiegel, ein verschlüsselter Ausdruck seines Unbewussten. Wer den Tempel betritt, schreitet sinnbildlich durch die samsarische Welt hindurch in die Erlösung; die Meditation über das Bhavacakra kann eine Vorübung zur Selbstverwirklichung sein. Auch der des Lesens Unkundige kann durch das Lebensrad die Lehre Buddhas in sich aufnehmen.

Beschreibung

Mara, der grimmige, scharfzähnige, mit einem Tigerschurz bekleidete Dämon des Todes und des Unheilsamen hält das Lebensrad in seinen Krallen. Mara figuriert auch als „Versucher“ (z.B. in den Darstellungen von Buddhas Leben) und wird in dieser Funktion von seinen drei Töchtern rati – die Lust, arati – die Unzufriedenheit und tanha – die Gier oft unterstützt. In dieser Rolle wird Mara mit dem christlichen Teufel verglichen. Außerhalb des Rades, frei von der Wiedergeburt, sitzen vor einem Tempel oben rechts der Buddha Gautama und oben links der Transzendente Bodhisattva Avalokiteshvara. Buddha Gautama ist mit der Almosenschale als Ordensgründer dargestellt, seine rechte Hand führt die Erdberührungsgeste aus als Zeichen dafür, dass er die Erde als Zeugin für die Wahrheit seiner Lehre anruft.

Das Rad des Werdens besteht aus vier konzentrischen Kreisen:

Erster Kreis (Radnabe)

Verkörpert durch Hahn, Schlange und Schwein jagen sich im Zentrum des Rades die in die Wiedergeburt verstrickenden Leidenschaften im Kreise, diese sollen folgende Grundübel symbolisieren:

  • Gier (Prinzip der Anziehung)
  • Hass (Prinzip der Abstoßung)
  • Verblendung (Prinzip der eingeengten Sichtweise)

Diese Triebkräfte, auch Wurzelgifte genannt, binden nach der Weltanalyse des Buddha die Wesen an den Wiedergeburtenkreislauf (Samsara). Allein durch die Überwindung und Vernichtung dieser Kräfte ist es möglich, dem Samsara zu entrinnen und die Erlösung zu erreichen.

Zweiter Kreis

Im angrenzenden Ring wird in der rechten, dunklen Hälfte der karmische Abstieg, in der linken, hellen der karmische Aufstieg angedeutet. Üble Taten begehen oder dem Dharma folgen und Gutes tun, zwischen diesen beiden Möglichkeiten hat jeder zu wählen.

Dritter Kreis

Im breiteren, anschließenden Ring sind die nach buddhistischem Verständnis sechs Bereiche, Welten oder Existenzformen dargestellt, in denen die Wesen je nach der Qualität ihrer Taten (Karma) und Tatabsichten (samskara) wiedergeboren werden. Nämlich der Bereich der Götter, der eifersüchtigen Götter, der Menschen, der Tiere, der hungrige Geister (Pretas), und der Höllenwesen. Jeder wird in der Existenzform wiedergeboren, die er durch die selbst gelegten karmischen Ursachen verdient hat. In jedem der Sechs Bereiche ist Buddha bemüht, den Wesen Erleichterung ihres Loses und die Kenntnis seiner Lehre zu bringen.

Vierter Kreis

Im Außenring des Lebensrades sind die verschiedenen Daseinsfaktoren dargestellt, die das Leben jedes Menschen bestimmen. Sie werden als zwölf Glieder (nidana) einer Kette beschrieben, die den Menschen immer wieder hineinzieht in den Kreislauf von Geburt und Tod. Jedes der zwölf Glieder ist nicht alleinige Ursache, sondern eine von mehreren Bedingungen dafür, dass das nächste Glied entsteht.

Die Beschreibung der zwölf Stationen beginnt unten in der Mitte und geht im Uhrzeigersinn weiter.

  • Eine blinde Greisin mit Topf und Stock, die aus der Sicherheit des Hauses dem Abgrund zutappt (1), symbolisiert die Unwissenheit, die daran schuld ist, dass die meisten Menschen dem Wiedergeburtenkreislauf verhaftet bleiben. Als Folge der Unwissenheit     entwickeln sie Tatabsichten (samskara) und schaffen Karma, das sich als zukünftige Wiedergeburt auswirkt.
  • Die Tatabsichten werden durch einen Töpfer (2) dargestellt, der Schalen und Krüge für den zukünftigen Gebrauch herstellt.
  • Von den Tatabsichten programmiert, ergreift das Bewusstsein nach dem Tode eine neue Existenzform, wie ein Affe (3), der sich von einem Ast zum anderen schwingt.
  • Die neue Existenzform beginnt mit der Entstehung von Name und Körper, worunter die geistigen und physischen Komponenten der Person zu verstehen sind. Diese sind wie zwei Männer in einem Boot (4) aufeinander angewiesen und müssen solange zusammen     bleiben, bis der Strom überquert ist.
  • Die Sechs Sinne des Menschen (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten und Denken) sind vergleichbar mit einem Haus (5) mit sechs Fenstern.
  • Durch diese Fenster schaut er in die Welt, so dass Berührung mit den wahrgenommenen Objekten zustande kommt, symbolisiert durch ein Liebespaar (6).
  • Aus der Berührung erwächst Empfindung, oft schmerzhafte wie der Pfeil im Auge (7), noch öfter verlockende.
  • So entsteht Gier oder Durst, dargestellt durch die Kanne (8), die mit Gerstenbier gefüllt ist. Die Gier veranlasst die Wesen, nach dem Tode wiederum eine neue Existenzform zu ergreifen.
  • Dieses Ergreifen der neuen Daseinsform symbolisiert der Mensch (9), der einen Ast gepackt hat, um Früchte zu pflücken.
  • Das Werden des neuen Wiedergeburtswesens versinnbildlicht das Paar bei der Zeugung bzw. die schwangere Frau (10).
  • Die Geburt in eine neue Daseinsform ist die nächste Station und wird durch eine Gebärende (11) veranschaulicht.
  • Alter und Tod schließen das Werdensrad. Eingeschnürt in ein Tuch, wird die Leiche von einem Träger (12) auf dem Rücken zur Leichenstätte getragen, um dort zerstückelt und von Geiern und Schakalen gefressen zu werden.“

(Quelle Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Lebensrad)

Meine persönliche Meinung:

Wie schon im Text erwähnt wird, ist es die wahrscheinlich friedliebendste Religion auf dieser Welt. Für mich ist sie dies auf jeden Fall, insbesondere wenn man auch das Buch des derzeitigen Dalai Lama „Das Buch der Menschlichkeit“ gelesen hat. Nach dieser Lebensweisheit kann man leben, ohne besonders „religiös“ zu sein. Sie ist nach meiner Ansicht ganz einfach human und akzeptiert andere, wie sie sind und ist somit auch sehr liberal und in keinster Weise machtbesessen.

Schlechte Menschen werden im Buddhismus nicht in einer „Hölle schmoren“, sondern kommen als niederes Wesen wieder auf die Erde und haben somit eine Chance, durch gute Taten wieder ein Stück näher an das „Nirwana“ zu gelangen. Man wird nicht in der Finsternis verdammt bis in alle Ewigkeit, sondern hat die Chance zur Besserung.

Eine Religion somit, die nicht auf Schrecken und Angst aufgebaut ist, sondern auf eine permanente Verbesserung.

Was ich nicht so gut finde, ist die Tatsache, dass die Frau kaum eine Rolle spielt. Sie ist nur für die Geburt zuständig. So ist auch die oberste Gottheit Buddha ein (fetter) Mann, weil sein Gründer Siddharta Gautama ein Mann war (ob er fett war? Ist wohl anzunehmen). Gibt es weibliche Priester? Ich wüsste nicht. Also auch eine Macho-Religion, wie alle anderen auch. Damit habe ich ein Problem.

3.3. Christentum

„Das Christentum ist mit etwa 2,3 Milliarden Anhängern vor dem Islam (ca. 1,2 Milliarden) und dem Hinduismus (ca. 900 Millionen) die größte Religion der Erde und eine der fünf Weltreligionen. Gelegentlich wird mit dem Begriff auch die Christenheit – die Gesamtheit der Anhänger dieser Religion – bezeichnet.

Der Begriff Christentum (v. griech. christianismós) wird erstmals in einem Brief des syrischen Bischofs Ignatius von Antiochia erwähnt. Die Anhänger des Christentums nennen sich selbst Christen, nach Jesus Christus. Die Apostelgeschichte erzählt, dass die Nachfolger Christi den Namen Christen zuerst von den Ungläubigen der syrischen Stadt Antiochia erhielten, in welche sie nach den ersten Verfolgungen in Palästina geflohen waren.

Das Christentum ist eine monotheistische, gestiftete und missionierende Religion. Ihre Wurzeln liegen im Judentum des zweiten Tempels, in Palästina, zur Zeit der römischen Herrschaft zu Beginn des 1. Jahrhunderts. Das Christentum geht zurück auf die Anhänger eines jüdischen Wanderpredigers namens Jesus von Nazaret. Jesus wird von den Christen als der Christus (der Gesalbte), also der jüdische Messias, verehrt sowie als der Mensch gewordene Sohn Gottes.

Der Kern der christlichen Religion rührt nach ihrem Selbstverständnis aus einer Zuwendung Gottes an den Menschen. In dieser Zuwendung, bei der sich Gott offenbart bzw. sich selbst erschließt, wird die Beziehung Mensch-Welt-Gott geklärt. Wie alle Religionen mit Exklusivitätsanspruch versteht sich das Christentum selbst entweder als der alleinige Ort, an dem sich Gott den Menschen zugewandt hat oder zumindest als der Ort, an dem er dies in angemessenster, geklärtester und unüberholbarer Weise getan hat. Nach der ersten Position werden alle anderen Religionen als unzulässige und unmögliche Versuche des Menschen angesehen, mit seinen Anstrengungen und „Werken“ Gott, oder das, was er dafür hält, zu gefallen und sich ihm zu nahen; die andere sieht diese Versuche als unzureichend geklärte an. Diese Klärung, die in Gottes Offenbarung geschieht, ist jedoch für beide dieser Positionen ein Geschenk (Gnade) Gottes, kein aktives Tun des Menschen.

Mehrheitlich herrscht im Christentum der Glaube vor, dass Gott sich in Jesus Christus der sündigen Menschheit zugewandt hat. Der Tod Jesu Christi am Kreuz wird dabei als dienende Erlösertat Gottes angesehen. In Jesus sei somit die Schuld und Sünde der gesamten Menschheit aufgehoben. Als Initialzündung des christlichen Glaubens gilt die Erschließung dieser Gewissheit an Ostern, dem dritten Tag nach Jesu Kreuzigung, an dem Gott an Jesus die Auferstehung bzw. Auferweckung als erstem von allen Menschen gewirkt und somit die Botschaft dieses Jesus von Nazareth bestätigt haben soll. Durch diesen Oster- bzw. Auferstehungsglauben entstand die christliche Gemeinschaft („Kirche“). Ein weiteres Kennzeichen des Christentums ist das Bekennen von Jesus von Nazareth als „Christus“, „Sohn Gottes“ etc. (Hoheitstitel). Diesen Glauben versuchte man, zusammen mit der Erinnerung an Jesus von Nazareth als dem Initiator der Gemeinschaft und dem Glauben an Jesus Christus, als dem Verkünder der Botschaft Gottes, im historisch gewachsenen und in mehreren Konsensbewegungen festgelegten neutestamentlichen Kanon authentisch festzuhalten und zu bewahren (Weiterführendes siehe „Christliche Lehre“).“

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Christentum

„Das Christentum unterscheidet sich von allen anderen großen Religionen dadurch, dass es seinen Stifter in viel höherem Masse als diese in den Mittelpunkt seiner gesamten Lehre stellt, indem es ihm für das ganze kosmische Geschehen entscheidende Bedeutung beimisst. Jesus der Christus ist für die Kirche nicht der Urheber oder Widerentdecker metaphysischer und ethischer Lehren, wie Buddha und Konfuzius, nicht der Gesandte eines sich ihm offenbarenden Gottes, wie Mohammed nicht eine der viel Inkarnationen des Weltherrn, wie Krishna, sondern er ist Gott selbst, der den großen Wendepunkt im Weltprozess herbeigeführt hat und den baldigen Abschluss des Weltgeschehens und die endgültige Weltverklärung verwirklichen wird.“

(Quelle Internet: http://www.ref.ch/weltreligionen)

„Das Lateinische Kreuz oder Passionskreuz ist das „typische christliche Kreuz“, bei dem der Längsbalken (senkrechte Line) länger ist als der Querbalken (waagerechte Arme), welcher oberhalb der Mitte den Längsbalken kreuzt. Es symbolisiert zum einen den Opfertod Jesu Christi. Zum anderen symbolisiert es die Verbundenheit des Menschen mit der Erde und den Mitmenschen (waagerechte Achse des Kreuzes), sowie mit dem Göttlichen (senkrechte Achse des Kreuzes).

Die Entstehungsgeschichte des Kreuzes als christliches Glaubenssymbol ist unklar.

In der Christlichen Kunst findet es erst nach dem Konzil von Nicaea (325) Eingang. Bis dahin war das Kreuz noch nicht Symbol des Christentums. Die altchristliche Kunst scheute sich, die Leidensgeschichte darzustellen. Von daher finden sich in den Katakomben und auf frühchristlichen Mosaiken lediglich einige, das Kreuz verschleiernde, Ankerkreuze.[1]. Hauptsächlich wurde es als Grabzeichen verwendet. Auch Mondsichelkreuz genannt, ist es ein Symbol für den Anker der christlichen Hoffnung. Im Ursprung war es ein geheimes Erkennungszeichen der ersten Christen, d. h. es ist eine verhüllte Darstellung des Kreuzes gewesen.

Bis ins 3. Jahrhundert hinein wurde das Kreuz vielmehr von den Gegnern als Spottsymbol verwendet (siehe Katakomben-Graffiti mit Esel statt Jesus am Kreuz).

Im gleichen Jahr 325 hat den Traditionen nach die Kaisermutter Helena das Kreuz Christi und seine Grabeshöhle aufgefunden. Etwas vorher hat Kaiser Konstantin der Große seine Visionen des Christusmonogramms und des Kreuzes mit den Worten „in hoc signo vinces“ (in diesem Zeichen wirst du siegen) verziert. Daraufhin hat Konstantin ein entsprechendes Feldzeichen (Labarum) anfertigen lassen, was ihn dann tatsächlich zum Sieg verholfen hat.

Die Anerkennung des Christentums durch Konstantin gibt auch die Möglichkeit, den Kreuzestod öffentlich zu bekennen. Nachweisen lässt sich das Kreuz als generelles christliches Symbol etwa seit der Völkerwanderung (375 – 568 n. Chr.). Oft wird das Konzil von Ephesos (431) als „offizielle Einführung“ des Kreuzes als christliches Zeichen genannt. 432 n. Chr. findet sich dann zum Beispiel eine Kreuzigungsdarstellung am Portal der Basilika Santa Sabina auf dem Aventin in Rom.

Daher meinen einige Wissenschaftler, dass das Kreuz als christliches Symbol weniger aus der Tatsache der Kreuzigung selbst, sondern in der Auseinandersetzung mit der heidnischen Umwelt entstanden ist. Der zur Zeit Jesu in Rom populäre Mithraismus kennt zum Beispiel ebenfalls ein Kreuzsymbol, aber auch der orphische Kult im 3. Jahrhundert kennt die Darstellung von Gekreuzigten.[2]

Sowohl dies „offizielle Einführung“ durch das Konzil von Ephesos als auch der Zusammenhang mit dem Mithraismus werden in Frage gestellt durch die Datierung eines italienischen Elfenbeinkästchens, das die älteste bekannte Kreuzigungsdarstellung zeigen soll. Sie wird auf um 420 datiert. [3]

Im Mittelalter wuchs die Bedeutung der Kreuzessymbolik durch die zahlreichen Kruzifixe, insbesondere auch durch die zahlreichen Triumphkreuze in Kirchen und Kathedralen.

(Quelle Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Christliches_Kreuz#Kreuz_Christi)

Meine persönliche Meinung:

Sein „Stifter“ Jesus war ein Mensch. Viel mehr ist eigentlich nicht bekannt, auch wenn uns die das Neue Testament alles Mögliche glauben machen will. Auch das Neue Testament ist – erst drei Jahrhunderte nach seinem Tod – von Menschen (Johannes, Lukas, Markus, Mattheus) geschrieben worden, die ihn nie gekannt haben.

Hier nur einige Fragen, die mich beschäftigen:

  • Hat Kaiser Konsantin sie 325 n. Chr. beauftragt, sie zu schreiben?
  • Woher wussten die vier Evangelisten, wie Jesus gelebt hat und was er getan hat?
  • Wer hat alle Aussprüche von Jesus aufgeschrieben, während er durch die Lande reiste?
  • Jesus soll einen Bruder gehabt haben. Ist auch er „unbefleckt“ empfangen?
  • Alle nicht-christlichen Aufzeichnungen über Jesus sollen vernichtet worden sein. Warum wohl?

Im Laufe der Jahrhunderte – je nach Herrscherlaune – ist das Neue Testament immer wieder umgeschrieben worden. Ich möchte nicht wissen, wie viel verschiedene Exemplare es in den Geheimarchiven des Vatikans gibt.

Die Kirche hat die Menschheit verdummt und ihr über Jahrhunderte weiß machen wollen, dass die Erde eine Scheibe ist und die Sonne um die Erde fliegt. Sie ist übrigens eine der jüngsten Weltreligionen (nur der Islam ist noch jünger), dafür aber die wohl mächtigste und reichste.

Sie hat von allen Religionen wohl die meisten Menschen „im Namen Gottes“ umgebracht oder umbringen lassen: Kreuzzüge, Inquisition, Hexenverbrennungen, „heilige Kriege“ etc.

Sie hat den katholischen Priester Luther dazu gebracht, eine Revolution auszulösen, weil die Praktiken der Kirche mit der Religion des Christentums nichts mehr gemeinsam hatte.

Können Sie sich vorstellen, was ich von einer solchen Kirche halte?

3.4 Hinduismus

„Der Hinduismus ist mit etwa 900 Millionen Anhängern die (nach Christentum und Islam) drittgrößte Religion der Welt, gegründet nach den Vedas, und hat seinen Ursprung in Indien. Angehörige dieser Religion werden Hindus genannt. Gläubige Hindus verstehen ihre Religion auch als Lebensart.

Der Hinduismus ist eine Religion, die aus verschiedenen Richtungen mit recht unterschiedlichen Schulen und Ansichten besteht. Darum gibt es kein gemeinsames für alle gleichermaßen gültiges Glaubensbekenntnis. Nur einzelne Richtungen gehen auf einen bestimmten Begründer zurück, z.B. gehen Anhänger Krishnas davon aus, dass Krishna in prähistorischer Zeit tatsächlich lebte und ihren Glauben begründet hat. Da es sich beim Hinduismus um verschiedene Religionen handelt, gibt es auch keine zentrale Institution, die Autorität für alle Hindus hätte. Die Lehren über spirituelle Belange und sogar die Gottesvorstellungen sind in den einzelnen Strömungen sehr verschieden, selbst die Ansichten über Leben, Tod und Erlösung (Moksha) stimmen nicht überein. Die meisten Gläubigen jedoch gehen davon aus, dass Leben und Tod ein sich ständig wiederholender Kreislauf (Samsara) sind, sie glauben an die Reinkarnation. Für den persönlichen Glauben haben aufgrund der Vielfalt religiöse Lehrer (Gurus) oft einen großen Stellenwert. Trotz aller Unterschiede können Hindus der verschiedenen Richtungen weitgehend gemeinsam feiern und beten, wenn auch ihre Theologie und Philosophie nicht übereinstimmt. „Einheit in der Vielfalt“ ist eine oft verwendete Redewendung zur Selbstdefinition im modernen Hinduismus.<

(Quelle Internet: http://http://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus)

 „Aus der vedischen Religion entstandene eigene Richtung, der mit circa 80 Prozent die Mehrheit der indischen Bevölkerung angehört und die darüber hinaus in vielen Teilen der Welt verbreitet ist, u. a. in Nepal, Bangladesh, Indonesien, Sri Lanka, Pakistan, Malaysia, Südafrika, Mauritius, den USA und England. Das persische Wort Hindu wurde von Sanskrit saindhava; indisch sindhu („Fluss“ oder genauer der Indus) abgeleitet und bezeichnete im 5. Jahrhundert v. Chr. die Bewohner jenes Landes nach seinem Fluss, dem Indus. Die Hindus bezeichnen sich selbst als „jene, die an die Veden glauben“ (siehe Veda) oder als „jene, die den Weg (Dharma) der vier Klassen (Warnas) und Lebensstadien (Ashramas) befolgen“.

Die Veränderung, die sich seit der Vedischen Zeit(1300-1000 v.Chr.) vollzog, tritt am augenfälligsten in der Zunahme der Götterwelt in Erscheinung. Zwar werden vedische Götter, wie Agni, Mitra, Varuna, Soma noch verehrt, aber sie sind durch persönliche Gestalten immer mehr in den Hintergrund gerückt worden. Das ursprüngliche Pantheon (Oberster Ort, Gericht) wurde durch neue persönliche Götter bestückt.

Die beiden für die Folgezeit zentralen Neuerungen sind die Einsamkeits- oder Alleinheitslehre verbunden mit dem Erlösungsgedanken und die Lehre von der Wiedergeburt in einer neuen Gestalt, die aus den im früheren Leben vollbrachten Taten resultiert.

Der Hinduismus ist eine der bedeutendsten Weltreligionen, nicht nur was die Zahl seiner Anhänger betrifft (ca. 700 Millionen), sondern auch aufgrund des großen Einflusses, den er seit etwa 300 v. Chr., während seiner langen Entwicklungsgeschichte, auf die vielen anderen Religionen ausübte. Der Hinduismus, der in hohem Maße dazu neigt, fremde Elemente aufzunehmen, wurde seinerseits von diesen unterschiedlichen Religionen beeinflusst, was zum größten Teil zu seinem ausgeprägten Synkretismus, d. h. zu der Vielzahl von Glaubensformen und Praktiken, führte. Neben der hinduistischen Lehre führten insbesondere die geographischen und wirtschaftlichen Bedingungen in Indien dazu, dass sich der Hinduismus zu einem sozialen und religiösen System entwickelte, das alle Aspekte des menschlichen Lebens bestimmt.
Da die Schriften des Hinduismus mehr von den Taten der Menschen als von ihrem Denken handeln, findet man, obwohl es nur wenige Praktiken und Glaubensformen gibt, die von allen ausgeübt werden, eine weitaus größere Übereinstimmung im Verhalten der Hindus als in ihrem Glauben. Neben der Rezitation der Gayatri-Hymne bei Morgengrauen gibt es keine festgelegten oder vorgeschriebenen Gebete. Die meisten Hindus verehren Shiva, Vishnu oder die weibliche Gottheit Devi. Darüber hinaus werden von Dörfern und einzelnen Familien Hunderte von kleineren lokalen Gottheiten angebetet. Es gibt einige wenige Praktiken, die bei fast allen Hindus üblich sind: die Hochachtung gegenüber ihren Priestern, den Brahmasamadsch, und die Verehrung der Kuh, das Verbot Fleisch, insbesondere Rindfleisch, zu verzehren sowie die Eheschließung innerhalb der Kaste (Jati), wobei die Hoffnung auf männliche Nachkommen vorherrscht. Neben der Hierarchie des Gesellschaftssystems, die untrennbar mit der Religion verbunden ist und jeder Person ihren Platz im einheitlichen Gefüge zuweist, gibt es im Hinduismus weder ein Lehrgebäude noch die Hierarchie einer religiösen Institution.

In den Erzählungen ist gleichzeitig eine komplexe Kosmologie enthalten. Die Hindus betrachten das Universum als große, geschlossene Sphäre, als kosmisches Ei, das zahlreiche konzentrische Himmel, Höllen, Meere und Erdteile enthält und in deren Mittelpunkt sich Indien befindet. Vom goldenen Zeitalter bzw. Krita-Yuga ausgehend, gelangt man über zwei Zwischenperioden, geprägt vom fortschreitenden Verfall der Güte, zur Gegenwart bzw. dem Kali-Yuga. Am Ende jedes Kali-Yugas wird die Welt durch Feuer und Flut vernichtet, und ein neues goldenes Zeitalter bricht an. Das menschliche Leiden ist gleichfalls einem Zyklus unterworfen: Nach dem Tod verlässt die Seele den Körper und wird im Körper eines anderen Menschen, eines Tieres, einer Pflanze oder eines Minerals wieder geboren. Diese endlose Kette von Leben und Wiedergeburten wird Samsara genannt (Seelenwanderung). Das Schicksal des Menschen in dem neuen Leben wird dabei von seinen in den vorhergehenden Leben angesammelten guten oder bösen Taten, dem Karma, bestimmt. Die Hindus glauben daran, dass das Karma durch Buße und Rituale aufgearbeitet werden kann und dass der Verzicht auf weltliches Begehren zur Erlösung (Moksha) aus dem ewigen Kreislauf der Geburten, dem Samsara, führt.

Die Hindus können dementsprechend in zwei Gruppen unterteilt werden: diejenigen, die nach der heiligen und weltlichen Belohnung (Gesundheit, Wohlstand, Nachkommen sowie einer vorteilhaften Wiedergeburt) in der Welt suchen und in jene, die nach Erlösung von der Welt suchen. Die Grundsätze des ersten Weges, die auf die Veden zurückgehen, werden heute vom Tempelhinduismus, von der Religion der Brahmanen und vom Kastensystem vertreten. Der zweite Weg, der in den Upanishaden vorgeschrieben wird, ist nicht nur Hauptziel der Entsagungskulte (Sannyasa), sondern auch das Ideal der meisten Hindus.

Die weltliche Richtung des Hinduismus wurde ursprünglich von drei Veden geprägt, von drei Gesellschaftsklassen (Varnas), drei Lebensabschnitten (Ashramas) und den drei Zielen der Männer (Purusharthas), wobei die Ziele oder Bedürfnisse der Frauen in den alten Texten selten erwähnt werden. Den ersten drei Veden wurde eine vierte, die Atharvaveda, hinzugefügt. Die ersten drei Klassen (Brahmanen oder Priester, Kshatriyas oder Krieger und die Vaishyas oder gemeines Volk) wurden von der Dreiteilung der antiken römischen und griechischen Gesellschaft abgeleitet. Den drei Gesellschaftsklassen wurde die der Shudras oder Knechte hinzugefügt, nachdem sich die Indogermanen im Pandschab niederließen, von wo aus sie das Tal des Ganges besiedelten. Die drei ursprünglichen Ashramas umfassten das keusche Leben der Brahmanenschüler (Brahmatscharya), das Leben als Hausvater (Grihastha) und das Leben als Waldeinsiedler (Vanaprastha). Außerdem hatten sie angeblich drei Schulden zu begleichen: das Studium der Veden, das sie den Weisen schuldeten, einen Sohn, den sie den Ahnen schuldeten, sowie die Opfer, die sie den Göttern schuldeten. Die drei Ziele waren Artha (materieller Erfolg), Dharma (rechtes Handeln, gemäß der sittlichen Gebote sowie den Pflichten der Kaste) und Kama (sinnliche Freuden). Kurz nach Entstehung der ersten Upanishaden und zur Zeit des Aufkommens des Buddhismus im 6. Jahrhundert v. Chr. wurde ein viertes Ashrama und das entsprechende vierte Ziel hinzugefügt: der Entsager (Sannyasi), dessen Ziel die Erlösung (Moksha) von allen anderen Lebensabschnitten, Zielen und Schulden ist.
Für jede dieser beiden Lebensarten eines Hindus wurden eigene sich gegenseitig beeinflussende metaphysische und gesellschaftliche Systeme entwickelt. Das Kastensystem und die ihm zugrunde liegende Philosophie des Svadharma oder des „eigenen Dharma“ entwickelte sich innerhalb des weltlichen Hinduismus. Das Svadharma besagt, dass der Mensch geboren wird, um eine bestimmte Tätigkeit auszuüben, eine bestimmte Person zu heiraten, bestimmte Nahrung aufzunehmen und Kinder zu zeugen oder zu gebären, die dann ihrerseits in gleichem Sinn leben. Auch besagt es, dass es besser sei, sein eigenes Dharma zu erfüllen als das von anderen, auch wenn das eigene Dharma minderwertig und verwerflich sei wie jenes der Paria. Die Paria werden auch „Unberührbare“ genannt, da schon ihre bloße Anwesenheit den Hindu, der einer anderen Kaste angehört, beflecken könnte.

Das oberste Ziel der weltlichen männlichen Hindu ist, einen Sohn zu zeugen und großzuziehen, der dann den Ahnen Opfer darbringen wird (die Shraddha-Zeremonie). Der zweite Weg des Hinduismus, der der Entsagung, stützt sich auf die Philosophie der Upanishaden von der Einheit der individuellen Seele, dem Atman, mit Brahman, der universellen Weltseele oder Gott. Das Erkennen dieser Einheit gilt als ausreichend, um den Hindu von einer Wiedergeburt zu erlösen. Dieser Anschauung zufolge könne nichts die Erlösung mehr beeinträchtigen als die Geburt eines Kindes.

Der weltliche Hinduismus hat viele Ziele und Ideale von dem Hinduismus der Entsagung übernommen, insbesondere die Idee vom ewigen Dharma, dem Sanatana Dharma. Dieses ewige Dharma ist ein absolutes und allgemeines ethisches Gesetz, das angeblich alle sekundären, bedingten und besonderen Dharmas umfasst und gleichzeitig transzendiert. Der wichtigste Grundsatz des Sanatana Dharma ist für alle Hindus das Ahimsa, das Gebot, keine Lebewesen zu töten, aus dem der Vegetarismus folgt. Dieser Grundsatz verhindert jedoch nicht die Gewaltanwendung gegen Mensch und Tier bzw. das Blutopfer in den Tempeln.

(Quelle: aus dem Internet unter: http://www.weltreligionen.de/01_christen.htm)

 „Das Symbol des Hinduism ist das Om https://de.wikipedia.org/wiki/Om

Hinduistische Theologie

„Es ist begrifflich verwirrend, das deutsche Wort „Gott“ in Bezug auf den Hinduismus zu verwenden. Manche Strömungen des Hinduismus glauben an einen Obersten Gott, benannt als Ishvara (wörtl.: der Höchste Herr). Es gibt auch ihm unterstellte Wesen, die Devas genannt werden. Sie können als Götter, Halbgötter, Engel, Geist oder himmlische Wesen zwischen dem Ishvara und den Menschen betrachtet werden. Eines der wichtigste Konzepte jedoch ist das Brahman – der höchste kosmische Geist.

„Brahman ist die unbeschreibbare, unerschöpfliche, allwissende, allmächtige, nicht körperliche, allgegenwärtige, ursprüngliche, erste, ewige und absolute Grundregel. Es ist ohne einen Anfang, ohne ein Ende, in allen Dingen versteckt und die Ursache, die Quelle und das Material aller bekannten Schöpfung, selbst jedoch unbekannt und doch dem gesamten Universum immanent. Die Upanishaden beschreiben es als das Eine und unteilbare, ewige Universal selbst, das in allem anwesend ist und in dem alle anwesend sind.“

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus#Vedische_Zeit

Meine persönliche Meinung:

Die Beschreibung des „Brahman“ ist die für mich beste Formulierung, was „Gott“ ist:

Das Eine und unteilbare, ewige Universal selbst, das in allem anwesend ist und in dem alle anwesend sind“.

Ich finde beim Hinduismus gut, dass es keine zentrale Führungsfigur gibt, die Macht auf sich häufen könnte.

Besonders gefallen mir die Einheit in der Vielfaltund „Die Hindus betrachten das Universum als große, geschlossene Sphäre, als kosmisches Ei, das zahlreiche konzentrische Himmel, Höllen, Meere und Erdteile enthält..“

Sehr interessant finde ich auch die Beschreibung der Zeitalter, die mit dem später noch zu beschreibenden „Popol Vuh“ der Mayas übereinstimmt: „Vom goldenen Zeitalter bzw. Krita-Yuga ausgehend, gelangt man über zwei Zwischenperioden, geprägt vom fortschreitenden Verfall der Güte, zur Gegenwart bzw. dem Kali-Yuga. Am Ende jedes Kali-Yugas wird die Welt durch Feuer und Flut vernichtet, und ein neues goldenes Zeitalter bricht an.“

Das hat auch Parallelen zur Sintflut.

Wie im Buddhismus gibt auch der Hinduismus dem Menschen eine Chance, Böses durch Gutes wieder auszugleichen oder durch eine Wiedergeburt in einem anderen Wesen wieder aufsteigen zu können:

„Das menschliche Leiden ist gleichfalls einem Zyklus unterworfen: Nach dem Tod verlässt die Seele den Körper und wird im Körper eines anderen Menschen, eines Tieres, einer Pflanze oder eines Minerals wieder geboren. Diese endlose Kette von Leben und Wiedergeburten wird Samsara genannt (Seelenwanderung). Das Schicksal des Menschen in dem neuen Leben wird dabei von seinen in den vorhergehenden Leben angesammelten guten oder bösen Taten, dem Karma, bestimmt. Die Hindus glauben daran, dass das Karma durch Buße und Rituale aufgearbeitet werden kann und dass der Verzicht auf weltliches Begehren zur Erlösung (Moksha) aus dem ewigen Kreislauf der Geburten, dem Samsara, führt.“

Wie aus dem Text jedoch hervorgeht, ist auch im Hinduismus der Mann viel wichtiger als die Frau.

Die weltliche Richtung des Hinduismus wurde ursprünglich von drei Veden geprägt, von drei Gesellschaftsklassen (Varnas), drei Lebensabschnitten (Ashramas) und den drei Zielen der Männer (Purusharthas), wobei die Ziele oder Bedürfnisse der Frauen in den alten Texten selten erwähnt werden.“

Und weiter: „Das oberste Ziel der weltlichen männlichen Hindu ist, einen Sohn zu zeugen und großzuziehen, der dann den Ahnen Opfer darbringen wird (die Shraddha-Zeremonie)“.

Wie sich dies im Leben auswirkt, ist kaum zu beschreiben. Frauen werden von ihren Männern verstümmelt und nicht einmal das Gesetz hat soviel Macht, dies zu verhindern. Grausam. Es kann nur eine Macho-Religion sein, die von Männern geschaffen worden ist, um Macht über Frauen ausüben zu können. Frauen waren und sind untergeordnete Geschöpfe, die sogar beim Tod des Mannes mit verbrannt wurden (und noch immer werden).

Mir gefällt auch die „Kasten“-Religion nicht, in der jeder in eine „Kaste“ hineingeboren wird und sich gefälligst auch dort wohl zu fühlen und sein vorher bestimmtes Schicksal zu ertragen hat:

„Das Kastensystem und die ihm zugrunde liegende Philosophie des Svadharma oder des „eigenen Dharma“ entwickelte sich innerhalb des weltlichen Hinduismus. Das Svadharma besagt, dass der Mensch geboren wird, um eine bestimmte Tätigkeit auszuüben, eine bestimmte Person zu heiraten, bestimmte Nahrung aufzunehmen und Kinder zu zeugen oder zu gebären, die dann ihrerseits in gleichem Sinn leben. Auch besagt es, dass es besser sei, sein eigenes Dharma zu erfüllen als das von anderen, auch wenn das eigene Dharma minderwertig und verwerflich sei wie jenes der Paria. Die Paria werden auch „Unberührbare“ genannt, da schon ihre bloße Anwesenheit den Hindu, der einer anderen Kaste angehört, beflecken könnte.“

Für mich ein absolutes Machtinstrument, das sehr leicht missbraucht werden kann und wohl auch wird.

Ich glaube, dass der Hinduismus im Grunde eine sehr menschliche Religion gewesen sein muss, dann jedoch im Laufe der Zeit durch männliche Propheten „Gurus“ missgestaltet wurde und dem Mann und gewisse gesellschaftliche Kreise eine unumstößliche Macht verschafft hat.

Wie auch im Buddhismus kennen der Hinduismus und andere Religionen die Wiedergeburt:

„Der Begriff Reinkarnation  (lateinisch Wiederfleischwerdung) bezeichnet die Idee, dass die menschliche Seele nach dem Tod (Exkarnation) auf dieser Erde oder anderen Existenzbereichen wieder als empfindendes Wesen geboren (inkarniert) wird. Dieses Konzept wird auch als Wiedergeburt, Seelenwanderung, Transmigration oder Metempsychose bezeichnet. Die außerkörperliche Erfahrung steht in engem Zusammenhang mit dem Begriff Reinkarnation. In einigen, aber keineswegs allen Reinkarnationslehren steht auch der Begriff des Karma damit in einem engen Zusammenhang.

Die Vorstellung eines neuen Lebens nach dem Tod ist (in Verbindung mit animistischen und/oder gnostischen Vorstellungen) in vielen Kulturen und religiösen Lehren verbreitet: im Griechenland der Antike, im römischen Kaiserkult, im Manichäismus und weiteren gnostischen Strömungen, in der jüdischen Kabbala, in der Mystik des Islam und in der modernen Esoterik. Eine systematische Reflexion erfuhr die Reinkarnationslehre vor allem aber in den östlichen Religionen Hinduismus, Jainismus und Buddhismus sowie in oft verfremdeter Art und Weise in diversen New-Age-Religionen.“

Nach meiner Meinung haben die Religionen die Wiedergeburt eingebaut, um dem Menschen deutlich zu machen, dass sein Handeln mit dem Ableben nicht beendet ist, sondern auch Folgen nach seinem Tod hat. Damit soll nicht der Spruch „Nach mir die Sintflut“ sein Leben und Handeln („Karma“) leiten, sondern immer „Du wirst für Dein Handeln irgendwann die Verantwortung tragen müssen.“

Ich glaube daher, dass es nicht tatsächlich zu einer Wiedergeburt in einem anderen Wesen kommt – obgleich meine Ex-Frau immer das Gefühl hatte, schon einmal in England gelebt zu haben – sondern die Möglichkeit, für sein Handeln belohnt oder bestraft zu werden, nie aus dem Auge verloren werden darf.

Wenn das allerdings, wie im Hinduismus dazu führt, dass die oberen Kasten glauben, dass sie deswegen reich und mächtig sind, weil sie im vorigen Leben Gutes getan haben und dies der „göttliche Lohn“ ist und die niederen Kasten selber Schuld an ihrem Dasein haben, dann finde ich dies einfach falsch.

3. 5. Islam

„Der Islam (arabisch: إسلام islām Hingabe an Gott; الإسلام al-islām der Islam) ist mit ca. 1,2 Milliarden Anhängern nach dem Christentum (ca. 2,0 Milliarden Anhänger) die zweitgrößte Religion der Welt. Seine Anhänger werden als Muslime oder (deutlich seltener und veraltet) als Mohammedaner bezeichnet. Die Bezeichnung „Mohammedaner“ wird von vielen Muslimen abgelehnt, da sie den Eindruck erweckt, Mohammed stünde vor Gott im Zentrum des islamischen Glaubens. Im Persischen ist mohammadi jedoch durchaus gebräuchlich.

In älterer Literatur finden sich für Muslime die Bezeichnungen Muselman (vom türkischen Musulman, das aus der persischen Pluralform Musliman gebildet wurde) sowie Moslem, das auf eine Transkription der persischen Vokalzeichen u als o und i als e zurückgeht.

Der Islam ist eine monotheistische Religion, die sich streng vom Polytheismus und auch von der christlichen Vorstellung von Inkarnation und Trinität abgrenzt. Er gründet sich auf dem Koran, der für Muslime das unverfälschte Wort Gottes ist. Zweite Erkenntnisquelle sind die Worte und Handlungen (Sunna) des Propheten Mohammed.

Die Entstehung des Islam

Der Religionsstifter Mohammed (arabisch: محمد: der Vielgelobte) wurde um 570 als Sohn eines Händlers in Mekka im heutigen Saudi-Arabien geboren. Nach der Überlieferung soll ihm 610 der Erzengel Gabriel erschienen sein, und ihm die ersten Verse (Ayāt) des Korans übermittelt haben. Im Verlauf der folgenden 23 Jahre soll ihm dann Vers für Vers davon offenbart worden sein.

Der Islam begreift sich als Fortsetzung göttlicher Offenbarung. Deshalb sehen sich Muslime in der Kontinuität von Judentum und dem Christentum. Mohammed wird deshalb auch als das „Siegel der Propheten“ bezeichnet. In diesem Sinne werden im Islam auch alle vorher von Gott gesandten Propheten, die in der Bibel genannt werden, als eigene Propheten verstanden. Nach islamischem Glauben ist Jesus ein Prophet, der jedoch weder am Kreuz gestorben noch auferstanden ist. Einige Personen, die im Juden- bzw. Christentum nicht als Propheten gesehen werden, werden im Islam als solche verehrt, zum Beispiel Adam.

Grundlagen des Islam

Die fünf Säulen

Die Grundsätze des Islam, die fünf Säulen, die zu erfüllen jeder Muslim verpflichtet ist, sind:

  • Das Glaubensbekenntnis Schahada (شهادة): Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer (dem einzigen) Gott und Mohammed ist der Gesandte Gottes. (s.o.) Die Schiiten fügen in der Regel noch den Satz hinzu: und Ali ist der Freund Gottes. Gemeint ist hier Ali    ibn Abi Talib.

            Im Sufismus (islamische Mystik) wird der erste Teil der Schahada auch interpretiert mit: Ich bekenne, dass es nichts außer Gott gibt            bzw. Es gibt nichts. Es gibt nur den Einen (die Einheit).

            Das Aussprechen der Schahada in ehrlicher Absicht (niya) reicht aus, um Muslim zu werden. Sie ist auch das Erste, was einem           Neugeborenem ins Ohr geflüstert wird, und der letzte Gruß an einen Sterbenden. In der heutigen islamischen Kultur verliert ein          Moslem, der den Islam verlässt, häufig seine familiären und gesellschaftlichen Bindungen, seine Rechte und Erbansprüche. In der          Rechtstheorie, in einigen Ländern auch in der Rechtspraxis, wird das Abfallen vom Islam mit dem Tode bestraft. (Siehe: ridda)

  • Das Gebet Salat (صلاة) ist religiöse Pflicht.

            Es wird zu festgelegten Zeiten verrichtet, zu denen der Muezzin ruft: in der Morgendämmerung, mittags, nachmittags, abends und         nach Einbruch der Nacht.

            Zuvor erfolgt die rituelle Reinigung (arabisch: wudu‘; persisch: âbdast) mit reinem Wasser. Sollte dieses nicht in ausreichender        Menge zu Verfügung stehen oder als Trinkreserve benötigt werden, wird symbolisch Sand oder Staub verwendet (tayammum). Das Zusammenlegen oder Nachholen von Gebeten ist unter bestimmten Bedingungen gestattet, z. B. auf Reisen. Am Freitag wird das         Mittagsgebet (Freitagsgebet) in der Gemeinschaft, meist in der Hauptmoschee der Stadt oder des Viertels, verrichtet. Es wird von der     Predigt (chutba) begleitet, deren Grundlagen der Koran und die Aussprüche des Propheten sind und die oft auch tagesaktuelle         Fragen behandelt.

            Die Erträge werden für Bedürftige, Kranke, Befreiung Gefangener, den Dschihad oder zum Aufbau religiöser Schulen verwendet. Die         Höhe variiert je nach Einkunftsart (Handel, Viehzucht, Anbau) zwischen 2,5-10 % ebenso wie die Besteuerungsgrundlage (Einkommen oder Gesamtvermögen). Zakat stellt eine der drei nach islamischem Recht erlaubten Steuerformen dar; die anderen beiden sind die Grundsteuer (Charadsch) und die Kopfsteuer (Dschizya), die von Nichtmuslimen in islamischen Gesellschaften als        Gegenleistung für ihre Duldung (siehe: Dhimmi) verlangt wird. Die Zakat ist eine fromme Handlung und religiöse Pflicht des Muslims             und kann somit nur Muslimen zu Gute kommen.

            Im Monat Ramadan, der sich jedes Jahr um 11 Tage verschiebt, wird von Beginn der Morgendämmerung – wenn man einen „weißen          von einem schwarzen Faden unterscheiden“ kann (Sure 2, Vers 187) – bis zum vollendeten Sonnenuntergang gefastet, nichts          gegessen, nichts getrunken, nicht geraucht, kein ehelicher Verkehr und Enthaltsamkeit im Verhalten geübt.

            Das Fasten wird nicht aus gesundheitlichen Gründen befolgt, sondern um Gottes Befehl während des Tages zu genügen. Insofern ist   das oft praktizierte ausgiebige Fastenbrechen bei Nacht zwar nicht unbedingt ideal, verletzt jedoch auch nicht die religiöse Pflicht. Oft      bricht man das Fasten mit einer Dattel und einem Glas Milch, wie dies der Prophet getan haben soll. Der Fastenmonat wird mit dem            Fest des Fastenbrechens (‚Īd al-fitr) beendet.

            Einmal in seinem Leben soll der Muslim die Pilgerfahrt nach Mekka antreten, um dort u. a. die heilige Kaaba siebenmal zu    umschreiten. Die Pilgerfahrt findet im letzten Mondmonat statt, und wird dann zur Pflicht für ihn, wenn er dazu in der Lage ist.        Entscheidend dafür ob die Pilgerfahrt zur Pflicht wird, sind unter anderem seine finanziellen und gesundheitlichen Lebensumstände.    Die Einschränkung der ritualrechtlichten Pflicht der Pilgerfahrt ist in Sure 3, Vers 97 begründet:

            „…und die Menschen sind Gott gegenüber verpflichtet, die Wallfahrt nach dem Haus (d. i. die Kaaba von Mekka) zu machen – soweit sie dazu eine Möglichkeit finden.“

            Die Interpretation des hier verwendeten Ausdruckes „Möglichkeit finden“ erfolgt in einem Prophetenspruch (Hadith), dessen Isnad          allerdings als „schwach“ eingestuft ist. Demnach ist der Besitz von Reiseproviant und Reittier (arabisch: al-zâd wa-‚l-râhila) die             Grundvoraussetzung für die Erfüllung dieser rituellen Pflicht.

Glaubensgrundsätze

Im Islam gibt es sechs Glaubensartikel, nämlich den Glauben an:

Erwähnt werden diese Glaubensartikel sowohl im Koran (z.B. Sure 4, Vers 136):

„Ihr Gläubigen! Glaubt an Gott und seinen Gesandten und die Schrift, die er auf seinen Gesandten herabgeschickt hat, und an die Schrift, die er schon (früher) herabgeschickt hat! Wer an Gott, seine Engel, seine Schriften, seine Gesandten und den jüngsten Tag nicht glaubt, ist (damit vom rechten Weg) weit abgeirrt.“

Auch in Hadithen, wie folgendem Ausspruch des Propheten, heißt es:

„Der Glaube besteht darin, dass du an Gott glaubst und an seine Engel, an seine Bücher, an seine Propheten und an den Jüngsten Tag, sowie an die göttliche Vorsehung des Guten und des Bösen.“

Der Islam ist eine ausgeprägt monotheistische Religion. Die christliche Vorstellung der Dreifaltigkeit wird ausdrücklich als polytheistisch abgelehnt, ebenso jede Personifizierung oder gar bildliche Darstellung Gottes. Gott wird durch seine „99 schönsten Namen“ (al-asmāʾu ʾl-usnā) beschrieben, die nur ihm alleine zustehen. Die Menschen können über Gott nur wissen, was er ihnen selbst in seiner Gnade offenbart hat. Die Definierung der Attribute Gottes anhand der Koranauslegung führte im sunnitischen Islam zur Zeit der Abbasiden vor allem in den Lehren der Mu’tazila und ihrer Gegner zu heftigen Auseinandersetzungen.

Neben der Eigenverantwortung steht die Verantwortung für andere: Jeder Muslim ist verpflichtet, zu „gebieten, was recht ist“ und zu „verbieten, was verwerflich ist: Al-amr bi’l ma’ruf wa n-nahy ‚an al-munkar الأمر بالمعروف والنهي عن المنكر) (mehrfach im Koran, z. B. in Sure 7, Vers 157).

Die Scharia

Scharia (الشريعة (Šarīʿa), eig. „der Weg zur Wasserstelle“) ist das islamische Recht. Es regelt nicht nur das Leben der Muslime durch die oben erwähnten Grundsätze, sondern auch sämtliche zwischenmenschlichen Beziehungen durch Ehe-, Kauf-, Vertrags- und Strafrecht (udūd / ʿuqūbāt), sowie die Beziehungen zu der nichtmuslimischen Welt durch das Kriegsrecht (siehe Dschihad).

Der Islam versteht sich als eine unauflösbare Einheit von Religion und Staat und von Religion und Recht. Das islamische Recht ist eine religiöse Pflichtenlehre, die das Verhalten des Einzelnen sowohl zu Gott als auch zu seinen Mitmenschen regelt und moralisch bewertet. Somit widerspricht der Islam den politischen und gesellschaftlichen Ordnungsprinzipien des Laizismus und des Pluralismus, da alle Bereiche des täglichen Lebens ausschließlich gemäß Normen des islamischen religiösen Gesetzes reguliert werden. Während im abendländischen Recht alles erlaubt ist, was das Gesetz nicht verbietet, verbietet das islamische Recht alles, was nicht gesetzlich erlaubt ist.

Im Sufismus (islamische Mystik) hat die Scharia den Stellenwert der Basis für den Weg des Gottessuchenden. Weitere Stationen sind in der Reihenfolge: Tariqa („der mystische Weg“), Haqiqa („Wahrheit“) und Ma’rifa („Erkenntnis“).“

(Quelle Internet: http://http://de.wikipedia.org/wiki/Islam)

„Mindestens 1 Milliarde Menschen bekennen sich weltweit zum Islam; er ist die zweitgrößte Weltreligion. Er geht auf Mohammed (570 bis 632 n. Chr.) zurück, der 610 n. Chr. in der Wüste bei Mekka eine Berufung zum Propheten erlebte. Weitere Offenbarungen folgten und wurden später niedergeschrieben, nämlich die Suren des Koran. Mohammed wurde vom Judentum, daneben auch von Christen geprägt, denen er auf Reisen als Händler begegnete. Er lehrte ursprünglich einen strengen Monotheismus: Es gibt nur einen Gott, Allah. Er selbst, Mohammed, wurde als „Warner“ gesandt, er hat dazu das Prophetenamt inne. Er kündigte das göttliche Gericht und die Totenauferstehung an. Daraus folgte die Mahnung, ein vor Gott richtiges Leben zu führen, Maßstäbe Mohammeds waren Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und Milde.

Der Prophet erlebte in Mekka entschiedene Gegnerschaft. Daher kam es 622 n. Chr. zur Hedschra, zur Auswanderung in die 300 km entfernte Stadt Medina. Damit beginnt die am Mondjahr orientierte islamischen Zeitrechnung. In Medina stieg Mohammed zum Herrscher auf. Er sah sich vor der Aufgabe, die verfeindeten Araberstämme zu einer Gemeinde (Umma) zusammenzuschließen. Aufgrund von Auseinandersetzungen mit dem Judentum, das Mohammed nicht als Propheten anerkannte, wurden die starken jüdischen Gemeinden vertrieben oder vernichtet. Mohammed wandte sich vom Judentum ab, es kam zur Ausbildung des Islam als eigener Religion. Nach jahrelangen Kriegen folgte 630 n. Chr. die Eroberung Mekkas und die Einigung der Araberstämme.

Durch Mohammeds Tätigkeit in Medina entstand im Islam eine enge Verbindung von Geistlichem und Weltlichem, von Religion, Staat und Gesellschaft. Mohammed gilt als „Siegel der Propheten“ und der Islam als abschließende Offenbarung für alle Völker. Mohammed starb 632 n. Chr. in Medina. Seine Nachfolge als religiöser und politischer Führer, aber nicht als Prophet, wurde durch das Kalifenamt (Khalifa bedeutet Stellvertreter) geregelt. In der Nachfolgefrage trennte sich der Islam jedoch in Sunniten, für die das Kalifat an Tradition und Lehre orientiert ist, und in Schiiten, für die es an die Blutsverwandtschaft mit dem Propheten gebunden bleibt. 1924 wurde das Kalifat unter Kemal Atatürk abgeschafft. Der Islam ist seitdem ohne zentrale Autorität.

Die Lehre des Islam

Folgende Unterschiede zum Judentum und Christentum machten den Islam zur eigenständigen Religion:

  • Abraham wurde als Urvater nicht nur der Juden (über Isaak), sondern auch der Araber (über Ismael) betrachtet. Er galt auch als Gründer der Kaaba (Heiligtum in Mekka) und wurde damit wichtiger als Mose.
  •  Mekka wurde neues Religionszentrum, Wallfahrtsheiligtum und Ziel der Gebetsrichtung (wie im Judentum Jerusalem).
  • Der Koran als Heilige Schrift stand über der Bibel.
  • Statt der drei täglichen Gebetszeiten im Judentum galten jetzt fünf.
  • Es entstand eine eigene Fastenzeit (Monat Ramadan).
  • Der Tag des Gottesdienstes wurde Freitag statt Sabbat oder Sonntag.
  • Es gab eine Armensteuer statt des jüdisch-christlichen Zehnten.

Im Zentrum islamischer Theologie steht die Einheit und Einzigkeit Allahs. Die Lehre von der Dreieinigkeit und Jesu Gottessohnschaft werden abgelehnt. Allahs Wesen wird von seiner absoluten Erhabenheit und Majestät bestimmt. Das Gottesbild orientiert sich am unumschränkt herrschenden, aber auch gnädigen Monarchen, nicht an dem des Vaters. Allah ist auch Schöpfer, wie im AT schafft er die Welt aus dem Nichts. Durch die Auferstehung der Toten wird der Mensch eine Neuschaffung erleben.

Allahs Allmacht führt zu einer souveränen Vorherbestimmung sowohl des menschlichen Schicksals als auch des menschlichen Heils oder Unheils. Die richtige Haltung des Menschen gegenüber Allah ist die Ergebung in seinen Willen: aktiv durch Gehorsam und Unterwerfung, passiv durch Hinnahme des eigenen Schicksals und durch Hingabe. Islam bedeutet wörtlich Ergebung.

Gott offenbart sich dem Menschen abschließend im Koran. Das Wort bedeutet „Lesung“, „Rezitation“. Seine 114 Suren sind „Bilder“ oder Abschnitte. Vor Mohammed sandte Allah jedem Volk der Erde seinen eigenen Boten. Daher gab es vor ihm schon 124.000 Propheten. Der Koran bringt die zusammenfassende, unverfälschte Offenbarung Allahs. Er ist in jedem Wort Allahs Offenbarung, im Himmel aufgezeichnet und Mohammed zur Weitergabe mitgeteilt. Die Sunna (Tradition, Überlieferung) ergänzt den Koran durch weitere Aussprüche Mohammeds und durch Erzählungen. Am Jüngsten Tag findet eine allgemeine Totenauferweckung statt. Allah hält Gericht über die Menschen aufgrund ihrer Werke, die er auf seiner Waage bewertet. Er bestimmt jeden Menschen zu Himmel oder Hölle. Diese Orte der Ewigkeit werden im Islam recht irdisch gedacht, das Paradies als Fortsetzung der Wonnen des Lebens, die Hölle als Ort der Qual. Die islamische Frömmigkeit: rechtgeleitete Selbstauslieferung

Für die islamische Frömmigkeit steht der Gedanke an den Gehorsam gegen Gottes Willen, und der Gedanke an Gottes Gericht im Mittelpunkt des Lebens. Sünde ist eine Unvollkommenheit, die überwunden werden kann. Der Mensch muss und kann durch Erfüllung des Gotteswillens sein Heil schaffen. Dabei gilt es als größte Sünde, wenn Menschen sich auf etwas anderes als auf Gott verlassen. Allah vergibt großzügig dem, der bereut. Er hat dem Menschen im Koran die Kenntnis seiner heilsamen Lebensordnung gegeben, aber auch die Weisungen, die er braucht, um das Leben nach Gottes Willen zu gestalten. Darin besteht Gottes Erbarmen, dass er den Menschen diese „Rechtleitung“ offenbarte.

Die fünf Säulen der islamischen Frömmigkeit sind

  • Das Glaubensbekenntnis „Es ist kein Gott außer Allah, und Mohammed ist der Gesandte Allahs“. Es ist zugleich Übertrittsformel zum Islam.
  •  Das Pflichtgebet in Richtung Mekka, das fünfmal täglich vorgeschrieben ist (vor Sonnenaufgang; Mittag; Nachmittag; nach Sonnenuntergang; bei Einbruch der Nacht). Unter bestimmten Bedingungen kommt die Waschung dazu, nämlich an einem reinen Ort (in der Moschee, auf einem Gebetsteppich). Das Freitagmittaggebet bildet den Wochengottesdienst in der Moschee. Es gilt Teilnahmepflicht; sonst ist aber keine Arbeitsruhe vorgeschrieben.
  • Die Armensteuer ist einmal jährlich je nach dem Einkommen zu entrichten.
  • Das Fasten im Monat Ramadan wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang eingehalten, keinerlei Speise und Trank und keine sexuellen Handlungen sind erlaubt. Im Übrigen sind Alkohol und Schweinefleisch immer verboten.
  • Die Wallfahrt nach Mekka soll nach Möglichkeit einmal im Leben stattfinden.

(Quelle: aus dem Internet unter: http://www.weltreligionen.de/01_christen.htm)

Das Symbol des Islams ist die Mondsichel mit einem Stern.

Meine persönliche Meinung:

Für mich ist auch der Islam eine absolute Macht-Religion. Mohammed hat das Juden- und Christentum studiert und daraus den Islam geschaffen. Es ist somit nicht nur eine der jüngsten Religionen, sondern auch die wohl unliberalste überhaupt. Wer vom Islam abfällt, wird mit dem Tode bestraft (erlebten wir im März 2006 gerade mit dem Fall Rahman in Afghanistan). Damit wird eine Machtkonstellation aufgebaut, bei dem der Herrscher unangreifbar ist und tun und lassen kann, was er will. Da sich im Islam im Laufe der Jahrhunderte viele verschiedene Zweige entwickelt hat (Sunniten, Schiiten, Taliban etc.), von denen jede glaubt, den richtigen Weg zu gehen, hat es seit Beginn des Islam Machtkämpfe und somit Kriege zwischen den einzelnen Glaubensrichtungen gegeben, die heute noch andauern.

Der Islam ist auch eine Macho-Religion wie viele andere auch. Die Frau ist nur für den Haushalt und zum Gebären der Kinder (am liebsten Jungen) zuständig und hat sich gefälligst in der Öffentlichkeit unkenntlich zu machen, damit nicht jemand anders auf die Idee kommen könnte, sich in sie zu verlieben. Das ursprünglich als Schutz der Frau vor den gierigen Blicken anderer Männer gedachte Kopftuch ist wie bei allen „Beschützern“ zur Unterdrückung geworden. Dazu die Sure 33:

„Sure 33, Vers 59

O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunter ziehen. Das bewirkt eher, dass sie erkannt werden und dass sie nicht belästigt werden. Und Gott ist voller Vergebung und barmherzig.“

Es gibt nur Gläubige oder Ungläubige, die bekämpft werden müssen. Heilige Kriege (Dschihad) sind heutzutage an der Tagesordnung und die Mullahs missbrauchen ihre Macht in unbeschreiblichem Ausmaß durch die Verdummung und gnadenlose Indoktrinierung der Massen.

Der Islam befindet sich heute in einer Phase wie das Christentum zur zeit der „Kreuzzüge“. Dazu lesen wir im Internet bei Wikipedia:

„Die Kreuzzüge der christlichen Völker des Abendlands waren religiös und wirtschaftlich motivierte Kriege, die ursprünglich der Befreiung Jerusalems und des Heiligen Landes Palästina aus der Hand der Ungläubigen dienen sollten, nachdem die Muslime unter dem Kalifen al-Hakim die Grabeskirche zerstört hatten. Sie wurden nach kurzer Zeit aber auch zur reinen Machtpolitik genutzt, insbesondere gegen das Byzantinische Reich. Schon bald wurde der Begriff Kreuzzug nicht nur auf Kriege gegen Nichtchristen anderer Länder ausgeweitet, sondern auch gegen von der Kirche als Ketzer betrachtete Menschen (siehe Albigenser), was dem Papsttum eine starke politische Waffe in die Hände gab – wobei der religiöse Aspekt, besonders bei den Kreuzzügen in den Osten, trotzdem nicht unterschätzt werden darf. So waren nach der Einnahme Jerusalems im Jahre 1099 nach Christus die Gefallenen als Märtyrer gefeiert worden.

Bereits vor dem Aufruf zum Kreuzzug zur Befreiung Jerusalems hatte die Katholische Kirche damit begonnen, Kriegszüge zu stärken. So wurden, z.B. im Rahmen der Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer, geweihte Fahnen an diesen übersandt, welche ihn im Kampf stärken sollten. Dieses gilt im allgemeinen als erstes historisches Ereignis, an welchem die katholische Lehre beginnt, Kriegszüge dogmatisch zu stärken und zu rechtfertigen.

Ein Kreuzzug war zugleich Bußgang und Kriegszug, der nach Auffassung der (nicht orthodoxen, katholisch christlichen) Zeitgenossen direkt von Gott durch das Wort des Papstes verkündet wurde. Dabei legten die Teilnehmer ein rechtsverbindliches Gelübde ab, ähnlich wie bei einer Pilgerfahrt. Die Kreuzzüge waren sehr populär, was auch die große Teilnehmerzahl und die fast nicht vorhandene christliche Kritik daran erklärt. Zudem muss beachtet werden, dass die offiziell verkündeten Kreuzzüge (darunter fallen beispielsweise nicht die Abwehrkämpfe der Kreuzfahrerstaaten im Outremer) als Angelegenheit der gesamten abendländisch-katholischen Christenheit begriffen wurden und die Kreuzfahrerheere daher in der Regel aus Rittern aus ganz Europa bestanden.

Grundlage für die Kreuzzüge war aus christlicher Sicht der Gedanke des „gerechten Krieges“ (lat.bellum iustum), wie er von Augustinus von Hippo vertreten worden war. Dies bedeutete später, dass der „gottgefällige Krieg“ nur von einer rechtmäßigen Autorität verkündet werden konnte (wie dem Papst), es musste ein gerechter Kriegsgrund vorliegen (wie die ungerechte Behandlung von Gläubigen) und schließlich musste der Krieg für gute Absichten (wie der göttlichen Liebe) geführt werden.“

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzz%C3%BCge

Kommt mir alles sehr bekannt vor, wenn ich an die Taliban und an den Dschihad denke und zusehen muss, was im vorderen und hinteren Orient heutzutage alles passiert. Schrecklich!

3. 6. Judentum

Zunächstwieder aus dem Internet:

„Das Judentum ist eine ethnische und religiöse Gemeinschaft, es ist die älteste bestehende monotheistische Religion. Das Judentum ist die Mutterreligion des Christentums und des Islams.
Nach einer Zählung aus dem Jahr 1988 leben insgesamt etwa 14,9 Millionen Juden, davon 6,9 Millionen in den USA, 2,8 Millionen in der ehemaligen UdSSR, 520.000 in Frankreich, 545.000 in Argentinien, 610.000 in Großbritannien, rund 325.000 in Kanada und in Israel etwa 3,2 Millionen. Die Anzahl der Juden in Deutschland ist verschwindend klein. Religion und Kultur des Judentums sind in hohem Maß durch die Zerstreuung des jüdischen Volkes und die dadurch bedingten Minderheitensituationen unter wechselnden örtlichen und zeitlichen Bedingungen bestimmt.
Nach traditionellem bis zur Aufklärung vorherrschendem Selbstverständnis besteht das Judentum in der Nachkommenschaft Abrahams über Isaak Jakob und dessen zwölf Söhne. Ein Jude ist, wer von einer jüdischen Mutter abstammt oder zum Judentum übergetreten ist. Es kommt häufig vor, dass das Judentum als Religion allein dargestellt wird und die Nationalität, wenn auch nicht völlig, in den Hintergrund gestellt wird.
Im 19. Jahrhundert gewann die Bezeichnung Jude dadurch, dass man sie „rassisch“ verstand, einen meist antisemitisch gefärbten neuen Aspekt. In der Folge wurden viele, die der Tradition nach nicht mehr als Juden hätten gelten können, als Juden bezeichnet.
Dies und das Auseinanderbrechen der traditionellen Einheit zwischen Volks- und Religionszugehörigkeit schufen die heutige Unsicherheit und Meinungsvielfalt in Bezug auf die Definitionen „Jude“ und „Judentum“.
Die Jüdische Tradition erhebt den Anspruch, dass der einzige wahre Gott (Monotheismus) und Schöpfer derWelt Abraham und dessen Nachkommenschaft dazu erwählte, den Glauben an den einen Gott in der Welt zu bekennen und den offenbarten Willen Gottes vollkommen zu verwirklichen.
Zeichen dieses Willens ist die Beschneidung. Dieser Gotteswille sei den Nachkommen Abrahams durch Moses am Berg Sinai in der „Thora“ (Lehre/Gesetz) offenbart worden.

Um den Glauben zu schützen entstand eine radikale religiöse und soziale Abgrenzung vor der Umwelt. Diese wird durch zahlreiche Vorschriften und Bräuche garantiert, vor allem durch Speisevorschriften, die eine Tischgemeinschaft mit Nichtjuden weitgehend ausschließen, ferner durch Bräuche wie Beschneidung oder Sabbatfeier und durch eine streng geregelte Lebensweise.
Für das Judentum war diese Abgrenzung schicksalsbestimmend. Sie hat in der Umwelt immer wieder heftige Anfeindungen ausgelöst.

Diese Problematik der jüdischen Existenz forderte den Einzelnen wie die jüdische Gemeinschaft zu ungewöhnlichen Leistungen heraus.
Im Mittelpunkt der Religiosität steht weniger das persönliche Heil, als der Beitrag des einzelnen zur Erfüllung des Erwählungsauftrags beziehungsweise zur Verwirklichung der Gottesherrschaft.

Von der hellenistischen Zeit an gab es aber auch freilich die Vorstellung von der unsterblichen Seele und somit die Frage nach ihrem Schicksal nach dem Tod bis zur Hoffnung auf Auferstehung des Leibes im Zusammenhang mit dem „Jüngsten Gericht“. Doch kam dem nur begrenzte Bedeutung zu im Gegensatz zum Christentum.

Zentrum der jüdischen Ortsgemeinde ist in der Regel die Synagoge. Die Gemeindeleitung obliegt einem Kreis von Wohlhabenden Mitgliedern und nicht, wie häufig angenommen, dem Rabbiner. Dieser fungiert auch nicht speziell als Seelsorger, sondern als Lehrer des religiösen Rechts und als Richter.

Der jüdische Gottesdienst findet abends, morgens und am späten Nachmittag statt und wird durch den Vorbeter geleitet, dem die Gemeinde nachspricht. Erst im 19. Jahrhundert kamen Chöre und teilweise die Verwendung der Orgel auf. Kernstücke des häuslichen Gottesdienstes sind die Stammgebete und Psalmen. Das traditionelle tägliche Gebetspensum wird in den Gottesdienstordnungen für Sabbat und Festtage noch weit überboten (z. B. Neujahr, Versöhnungstage, Passah, Wochenfest) noch weit überboten.
Erst im Reform-Jundentum des 19. / 20. Jahrhunderts setzt eine dem modernen Christentum gleiche Entwicklung zum Gottesdienst als eine gesonderte religiöse Veranstaltung in Abhebung vom Alltag ein.“

(Quelle: http://www.weltreligionen.de/01_christen.htm)

Das jüdische Symbol ist der Davidstern

„Interpretation des Symbols

Da Zweck und Verwendung des Hexagrammes variieren, variiert auch die Deutung dieses Symbols. Zum Beispiel wird der Davidstern als symbolische Darstellung der Beziehung zwischen Menschen und Gott interpretiert: Der Mensch hat sein Leben von Gott erhalten (nach unten weisendes Dreieck), und der Mensch wird zu Gott zurückkehren (nach oben weisendes Dreieck).

 (Quelle Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Davidstern)

Meine persönliche Meinung:

Als Deutscher muss ich mit meinen Äußerungen vorsichtig sein, denn sie könnten leicht missverstanden und ich in eine braune Schublade gesteckt werden. Daher möchte ich mich auf wenige Sätze beschränken.

Auch die jüdische Religion wird von Männern dominiert. Sie kann keineswegs als liberal bezeichnet werden, wenn sie nicht einmal erlaubt, dass Juden nicht mit Nichtjuden an einem Tisch speisen dürfen. Auch hier wird zwischen Gläubigen und Ungläubigen unterschieden.

Da die Gemeindeleitung nur Wohlhabenden und nicht den Rabbinern obliegt, ist das Streben nach Wohlstand und somit Einfluss = Macht automatisch oberstes Ziel eines Juden. Wer nichts hat, ist auch gesellschaftlich ein Nichts. Das führt zu Neid und Missgunst auf der ganzen Welt.

Das „auserwählte Volk Gottes“ hat es somit in aller Welt schwer, mit anderen Menschen auszukommen. Wer glaubt, über allen Anderen zu stehen, ja, die Elite sein will, muss sich nicht wundern, auf der Welt nicht viele Freunde zu haben.

Sie üben weltweit eine ungeheure Macht aus. Wenn alleine in den USA – siehe obiger Wikipedia-Text – nahezu 7 Mio. Juden leben – das ist fast die Hälfte aller Juden – dann kann man nachvollziehen, dass kein Präsident der USA es sich leisten kann, Israel nicht zu unterstützen.

Was hat das noch mit Religion als „Grundgesetz zum Leben und friedlichen Zusammenleben der Menschheit“ zu tun?

Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die Behauptung, das „auserwählte Volk Gottes“ zu sein, Adolf Hitler dazu provoziert hat, die „arische Rasse“ als die „auserwählte Rasse“ herauszustellen. Da es aber nicht zwei auserwählte Rassen geben kann, kam es zum Holocaust und zur Vernichtung der „Untermenschen“. Da das Judentum von Haus aus friedliebend ist und alles über den Geist und wohl auch über finanziellen Einfluss lösen möchte, kam kein Widerstand auf. So haben sich die Juden wie Opfer zur Schlachtbank führen lassen, obgleich sie gewusst oder zumindest geahnt haben könnten, was mir ihnen passieren würde.

3. 7.  Schintoismus

Wieder zunächst das Internet:

„Shinto ist die älteste Religion Japans. Diese Bezeichnung (wörtl. „Weg der kami“) stammt ursprünglich aus dem Chinesischen und kam erst im 6. Jh. auf, als man die einheimische Religion gegen den vordringenden Buddhismus (butsudo, „Weg des Buddha“) abzugrenzen versuchte.
Kami wird häufig mit „Gott“ oder „Gottheit“ übersetzt, aber eigentlich bezeichnet es all das, was bei den Menschen Ehrfurcht hervorruft, was geheimnisvoll und übernatürlich ist. Dazu zählen sowohl Götter, Geister, Naturelemente wie z.B. Sonne, Berge (insbesondere der Berg Fuji), Steine oder Wind, aber auch Ahnen oder herausragende Persönlichkeiten. Die Zahl der kami ist unendlich und wächst auch weiterhin (so wurde beispielsweise Robert Koch, der Entdecker des Tuberkelbazillus, in den Kreis der kami aufgenommen). Oft genügt schon ein landschaftlich schöner Platz zwischen Felsen oder unter Bäumen zur Anbetung.
Die ursprünglichen Kultanlagen bestanden nur aus einem markierten Quadrat, um den heiligen Bezirk einzugrenzen. Später entstanden Gebäude bzw. Schreine zur Aufbewahrung von Kultgegenständen; diese waren in erster Linie Objekte, welche die Gegenwart des kami symbolisierte. Den Eingang zu diesen heiligen Bezirken kennzeichnen auch heute noch die Schreintore, die sogenannten torii, die in ihrer einfachsten Form aus zwei Pfeilern und zwei darübergelegten Querbalken bestehen.
Shinto besitzt eine äußerst positive Grundeinstellung. Der Mensch ist von Natur aus gut, alles Übel wird durch böse Geister verursacht. Sinn und Zweck vieler Rituale ist es, diese bösen Geister milde zu stimmen – durch Reinigung, Opfergaben und Gebet. Durchgeführt werden die Rituale von Priestern, die auch verheiratet sein können und nur lose organisiert sind.

Shinto hat keinen Gründer und streng genommen auch keinen heiligen Kanon. Es gibt allerdings einige Schriften, wie z.B. das Kojiki und das Nihonshoki (auch: Nihongi), die einen hohen Stellenwert im Shinto einnehmen, da in ihnen ein großer Teil der Legenden und des religiösen Lebens im alten Japan aufgezeichnet sind.
Eine dieser Legenden beschreibt die Entstehung Japans durch das Götterpaar Izanagi und Izanami, die sowahl die japanischen Inseln als auch diverse Gottheiten gebaren, unter ihnen die Sonnengöttin Amaterasu. Ihr Urenkel war der sagenhafte erste Kaiser Jimmu, als dessen direkte Nachkommen sich die japanischen Kaiser bis heute bezeichnen. Über diesen Mythos war der Shinto während der verschiedenen Epochen der japanischen Geschichte mehr oder weniger stark mit Staat und Kaiserhaus verbunden. Seit 1945 jedoch sind in Japan Staat und Religion offiziell voneinander getrennt.

Von der Regierung wurde der Shinto ursprünglich in drei Kategorien aufgeteilt: Schrein-Shinto, Sekten-Shinto und volkstümlicher Shinto. Streng wissenschaftlich gesehen sind diese Kategorien nicht haltbar, da die Übergänge z.B. zwischen Schrein- und volkstümlichen Shinto fließend sind und die Gruppen des Sekten-Shinto sich selbst im Allgemeinen als dem Shinto nicht zugehörig bezeichnen. Zum besseren Verständnis sollen sie hier jedoch aufgeführt werden:
Der Schrein-Shinto bildet die älteste und größte der Gruppen. Er ist streng organisiert und zählt ca. 80.000 Schreine zu seinen Mitgliedern. Aus den nationalen Formen des Schrein-Shinto entwickelte sich bis 1945 der Staats-Shinto in engster Verbindung mit dem Shinto des Kaiserhauses. Der Tenno wurde als Nachfahre der Sonnengöttin Amaterasu gefeiert und die Loyalität ihm gegenüber galt zugleich als Loyalität gegenüber den kami.
Der Sekten-Shinto umfasst heute 13 anerkannte Gruppen und unzählige Untergruppen, die seit dem 19. Jh. entstanden sind. Jede Gruppe hat ihren eigenen Glauben und ihre eigene Doktrin. Sie wurden zumeist in Krisenzeiten von einem charismatischen Führer begründet und betonen vielfach die Anbetung einer bestimmten Zentralgottheit.
Der volkstümliche Shinto bezeichnet die Volksreligion vor allem in ländlichen Gebieten. Hier handelt es sich besonders um Rituale zur Dämonenabwehr und um Fruchtbarkeitszauber, um Naturphänomene und den Jahreszeitenwechsel im Zusammenhang mit den Vegetationszyklen.

Wollte der Shinto sich ursprünglich vom Buddhismus abgrenzen, so ist man mittlerweile zu einem harmonischen Neben- und Miteinander gelangt. Während die Buddhisten die kami als Manifestationen des Buddha ansehen, ist für die Anhänger des Shinto der Buddha umgekehrt ein weiterer kami. Oft findet man buddhistische Tempel neben oder in Shinto-Schreinen, und buddhistische Mönche nehmen häufig an großen Shinto-Festen teil. Viele Anhänger des Shinto gehören gleichzeitig dem Buddhismus an. Hochzeitszeremonien werden großteils nach Shinto-Praktiken abgehalten, Begräbniszeremonien dagegen mit buddhistischen Ritualen, da der Tod im Shinto als etwas Schlechtes angesehen wird.
Shinto besitzt keine eigene ausgearbeitete Ethik, stattdessen übernahm man im Laufe der Zeit den Kodex der Konfuzianer. Wert legt man vor allem auf innere Reinheit und Lauterkeit (makoto), Harmonie und Einklang mit der Natur.

Im Shinto gibt es keinen regelmäßigen Gottesdienst, ein großer Teil des religiösen Lebens ist Privatsache. Allerdings werden häufig Feste (matsuri) gefeiert und Prozessionen abgehalten, welche die Gläubigen zusammenbringen. Neben den großen Jahreszeitenfestlichkeiten gibt es viele kleinere Feiern zu Ehren eines bestimmten kami oder zur Erinnerung an besondere Jahrestage wie der Gründung des jeweiligen Schreins.
Man verehrt die kami allerdings nicht nur an Schreinen, sondern ebenso zu Hause, indem man z.B. Räucherstäbchen oder auch Essen vor einem kleinen Hausschrein darbringt.

Auch heute noch ist Shinto eng mit dem sozialen und kulturellen Leben der Japaner verbunden, nicht nur privat, sondern auch öffentlich: z.B. bei der Begleitung von Bauvorhaben, Fabrikeinweihungen oder Schiffstaufen mit traditionellen Zeremonien.“

Quelle: http://web.uni-marburg.de/relsamm/Blindenversion/shintoismus-blind.htm

Meine persönliche Meinung:

Gut finde ich, dass im Schintoismus die Grundeinstellung ist, dass alle Menschen von Natur aus gut sind. Ich finde auch, dass er sehr liberal ist und mit dem Buddhismus in gutem Einklang lebt, obgleich er einmal als Konkurrenz gegründet worden ist.

Sehr gut gefällt mir, dass er auf „innere Reinheit und Lauterkeit (makoto), Harmonie und Einklang mit der Natur“ großen Wert legt.

Ich habe allerdings auch bei dieser Religion das Problem, dass die Frau immer nur die Untergebene des Mannes ist.

Die japanischen Kaiser haben sich zu Nachfolgern der Sonnengöttin Amaterasu gemacht und sind daher oberste Repräsentanten der Religion und somit der Kirche. Damit können und konnten sie machen, was sie wollten, was sie ja auch getan haben. Somit eine hervorragende Ausnutzung der Religion zur Machtausübung.

Aus diesen Gründen bin ich beim Schintoismus gespaltener Meinung. Den Glaubensgrundsatz finde ich gut, die Praxis nicht so überzeugend.

3. 8. Chinesische Religion

Ich weiß nicht, ob man von einer chinesischen Religion sprechen kann, sondern eher von verschiedenen Mythologien, die dann von Philosophen wie Konfuzius zu Lehren formuliert worden sind.

Daher auch hier zunächst aus dem Internet:

„Die chinesische Mythologie reicht bis in die Zeit der Shang-Dynastie (ca. 1700 v. Chr.1100 v. Chr.) zurück, liegt in schriftlicher Form jedoch erst in der klassischen Zeit Chinas, zur Zeit des Konfuzius vor. Von den legendären Vorzeiten der archaischen chinesischen Mythologie, der mythischen Xia-Dynastie und der Shang-Dynastie zeugen nur Bruchstücke literarischer Fassungen, die von späteren Gelehrten der östlichen Zhou-Dynastie (722 v. Chr.221 v. Chr.) bearbeitet wurden. Diese rationalisierten und historisierten die Texte. Da die Mythen von den Gelehrten dazu benutzt wurden, um ihre Werke zu illustrieren und dabei ihre eigenen Standpunkte auszudrücken, wurden so die alten Mythen teilweise stark verändert und liegen oft in unterschiedlichen Fassungen vor.

Die frühesten Schichten mythischer Überlieferung lassen sich in Texten wie dem Shanhaijing (Klassiker von den Bergen und Meeren ca. 300 v. Chr.- ca. 100), den Chuci (Gesänge aus Chu) und dem Shenyijing (Buch der Geister und Wunder) finden.

Auffällig an der überlieferten chinesischen Mythologie ist dabei, daß sich nur Bruchstücke von Weltschöpfungsmythen, die in anderen Mythologien ein zentrales Element darstellen, finden lassen und daß eine Tendenz besteht, mythische Gestalten als historisch darzustellen, so daß in der chinesischen Mythologie viele Mythen über die Kulturbringer zu finden sind.

Die ältesten dieser Gestalten sind die drei Erhabenen (San Huang) Fu Xi, Nü Gua und Shennong, die als Gründer der Kultur betrachtet werden. Ihnen folgen die chinesischen Urkaiser, von denen Huangdi, der gelbe Kaiser als der Wichtigste gilt. Auch einige daoistische Gottheiten wie Xiwangmu lassen sich bereits für die Shang-Zeit nachweisen.

Eine Gestalt, die in vielen Werken erwähnt wird, ist Yi der Bogenschütze, der mit seinen Pfeilen 9 der 10 unheilbringenden Sonnen zerschoss. Seine Gattin war die Mutter der 10 Monde und diese stahl ihm das Elixier der Unsterblichkeit, das ihm Xiwangmu, die Göttin der Unsterblichkeit anvertraut hatte und floh auf den Mond wo sie blieb. Ein anderer zentraler Mythos ist der des Kaisers Yu, des mythischen Begründers der Xia-Dynastie, der die große Flut besiegte.

Neben den weisen Herrschern und Helden erscheinen in der chinesischen Mythologie auch eine Fülle von Ungeheuern und Unheilstiftern, die die Weltordnung bedrohen und Krieg, Dürre und Chaos bringen.

Andere herausragende Motive der chinesischen Mythologie sind die wundersame Geburt, göttliche Wunder, himmlische Strafen und Verwandlungen.

Göttinnen spielen in der chinesischen Mythologie, mit einigen Ausnahmen, eine nicht so große Rolle wie die männlichen Gestalten, jedoch erscheinen in den ältesten mythischen Texten Fluss- und Berggöttinnen und die Göttinnen, die in den klassischen Texten erwähnt werden, haben oft eine mythisch signifikantere Rolle als die männlichen Gestalten.

Die chinesische Mythologie ist sehr umfassend und ihre Ursprünge werden mit Schamanismus und Ahnenkult in Verbindung gebracht und der Daoismus überlieferte zahlreiche Mythen, die bis an die Anfänge der chinesischen Kultur weisen, aber auch in der Literatur Chinas gab es einen reichhaltigen Fundus von Motiven und Topoi, die immer wieder aufgegriffen wurden.

Viele dieser Stoffe und Motive finden sich auch in den reichhaltigen Volkssagen, Legenden und Märchen. Eine beliebte und typisch chinesische Figur ist z.B. der Drache und eine andere die gefährliche Fuchsfee, eine Füchsin, die sich oft in eine mit magischen Kräften begabte schöne Frau verwandelt. Eine typisch chinesische Erscheinung sind auch die Legenden über die Unsterblichen.“

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Chinesische_Mythologie

Konfuzius

 
 

Kŏng Zĭ (chin. 孔子, transkripiert: Kong Tse; Wade-Giles: K’ung-tzû, „Meister Kong“, eingedeutscht Konfuzius (aus 孔夫子 Kŏng Fū Zĭ, der höflicheren Anrede) war ein chinesischer Philosoph und Begründer des Konfuzianismus. Er lebte vermutlich von 551 v. Chr. bis 479 v. Chr.. Er wurde unter dem Namen Kong Qiu (Wade-Giles: K’ung Ch’iu) in der Stadt Qufu im chinesischen Staat Lu (in der heutigen Provinz Shandong) geboren.

Die Familie Kong besteht weiterhin in gerader Linie und dürfte damit eine der ältesten nachgewiesenen Familien der Welt sein. Ein Nachfahre der 75. Generation lebt heute in Taiwan.

Konfuzius gründete eine Schule für Philosophie. Der zentrale Wert seiner Lehren war die Ordnung, die seiner Meinung nach durch Achtung vor anderen Menschen und Ahnenverehrung erreichbar sei. Im Mittelpunkt seines Denkens stand der „Edle“ (君子 junzi), ein moralisch einwandfreier Mensch. Der Gedanke der Harmonie spielt eine bedeutende Rolle in seiner Weltanschauung: „Den Angelpunkt zu finden, der unser sittliches Wesen mit der allumfassenden Ordnung, der zentralen Harmonie vereint“, sah Konfuzius als das höchste menschliche Ziel an. „Harmonie und Mitte, Gleichmut und Gleichgewicht“ seien das Ziel.“

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Konfuzius

Meine Meinung dazu:

Chinesische Weisheiten gelten auch heute – oder gerade wieder neu entdeckt – zu den ältesten und nachahmenswertesten Lebensweisheiten. Dies wirkt sich nicht zuletzt in Feng Shui oder in der Akupunktur aus. Konfuzius und andere Philosophen waren, wie Sokrates und Platon im alten Griechenland, weise Männer, die das Wissen um das Zusammenleben der Menschheit in Regeln gefasst haben.

Die chinesischen Dynastien haben diese Lehren genutzt, um ihre Macht zu festigen, doch sind sie letztlich alle – nicht zuletzt „dank“ Mao – untergegangen. Die Lehren haben jedoch überstanden, da sie eine nahezu ähnliche Grundsatzbedeutung haben, wie die Mathematik.

Da die chinesische „Religion“ nicht in einer oder mehreren Kirchen manifestiert wird, ist sie heute auch kein Machtinstrument. Das macht sie mir sympathisch.

  1. Ägyptische Religion

Alle vorgenannten Religionen sind offenbar jünger als die des alten Ägypten, obgleich man das genaue Alter vieler Religionen gar nicht mehr genau ermitteln kann.

Sehen wir uns daher an, was Wikipedia über Altägypten schreibt:

„Altägypten
Die Religion Altägyptens weist eine 3000jährige Geschichte auf. Es handelt sich um eine Reichs-Religion ohne Missionierungsbestrebungen, d.h. die ägyptischen Götter wurden zunächst nur im Land der Pharaonen verehrt. Erst unter römischer Herrschaft, als die Blütezeit der Pharaonenherrschaft längst vorüber war, wurden bestimmte Götter-Kulte (z.B. Isis-Kult) über die Grenzen Alt-Ägyptens hinaus weiter verbreitet. Alle religiösen Handlungen sind im Kult verankert. Die Götter wurden in heiligen Handlungen vergegenwärtigt und das Wort hatte – anders als in Buchreligionen – nur eine dienende Rolle, z.B. in Ritualtexten oder dem ägyptischen Totenbuch.
Eine wichtige Rolle spielte der Pharao als „Gottkönig auf Erden“. Er wurde gleichermaßen menschlich wie göttlich betrachtet und hatte daher Mittlerfunktion zwischen der Welt der Götter und Menschen. Seine Aufgabe war es „Maat“ aufrecht zu erhalten. „Maat“ bedeutet ‚Weltordnung‘ und gleichzeitig trägt die Göttin der Gerechtigkeit diesen Namen.
Das auffälligste Merkmal der altägyptischen Götter ist, dass sie häufig als Menschen mit Tierkopf dargestellt werden. Beispiele dafür sind der Schöpfergott Amun mit Stierkopf oder der Gott Horus mit Falkenkopf. Diese Gestalt sollte zum einen dazu dienen, den dargestellten Gott für lese-unkundige Ägypter eindeutig darzustellen, andererseits handelt es sich bei den zugeordneten Tieren um Attribute des Gottes (z.B. Amun – Stier, Gans; Horus – Falke; Isis – Kuh). Diese Attribute sind aus den sehr verschiedenen religiösen Bedürfnissen der Menschen, ihrer sozialen Stellung und wirtschaftlichen Aktivitäten hervorgegangen (Jäger, Ackerbauern, Handwerker, Unter-, Oberschicht).“

(Quelle: http://web.uni-marburg.de/relsamm/Blindenversion/aegypten-blind.htm)

Meine Meinung dazu ist:

Die Ägypter haben es verstanden, die Religion und ihre Führer eng zu verknüpfen und damit eine unendliche Machtfülle in den jeweiligen Pharaonen zu vereinigen, die sich alle als Götter haben feiern lassen. Sie haben die Religion zur eigenen Macht und Denkmalsetzung missbraucht, denn es gibt nach meiner Kenntnis keine andere Kultur, die so viele und gewaltige Grabdenkmäler geschaffen hat.

Was ich davon halte, können Sie sich denken.

Kommen wir schließlich und endlich zu den wohl ältesten Religionen, denen aus Altamerika, und lesen zunächst, was das Internet dazu schreibt:

3. 10. Amerikanische Religion

„Altamerika
Im Folgenden wird es um Hochkulturen des Alten Amerika, in besonderer Weise um die Maya, Azteken und Inka gehen. Wenn hier von Altamerika die Rede ist, dann bezieht sich dieser Begriff auf Mesoamerika, Zentralamerika und das Andengebiet.

Olmeken, Maya, Azteken

Mesoamerika ist das Verbreitungsgebiet der mittelamerikanischen Hochkulturen, der Olmeken, Maya (im Gebiet des heutigen Yucatan, Guatemala, Honduras und El Salvador), Azteken (heutiges Mexico) u.a.. Diese Kulturen besitzen einige herausragende Gemeinsamkeiten:
Es handelt sich um komplexe Gesellschaften auf der Basis von Bodenbau, die in einigen Fällen staatliche Herrschaftsstrukturen entwickelten. Kennzeichnend sind ausgedehnte zeremonielle Zentren oder gar Städte mit aufwendigen Bauten, unter denen Pyramiden, Paläste und Ballspielplätze die Aufmerksamkeit auf sich ziehen (z.B. Teotihuacan, Tenochtitlan, Tikal usw.).
In der Religionskundlichen Sammlung stehen stellvertretend zwei Tempelmodelle zur Besichtigung, das Modell des Jaguartempels von Chichen Itza / Yucatan (Maya) und das des Zentralheiligtums von Xochicalco / Mexico. Kalenderwesen, Malerei, Kunsthandwerk (Bearbeitung von Stein, Keramik, Holz, Textilien) sind hoch entwickelt, in einigen Fällen auch die Schrift. Metallverarbeitung gibt es jedoch erst in der hochkulturellen Schlussphase.
Die Olmeken werden in der Literatur auch als Mutterkultur dieser Region bezeichnet und sind zeitlich am frühesten einzuordnen, nämlich von ca. 1700 v.Chr. bis 200 n.Chr.
Die Maya siedeln sich um 1100 v.Chr. im Copan-Tal an, ihre Blütezeit beginnt jedoch erst um ca. 400 n. Chr. Der Niedergang ihrer Kultur erfolgt schleichend um 800 n.Chr., doch erst um 1697 wird das letzte unabhängige Maya- Reich (Tayasal) von den Spaniern unterworfen.
Die Azteken siedeln sich um 1215 im Hochtal von Mexico an und gründen 1370 ihre Hauptstadt Tenochtitlan. Nach kurzer Blütezeit wird jedoch auch das aztekische Reich von den Spaniern erobert. 1325 bricht der aztekische Widerstand.
Aufgrund einer gemeinsamen olmekischen Ursprungskultur ist die Religion der Maya und Azteken recht ähnlich.
Das Universum wurde von beiden in drei Hauptebenen eingeteilt, die Überwelt (Himmel) mit 13 Schichten, die Mittelwelt (Erde), viergeteilt oder als viereckige Platte und Unterwelt mit neun Schichten. Außerdem stand im Zentrum kosmologischer Spekulationen sowohl der Maya als auch der Azteken die Überwindung des uranfänglichen Chaos, das periodisch wiederkehren kann. Doch während die Maya ein hohes Bewusstsein für Vergänglichkeit hatten und ihnen die Götter und die Zeit als stabilisierende Faktoren galten, versuchten die Azteken durch Rituale Ordnung in der Welt herbeizuführen.
Die Götter der Azteken waren heilige, sich in Naturkräften oder besonderen Orten manifestierende Kräfte (aztek. „teotl“) und wurden anthropomorph, in Tiergestalt oder als Ritualgegenstand dargestellt. Beispiele für anthropomorphe Gottheiten waren der Fruchtbarkeits- und Regengott Tlaloc oder der Kriegsgott Huitzilopochtli.
Die Götter der Maya hingegen wurden multivokal und polyvalent gedacht, d.h. alle Gottheiten stehen in Beziehung zueinander und sind in ständiger Bewegung. So war z.B. der Sonnengott der Gott des Lebens und der Güte (Erscheinungform: Hirsch, Ara, Kolibri oder Adler), in einer anderen Erscheinungsform trat er jedoch in Jaguargestalt als Todesgott auf.
Eine weitere Gemeinsamkeit beider Religionen ist das Menschenopfer. Bei den Azteken lag die Idee zugrunde, daß die Todesart das Leben nach dem Tod beeinflusst. Krieger kamen in den Himmel, während ein unauffälliger oder gar durch Sünde verursachter Tod den Verstorbenen nach Mictlan in die Unterwelt führte. Geopfert wurden bei den Azteken hauptsächlich Kriegsgefangene oder Sklaven.
Die Maya waren der Ansicht, daß sich ihre Götter von Gerüchen (z.B. von Weihrauch oder Blumen) ernähren. Allerdings diente auch die eigene Lebens- oder Geisteskraft als Götternahrung, weshalb ebenfalls Menschen und Tiere geopfert wurden.“

(Quelle: http://web.uni-marburg.de/relsamm/Blindenversion/amerika-blind.htm)

Meine Meinung dazu:

Ich glaube nicht, dass diese Religionen so „jung“ sind. Ich glaube eher, dass sie weit über 10.000 Jahre alt sein müssen. Allein wenn man bedenkt, dass der Maya-Kalender schon über 10.000 Jahre alt ist und dieser nicht von heute auf morgen entstanden sein kann, müssen es schon vor weit mehr als 10.000 Jahren Menschen gegeben haben, die Religionen und Kulturen entwickelten, von denen wir heute keine Ahnung haben. Wie später noch näher ausgeführt werden wird, sagt das „Popul Vuh“, dass Gott die Welt mehrmals erschuf und sie immer wieder zerstörte, weil er mit ihr nicht zufrieden war.

Doch auch diese Religionen haben offensichtlich die Herrscher zur eigenen Machtverstärkung missbraucht und sind dabei ziemlich brutal vorgegangen. Finde ich auch nicht so toll.

Mein Fazit aus den Religionen:

Alle Religionen haben bzw. hatten eine gleiche Zielrichtung: sie wollen den Menschen Regeln an die Hand geben, wie sie zusammen gesund und in Eintracht mit der Natur leben können. So wird bzw. wurde die Bibel sowohl von den Juden, den Christen und dem Islam anerkannt:

„Als Bibel (auch „Buch der Bücher“) bezeichnen das Judentum und das Christentum jeweils eine eigene Sammlung religiöser Schriften, die für sie das Wort Gottes enthalten und als Heilige Schrift Urkunden ihres Glaubens sind.

Es handelt sich um verschiedene redaktionelle Zusammenstellungen von „Büchern“ (griechisch: biblia) aus dem Kulturraum Palästinas und des Vorderen Orients, die im Verlauf von etwa 1.200 Jahren entstanden sind und bis zum 2. Jahrhundert zuerst von Juden, dann auch von Christen kanonisiert wurden.

Die Bibel des Judentums heißt Tanach. Sie wurde zuerst überwiegend in Hebräisch abgefasst und besteht aus drei Hauptteilen: Tora, Propheten und Ketubim („Schriften“). Diese Bücher bilden in anderer Anordnung und geringfügig anderem Umfang als Altes Testament auch den ersten Hauptteil der Bibel des Christentums, ergänzt durch das zuerst in Griechisch abgefasste Neue Testament. In dieser Form ist die Bibel das am weitesten verbreitete und häufigsten publizierte schriftliche Werk der Welt.

Auch der Islam erkennt prinzipiell die ganze Bibel und mit ihr seine beiden Vorgängerreligionen als gültiges, wenn auch von Menschen verfälschtes Offenbarungszeugnis Allahs an. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bibel

Meine Meinung dazu:

Alle „Bibeln“ dieser Welt basieren auf einen Glauben an etwas Übernatürlichem, das die Welt regiert und zusammenhält.

Sie basieren auf der Erkenntnis, dass es immer zwei Dinge gibt, die sich gegenseitig abstoßen, aber auch gegenseitig ergänzen, wie der Plus- und der Minus-Pol oder wie Yin und Yang.

Religionen sind in verschiedenen Regionen der Welt entstanden, in denen verschiedene klimatische Bedingungen herrschten, so dass auch unterschiedliche Lebensregeln notwenig waren, um gesund leben zu können.

Da die Natur viele nicht fassbare Dinge hervorbringt, wie Tag und Nacht, Kälte und Hitze, Sonne und Mond, Blitz und Donner, Geburt und Tod, um nur einige Phänomene zu nennen, die zu früheren Zeiten vielfach nicht erklärbar waren, hat dies zu Mythen und zu Ängsten geführt, die zu Göttern und Opfergaben geführt haben.

Diese Ängste und die Unwissenheit bei den Menschen hat aber auch das Urbedürfnis des Menschen geschaffen, zu wissen, warum ist die Welt so? Das Erforschen der Zusammenhänge hat dazu geführt, dass es Menschen gab, die mehr wussten als die Masse der anderen Menschen. Dieses Wissen hat sie über die restlichen Menschen gestellt: sie wurden ihre „Medizinmänner“, Priester und Könige. Sie haben ihr Wissen genutzt, die übrigen Menschen zu beherrschen, denn „Wissen ist Macht“

Je größer dieses Wissen wurde und je mehr „Unwissende“ sich diesem Wissen untergeordnet haben, umso größer wurde die Macht der Wissenden. Dass Macht natürlich auch zu Machtmissbrauch verführt, ist eine alte Menschenweisheit. Dass Macht auch süchtig macht nach immer größerer Macht, ist auch bekannt. Daher gab und gibt es unzählige Kriege, um den eigenen Einflussbereich auszudehnen.

Die wirklich machtgierigsten Führer haben es dann verstanden, „Vereine“, Sekten oder Kirchen zu gründen und sich zu Göttern zu erklären und somit unangreifbar zu machen. Sie haben den Glauben der Menschen über die Religion kanalisiert und daraus mächtige Organisationen gemacht, die die Menschen beherrschen. Alle solchen Organisationen, die zum Schluss nur noch die Erhaltung der eigenen Macht zum Ziel hatten, sind irgendwann durch eine andere Macht zerstört worden oder in sich zusammen gefallen.

Mein Problem ist, dass alle Religionen von Mäern ersonnen sind und die Frau nur eine untergeordnete Rolle spielt. Dass sie wie im Chinesischen Glauben durch Yin und Yang mit dem Mann eine Einheit bildet und damit einen idealen Kreis, wird in allen Religionen ignoriert.

Damit ist die Religion immer nur eine Basis, die männliche Macht zu begründen und auszuüben.

Solange sich weltliche und religiöse Macht die Waage halten – also auch ein Yin und Yang bilden – kann ein funktionierendes Ganzes entstehen. Wenn jedoch das Eine über das Andere ein Übeewicht gewinnt, gibt es Auseinandersetzungen, d. h. Krieg. Noch schlimmer wird es jedoch, wenn sich weltliche und religiöse Macht vereinigen und in einer Person zusammen fließen, ist Unterdrückung der Menschen die Folge.

„Yin und Yang (vereinfacht: 阴阳, traditionell: 陰陽, Pinyin: yīn yáng) sind zwei Begriffe aus der chinesischen (Natur-)Philosophie, die insbesondere im Daoismus von großer Bedeutung sind.

Bei Yang handelt es sich um das Prinzip Himmel, bei Yin um das Prinzip Erde. Der Übergang von Yin zu Yang ist dabei fließend.

Yin und Yang (vereinfacht: 阴阳, traditionell: 陰陽, Pinyin: yīn yáng) sind zwei Begriffe aus der chinesischen (Natur-)Philosophie, die insbesondere im Daoismus von großer Bedeutung sind.

Bei Yang handelt es sich um das Prinzip Himmel, bei Yin um das Prinzip Erde. Der Übergang von Yin zu Yang ist dabei fließend.“

Hotu, das Symbol für Yin und Yang der Welt    Taiji, das Symbol für „individuelles“ Yin und Yang

„Die älteste Idee der chinesischen Philosophie, die in allen Bereichen der Kunst und Wissenschaft vorkommt, ist die Einteilung in Yin und Yang. Yin und Yang entstehen aus dem einen Ursprung und bringen dann ihrerseits die enorme Vielfalt der Erscheinungen, einschließlich des gesamten materiellen Universums, hervor. Um die verschiedenen Ebenen der Schöpfung rückwärts bis zum Ursprung zu durchlaufen, muß ein Mensch Gleichgewicht zwischen Yin und Yang herstellen. Dieses Prinzip gilt jedoch auch für weniger mystische Ziele. Für die Beseitigung von Hindernissen, die dem Glück im Wege stehen, für die Wiederherstellung der Gesundheit und Harmonisierung der familiären Verhältnisse müssen sich Yin und Yang im Gleichgewicht befinden.

Die ursprüngliche Bedeutung von Yang lautet: „Banner, die in der Sonne wehen“; Yin heißt „wolkig, bedeckt“. Yin und Yang sind die zweithöchsten Kräfte des Universums. Sie sind nicht direkt wahrnehmbar, offenbaren sich jedoch durch ihre Eigenschaften und Manifestationen.“
Quelle Internet: http://www.feng-shui.de/einfuehrung/urspruenge/Yin-Yang.htm

(Johndennis Govert: Feng-Shui – Harmonie zwischen Himmel und Erde, Hans-Nietsch-Verlag 1997)

„Die Eigenschaften von Yin und Yang

  1. Yin und Yang treten immer gemeinsam auf, niemals isoliert.
  2. Yin und Yang befinden sich in einem dauerhaften Zustand von Veränderung und Gleichgewicht.
  3. Yin und Yang sind nicht absolut, sondern nur in Relation zueinander zu verstehen.
  4. An der Spitze des Yin steigt Yang auf und Yin ab.
  5. An der Spitze des Yang steigt Yin auf und Yang ab.
  6. Yang und Yin erscheinen als dynamische Paare von Gegensätzen.
  7. Yang und Yin verstärken einander, Schicht um Schicht.
  8. Yang und Yin erschaffen zur Erde gehörende Dinge in sechs Stufen.
  9. Phänomene verstecken sich und spielen im Gefolge von Yang und Yin.

Beziehung von Yin und Yang

Yang Yin
männlich
oben
warm
vorwärts
aufwärts
Expansion
Aufsteigen
Feuer
hell
Energie
Bewegung
Aktiv
Ideal
Geist
weiblich
unten
kalt
rückwärts
abwärts
Kontraktion
Absinken
Wasser
dunkel
Materie
Stillstand
Passiv
Wirklichkeit
Welt

Sonnenstrahlen sind ein gutes Yang-Beispiel: Sie kommen von der Sonne (vom Himmel, von oben) sind warm, hell, Licht und eine nicht anfassbare, dennoch spürbare subtile Energie. Diese Energie wird in Pflanzen mit Hilfe der Photosynthese in chemische Energie umgesetzt. Der Prozess benötigt jedoch auch „materielle“ Komponenten, Wasser und Kohlendioxid. Das Yang der Sonnenstrahlen benötigt also Yin-Elemente, um wirksam zu werden.

Wasser kann als Yin-Beispiel dienen: Wasser fließt immer nach unten (kann aber auch nach oben fliegen, wenn es erhitzt wird), ist als Meer kühl und dunkel. Wenn es gefriert, wird es aber zu Eis, also zum einen kälter, zum anderen ist es oberhalb des fließenden Wassers. Ohne Sonnenlicht würde es vermutlich nur Eis geben, welches kein Leben mehr ermöglicht.

Sonne und Wasser müssen in ausgewogener Menge vorhanden sein, wie auch Yang und Yin. Diese konkrete Beispiele müssen jedoch immer relativ bleiben, da Yin und Yang vor allem durch ihr Zusammenspiel gegeben sind. Harmonie und Ausgeglichenheit zwischen diesen beiden entgegengesetzten Kräften sind in der chinesischen Philosophie ein zentraler Punkt. Im obigen Beispiel bedeutet die Harmonie von Yin und Yang beispielsweise Leben, beziehungsweise die Möglichkeit dazu.“

Quelle: http://http://de.wikipedia.org/wiki/Yin-Yang

  1. Kirchen

Die Kirchen sind von Menschen als religiöse Vereine gegründete Organisationen. Je mehr Anhänger sie haben, umso mächtiger sind sie. So ist die christliche und insbesondere die katholische Kirche die mächtigste dieser Welt. Alle Kirchen nutzen die Religionen als Fundament ihrer Macht und beherrschen durch sie die Menschen.

Die mächtigsten Kirchen haben sehr strenge Hierarchien und sind pyramidenförmig aufgebaut. Sie sind total undemokratisch und haben sehr strenge Statuten, die den Kirchenfürsten eine ungeheure Macht verleihen.

Kirchen verdummen ihre Anhänger, denn nur so sind sie in der Lage, auch die dümmsten und weltfremdesten Regeln durchzusetzen (z. B. Zölibat, Beichte, Keuschheit  etc.). Wer gegen diese Regeln verstößt, wird drakonisch bestraft, damit abschreckende Beispiele geschaffen werden. Kirchen werden nicht von Dritten kontrolliert, sondern nur von sich selbst und Entscheidungen sind „göttlich“ und somit indiskutabel.

Frauen sind in allen Kirchen – oder täusche ich mich? – zweitklassige Wesen, die nur zum Gebären von Kindern (vielfach nur Söhnen) ihre Daseinsberechtigung haben und ansonsten dem Mann zu Diensten sein müssen.

Kein Staat kann es sich erlauben, gegen Kirchen zu arbeiten, sondern versucht immer, mit den Kirchen zusammen zu arbeiten. Schließt Abkommen – Konkordate – mit ihnen, um sie nicht zum Gegner, sondern zum Freund zu haben. Tun sie dies nicht – siehe Kommunismus – halten sie es vielleicht einige Jahrzehnte aus, sind dann aber erledigt.

Ich möchte mich mit diesem Thema nicht weiter auseinandersetzen, denn dann müsste ich Dinge über Inquisition und Opus Dei schreiben (um nur bei der katholischen Kirche zu bleiben), und da kann nichts Gutes bei herauskommen, außer Zorn!

Mein persönliches Fazit

Aus diesen persönlichen Erkenntnissen heraus, habe ich für mich eine Dreiteilung vorgenommen:

  • Ich glaube an eine höhere Macht, die alle Naturgesetze geschaffen hat und das Leben überhaupt ermöglich.
  • Ich respektiere die Religionen als Grundgesetze der Menschheit.
  • Ich verachte die Kirchen, die die Religionen zur Machtausübung missbrauchen.

Daraus schließe ich:

Wer heute Macht ausüben will, der sollte sich eine Religion als Basis wählen. Der cleverste der Neuzeit war Chomeini, der in seinem Pariser Exil die Zeit genutzt hat, sich zum Gott hoch zu stilisieren und dann seinen Staat als Gottesstaat aufgebaut hat. Wer gegen ihn als Herrscher war, hat sich gegen Gott versündigt und wurde entsprechend bestraft. „Die satanischen Verse“ von Salman Rushdie  zeigen, wie weit die Verfolgung von Kritikern gehen kann: Alle Moslems sind aufgerufen, ihn zu ermorden!

Wer weiß, was aus Deutschland geworden wäre, wenn der Braune aus Braunau nicht ein Buch „Mein Kampf“ sondern „Mein Gott“ geschrieben hätte?

Daher: Alle Religionen, die einen zentralen Führer haben sind Macht-Religionen (vielleicht den Buddhismus ausgenommen) und somit gefährlich für die Menschheit. Sie nutzen den Glauben der Menschen an etwas Übernatürlichem – Gott – und bauen darauf ihre Macht auf.

Alle Religionen sind Macho-Religionen, da sie von Männern geschrieben und von Männern geführt worden sind und noch immer werden.

Selbst wenn einige Religionen früher einmal Gemeinsamkeiten hatten – wie z. B. den Davidstern bei Christen, Juden, und Moslems  –  so haben sie sich im Laufe der Zeit immer mehr voneinander abgewendet und sind zu Konkurrenten, ja Feinden geworden.

Hinzu kommt noch, dass jede Religion unzählige Unterreligionen besitzt, die sich ebenfalls nicht friedlich gegenüber stehen, sondern jede dieser Sekten den wahren Glauben zu repräsentieren vorgibt. Wie kann da ein friedliches Nebeneinander in der Welt überhaupt möglich sein?

Von der ursprünglichen Absicht der Religionsgründer, ein friedliches Miteinander der Menschheit zu erreichen, ist – nicht zuletzt durch die Kirchen –

ein Kampf der Kulturen und Religionen geworden.

Dazu schreibt der Dalai Lama in seinem bereits erwähnten Buch „Das Buch der Menschlichkeit“ auf Seite 236:

„In unserer langen Geschichte ist es immer schon so gewesen, dass die Religionen zu den Hauptauslösern von Konflikten gehörten.. Selbst heute werden aufgrund von religiöser Heuchelei und Hass Menschen getötet, Dörfer und Städte zerstört und Gesellschaften aus dem Gleichgewicht gebracht. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass viele Menschen die Bedeutung der Religion in unserer Gesellschaft in Frage stellen.“

Ich glaube allerdings, dass die Menschen nicht die Religionen in Frage stellen, sondern die sie ausübenden Kirchen. Auch ich bin aus der Kirche ausgetreten, halte die christliche Religion jedoch nach wie vor – mit Einschränkungen – für eine gute Lebensgrundlage und stelle sie nicht an den Pranger, sondern nur die Kirchen. Daher auch meine bereits erwähnte Dreiteilung zwischen Glaube, Religion und Kirche.

Weiter schreibt der Dalai Lama auf Seite 239:

 „Das größte Hindernis auf dem Weg zu religionsübergreifender Harmonie besteht vielleicht in der mangelnden Anerkennung des Werts anderer Glaubenstraditionen.“

Da die Religionen selbst nicht miteinander kommunizieren können, sondern nur ihre Religionsführer, sprich die Kirchenfürsten – Papst, Mullahs etc. – sind sie es, die miteinander kommunizieren müssten. Die wenigen – und wohl als gescheiterten – Versuche, die es hier in jüngsten Zeit gegeben hat, machen nicht gerade Mut zu glauben, dass sich da in den nächsten Jahrhunderten – wenn nicht Jahrtausenden – etwas bewegen wird. Wer gibt schon gerne seine Machtpositionen auf? Der Papst etwa?

Bei pyramidisch aufgebauten Kirchen wird es wohl nie eine Annäherung geben, denn da müsste zuviel Macht aufgegeben werden. Bei dezentral aufgebauten Kirchen wäre dies meiner Ansicht nach schon eher möglich. Doch auch das wird ein sehr, sehr langer Weg sein.

Kirchen, die in alten Dogmen festhalten, werden in absehbarer Zeit in sich zusammenbrechen. Wenn sie sich nicht – wie die Natur – evolutionär weiterentwickeln und auf drängende Fragen und Probleme der Menschheit eine adäquate Antwort finden – AIDS hat es zu Jesus Zeiten nicht gegeben – dann werden sie ihre Anhänger verlieren und aussterben. Doch da dies mit der Aufgabe Jahrhunderte alter Dogmen verbunden ist, was nicht nur mit Gesichtsverlust sonder viel mehr mit der „Unfehlbarkeit“ zu tun hat, wird auch ein Papst Benedikt – der vordem der Hüter der Dogmen war – diesen Schritt nicht gehen können. Es sei denn, er wandelt sich vom Saulus in einen Paulus.

Daher scheint mir eher ein Neuanfang möglich sein, wobei ich keinesfalls eine neue Religion ins Leben rufen möchte, sondern einfach eine neutrale Plattform erdenken möchte, auf der sich vielleicht auch andere Menschen finden und wohl fühlen können.

Dies möcht ich nachfolgend versuchen.

Meine „Religion“

Beginnen wir noch einmal von vorne, um die richtige Reihenfolge nicht aus den Augen zu verlieren:

  1. Die Natur

Wenn die Natur eine Schöpfung „Gottes“ ist – und davon gehe ich aus – dann ist alles in der Natur „göttlich“.

Wenn wir uns somit an der Natur orientieren und uns nach ihren „Gesetzen“ richten, dann leben und handeln wir „göttlich“ oder gottgewollt.

Damit will ich nicht alles „Künstliche“ verdammen, denn alles Künstliche ist von Menschen erschaffen worden. Das menschliche Hirn ist von Gott oder von der Schöpfung so beschaffen worden, dass es denken und Ideen hervorbringen kann. So sind auch die „Erleuchtungen“ der Propheten entstanden, die – wenn man so will – „künstlich“ entstanden sind. Das menschliche Hirn ist jedoch Teil der Natur und somit sind Ideen auch natürlichen Ursprungs.

Alle Ideen und was aus ihnen wird – auch die Atombombe – ist Folge der menschlichen Fähigkeit zu denken. Das Problem ist nur, dass nicht alle Ideen dem Menschen dienen, sondern auch zu seiner und der Welt Zerstörung dienlich sein können und sind.

Die Naturvölker haben daher ihre Götter aus der Natur entnommen. Es waren die nicht zu verstehenden Phänomene wie Wetter, Geburt und Sterblichkeit, Himmel und Erde und nicht zuletzt die menschlichen Beziehungn wie Liebe und Hass.

Es ist die Furcht und somit die „Ehrfurcht“ der Menschen vor den Naturgewalten gewesen, die sie veranlasst haben, zu ihnen zu beten und Ihnen Opfer zu bringen. Doch da fängt es schon an: Warum muss man vor der Natur Angst haben?

Auch die Naturvölker haben ihre weisen und klugen Leute – Medizinmänner – die die Naturgewalten für ihre eigene Macht ausnutzen und missbrauchen.

Wissen ist macht! Das ist das wohl älteste Menschheitsgesetz überhaupt. Und wer mehr Wissen hat, hat mehr Macht und wer dumm ist, hat keine Macht. Damit sind wir wieder bei den Kirchen, die die Menschheit verdummen lassen, um ihre Macht nicht zu gefährden. Doch das Kapitel hatten wir schon und wollen es nicht wiederholen.

Das Einzige, was mich an den Nturvölkern stört, ist auch bei ihnen die Ausübung der Macht, um andere zu unterwerfen. Das muss ein menschlicher Fehler sein, denn die Natur kennt keine solche Unterwerfung.

In der Natur herrscht zwar auch eine brutale Grundregel: Fressen oder gefressen werden. Doch anders als beim Menschen ist diese Regel auf die Ernährung beschränkt.

Der große Fisch frisst die kleinenund der Hase wird vom Wolf gefressen. Doch der Löwe will die Antilopen nicht beherrschen, sondern nur hin und wieder seinen Hunger stillen. Die Natur übt Macht nur zum Selbsterhaltungstrieb und zur Sicherung der Fortpflanzung aus. Nicht um andere Tiere, Pflanzen oder andere Spezies zu beherrschen. Menschen töten nicht nur, um sich zu ernähren, sondern nennen dies manchmal sogar noch „Sport“, z. B. das Angeln und das Jagen!

Doch nicht nur Tiere tötet der Mensch: Alexander, Attila, Caesar, Hitler und Napoleon – um nur einige zu nennen – sind in erster Linie berühmt geworden, weil sie groß und mächtig werden wollten. Sie haben massenhaft Menschen getötet, um selbst reicher und einflußreicher zu werden. Und was haben sie erreicht? Irgendwann sind auch sie besiegt worden. Sie haben die Welt verändert. Zum Besseren? Wohl kaum.

Mehr verändert haben dagegen Menschen wie Platon, Sokrates oder Mozart und Beethoven. Von Ihrem Wissen und ihren Schöpfungen profitieren und genießen wir noch heute.

Die Natur hat also Menschen hervorgebracht, die Gutes und die Böses produziert haben. Das ist vielleicht auch Sinn der ganzen Sache: Wenn alles perfekt wäre, gäbe es nichts mehr zu verbessern und es könnte alles nur schlechter werden.

Daher hat „Gott“ oder die „Schöpfung“ eine unvollkommene Natur, Welt geschaffen, damit seine Bewohner eine Chance haben, das Rädchen etwas nach vorne – oder auch zurück – zu drehen.

Im „Popol Vuh“ der Schöpfungsgeschichte der Mayas, hat Gott mehrere Versuche unternommen, um die Welt zu schaffen. Sie war nie nach seinem Geschmack und daher zerstörte er sie immer wider, um neu anzufangen und aus den Erfahrungen der Vergangenheit zulernen.

Dies ist so alle 9 – 10.000 Jahre passiert. Und da der Maya-Kalender – nach wie vor der beste der Welt – inzwischen über 9.000 Jahre alt ist, werden wir wohl bald wieder vernichtet werden, weil dem lieben Gott vielleicht nicht gefällt, was seine Geschöpfe mit der Welt machen…

Hier eine kurze Zusammenfassung aus dem Popol Vuh, dem Buch des Rates:

„Entsprechend dem indianischen Geschichtsverständnis beginnt der Text mit der Schöpfung, um nach der Erschaffung der ersten wirklichen Menschen in die anfangs noch legendenhafte Geschichte des Quiché-Volkes und seiner Fürsten überzugehen:

  1. Zunächst scheitern die Versuche der Götter, Wesen zu schaffen, die sie verehren; weder die Tiere, noch die Wesen aus Schlamm und Holz beten zu den Göttern, weshalb sie von der Kultur ausgeschlossen oder vernichtet werden.
  2. In einem langen Einschub ordnen die Kulturheroen Hunahpu und Xbalanque die Welt: sie töten den überheblichen Vucub Caquix und seine beiden Söhne Zipacna und Cabrakan und besiegen die Herrscher von Xibalba, einer Art Unterwelt, um anschließend zu Sonne und Mond zu werden.
  3. Nach diesem Einschub wird die Schöpfungsgeschichte mit der Erschaffung der ersten Menschen aus Mais und dem ersten Sonnenaufgang vollendet. Die ersten Menschen, die Ahnväter der Quiché, verehren die Götter und machen die Schöpfung nunmehr             zu einem Erfolg. Sie breiten sich aus und unterwerfen im Auftrag ihres Stammesgottes Tohil die Nachbarvölker.
  4. Nach dem Tod der Ahnväter wird die Wanderung der Quiché erzählt, die in ihrer letzten Hauptstadt Cumarcaah endet, von der aus sie das Hochland von Guatemala bis zur Eroberung durch Pedro de Alvarado im Jahre 1524 beherrschen. Das Popol Vuh schließt   mit der Aufzählung der einzelnen Fürstenfamilien und deren Götter.“

(Quelle: Internet http://home.snafu.de/duerr/pvdt.html)

Damit kommt man automatisch zu Atlantis und der Sintflut. Sie soll angeblich vor ca. 10.500 Jahren stattgefunden haben und durch einen Meteoriten ausgelöst worden sein, der ins Bermuda-Dreieck gestürzt ist und dadurch den Atlantischen Rücken aufgebrochen hat, der soviel Regen und Asche in den Himmel geschleudert hat, dass es jahrelang regnete, es finster war und die Menschheit – bis auf Noah – auslöschte.

Das beste Buch dazu ist – nach meiner Ansicht immer noch, obwohl ich nicht alle Atlantis-Bücher gelesen habe – das Buch „Alles über Atlantis“ von Otto Muck.

Er hat mehr als präzise und für mich auch logisch und nachvollziehbar, die Sintflut und den Untergang von Atlantis als ein und dasselbe Ereignis geschildert und wissenschaftlich untermauert.

Er zieht dabei nicht nur Platon zu Rate, der geschildert hatte, dass „während eines schlimmen Tages und einer schlimmen Nacht das ganze streitbare Geschlecht bei euch scharenweise unter die Erde, und ebenso verschwand die Insel Atlantis, in dem sie im Meer unterging.“

An diesem Tage, dem 5. Juni 8498 v. Chr. war für die Mayas der Beginn der heutigen Zeitrechnung.  An diesem Tage standen Sonnen, Mond und Erde in Konjunktion miteinander, was dazu führt, dass ein ca. 10 km breiter Komet so stark von der Erde angezogen wurde, dass er von Nordwesten der USA kommend im Südosten des Kontinents in das heutige Bermuda-Dreieck stürzte.

Dadurch wurden nicht nur riesige Wassermassen als Dampf in den Himmel und unvorstellbare Wellen über die Kontinente gespült, sondern auch der mittelatlantische Rücken zum Bersten gebracht. Dieser macht in der Höhe der heutigen Azoren eine Gabelung, in der sich die Insel Atlantis befand. Durch das Vakuum, das durch die ausströmende Lava entstand, wurde Atlantis nach unten gezogen. Übrig blieben nur noch Reste: die heutigen Azoren.

Es gibt zwar unzählige Theorien über Atlantis, doch diese scheint mir die sinnvollste zu sein.

Wenn man allerdings bedenkt, dass der Maya-Kalender auch heute – im Zeitalter der Atomuhren – der genaueste ist, muss man zwangsläufig daraus schließen, dass dieses Wissen nicht von heute auf morgen entstanden sein kann, sondern über tausende von Jahren entwickelt worden sein muss.

Das bedeutet jedoch, dass die Maya-Kultur – oder ihre Vorgänger – schon ein sehr altes Wissen besaßen. Das bedeutet jedoch auch, dass die Sintflut voraussichtlich nicht die erste Weltkatastrophe gewesen sein muss. Und dann schließt sich der Kreis zum Popol Vuh, der von mehreren Versuchen Gottes spricht, die Erde zu schaffen.

Die Schöpfung hat also mehrere Versuche machen müssen – try and error – um zum heutigen Stand der Dinge zu kommen oder anders ausgedrückt: Die Formeln, die das Universum zusammenhält, bringt auch Konstellationen zustande, die in Katastrophen münden. Das kann nicht nur eines der zahlreichen anderen Himmelskörper, sondern hin und wieder auch mal die Erde treffen.

Oder ist dies auch so gewollt: Genau wie auf Erden geboren und gestorben wird, geschieht dies auch im Universum. Entstehende und sterbende Sterne sind in der Wissenschaft schon längst keine Frage mehr.

Die Welt, die Natur und somit auch der Mensch sind nicht perfekt nach dem Willen des „Schöpfers“. Somit wird wohl irgendwann in baldiger Zeit der nächste Weltuntergang kommen. Hoffentlich er-„lebe“ ich diesen Vernichtungsakt nicht mehr…

Damit sind wir beim Leben.

  1. Das Leben

Zunächst einige Fragen:

  1. Was ist Leben überhaupt?
  2. Wie entsteht es?
  3. Wie hält es sich am Leben?
  4. Wie stirbt es?
  5. Wird es wiedergeboren?

Was sagt die Wissenschaft dazu?

„Wohl ein jeder von uns hat sich mindestens einmal im Leben die eine oder andere der folgenden Fragen über die Entstehung des Lebens gestellt. Woher kam das Leben auf unseren Planeten? Kamen die ersten Lebensformen aus dem All zu uns, oder entstand es gar in der Tiefsee? Hat sich wirklich aus chaotischer Materieanhäufung irgendwann der erste primitivste Einzeller entwickelt? Ist dies überhaupt möglich und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit dafür? Oder ist hier doch ein höheres Wesen im Spiel gewesen? Ein Gott,  der das erste Leben in Form von Adam und Eva erschuf?
Nun diese Fragen werden wir hier auch nicht eindeutig beantworten können. Nicht zuletzt auch deshalb, weil es von den ersten echten Einzellern so gut wie keine fossilen Funde gibt und von den Übergangsstadien bzw. Vorstadien zu diesen Einzellern schon gar nicht. Doch eines können wir, uns die gegenwärtigen, verschiedenen Theorien über die Entstehung des Lebens betrachten.

Reisen wir dazu in die Vergangenheit um cirka 3,8 Milliarden Jahre zurück. Dies ist etwa der Zeitpunkt nach der Meinung vieler Wissenschaftler, in dem auf der Erde sich das erste, primitivste Leben bildete.
Unsere damalige Atmosphäre und die herrschenden Umweltbedingungen kann man auf keinen Fall mit unseren heutigen Bedingungen vergleichen. So fehlte vermutlich der Sauerstoff noch gänzlich, dafür gab es Wasserdampf, Wasserstoff und Kohlenmonoxid ausreichend. Die Temperatur war noch wesentlich höher als heute, die UV-Strahlung konnte noch ungefiltert auf die Oberfläche einwirken, dazu ständig Blitze von gewittrigen Entladungen, ebenso eine hohe vulkanische Aktivität und häufige Meteoriteneinschläge. In Laborversuchen konnte nun mehrfach und zweifelsfrei nachgewiesen werden, das sich unter derartigen Bedingungen organische Molekühle bilden. Unter diesen organischen Verbindungen befanden sich auch Aminosäuren, ein Grundbaustein unsere heutigen Lebewesen.
Doch dann wird es verworren und die Theorien über die Entstehung des Lebens entgleisen in Spekulationen. Der Grund hierfür, Molekühle aus organischer Materie sind letztendlich noch sehr weit von primitivsten Leben und Lebensformen entfernt.

Um den Schritt von organischen Molekühlen zu primitivsten Lebensformen zu schaffen, müssten sich die Molekühle zu Molekühlketten verbinden, eine Zellmembran bilden, ebenso Enzyme und eine Erbsubstanz. Doch schon bei der Bildung von Molekühlketten, sogenannten Polymeren, lag eine schier unüberbrückbare Hürde. Der Grund hierfür, vermutlich existierten weit weniger als ein Gramm organischer Molekühle je m³ Wasser. Viel zu wenig, um daraus auf spontane Verbindungen in großer Vielzahl schlussfolgern zu können. Wäre es hin und wieder zu diesen spontanen Verbindungen gekommen, so hätten diese sich auch wieder im Wasser durch Wellengang und Strömungen gelöst. 

Leben aus dem All

Auf Grund dieser Erkenntnisse entwickelten sich nun mehrere Theorien. Die erste, die wir hier betrachten wollen besagt, das Leben kam aus dem All zu uns.
So gibt es eine Reihe von Wissenschaftlern, die vermuten, dass die ersten primitiven Lebensformen mit Meteoriten oder Kometen eingeschleppt wurden. Diese Theorie ist jedoch auch zugleich die unwahrscheinlichste, nicht zuletzt würde man mit dieser nur das Problem nach außen in weite Ferne verlagern, jedoch noch keine Lösung zur Entstehung des Lebens überhaupt finden. Aus besagten Grunde wollen wir uns hier auch nicht weiter mit ihr beschäftigen.

Erste Lebensformen in der Tiefsee?

Eines der erfolgsversprechendsten und zugleich auch faszinierendsten Theorien besagt, dass Leben ist höchstwahrscheinlich in der Tiefsee entstanden.

Den Ausgangsgrund für diese Theorie lieferte in den achtziger Jahren die Entdeckung von „schwarzen Rauchern“, im englischer Sprachweise Black Smokers genannt. Dabei handelt es sich um Schlote in der Nähe von auseinander driftenden Kontinentalplatten in den Ozeanen, die mineralhaltiges heißes Wasser aus dem Erdinneren entweichen lassen. Obwohl hier das Wasser bis 350 °C heiß ist und der Druck teilweise bis 300 bar erreicht, so fand man gerade hier völlig unerwartet kleinste primitive Lebensformen in Form von Bakterien, die nur in dieser Umgebung gedeihen können.

 Nach der Wächtershäusertheorie, benannt nach ihrem Begründer Günter Wächtershäuser, könnte die Bildung von Molekühlketten dann erfolgen, wenn sich die organischen Molekühle auf einer mineralischen Oberfläche ablagern und diese wie mit einen Biofilm überziehen. In Laborversuchen wurden nun durch hohe Drücke und Temperaturen die Tiefseebedingungen in der Nähe von schwarzen Rauchern nachgestellt. Dabei bildeten sich auf besagten Oberflächen Molekühlverbindungen, die entfernt an eine Zelle erinnerten, eine zellartige Membran besaßen und die durch knospenartige Erweiterungen sogar so etwas wie wachsen und sich vermehren konnten. Weiterhin besaßen sie eine Ähnlichkeit mit 3,8 Milliarden Jahre alten fossilen Funden.
Auch spricht für diese Theorie, das diese ersten Lebensformen in der Tiefsee vor der UV-Strahlung, Blitzeinschlägen und selbst weitgehend vor Meteoriteneinschlag geschützt waren.

Ursprung des Lebens in Höhlen?

Auch diese Theorie wollen wir uns noch betrachten. Sie besagt, dass die ersten Lebensformen in labyrinthisch verzweigten Röhrchen auf der Oberfläche von Felsen entstanden. Der mineralische Feldspat, der relativ häufig in Felsgestein eingelagert ist, würde dafür eine geeignete Grundlage bilden. Durch im Regen enthaltene Säuren der Uratmosphäre bilden sich kleinste, winzigste Poren, die in jeden Quadratmillimeter in so hoher Anzahl zu finden sind, das sie ein Röhrensystem bilden. Bakterien hätten genau die Größe dieser Poren, die den ersten Lebenskeimen Schutz geboten hätten. Die Wissenschaftler gehen davon aus, das sich in diesen Röhrchen organische Molekühle angesammelt hätten und die Bildung von Molekühlketten dadurch erleichtert war. Als Nahrung hätte ihnen vom Regenwasser ausgewaschene Mineralien dienen können und zur Entstehung einer ersten Zellwand  hätte eine Art Verkleisterung des offenen Röhrenendes als Folge von Austrocknung bei fehlenden Niederschlägen geführt.

Sicherlich, jede dieser Theorien über die Entstehung des Lebens hat einiges für sich und dennoch ist keine unumstritten. Wie könnte es auch anders sein, wenn man etwas aufhellen möchte, was über 3 Milliarden Jahre zurück liegt. Doch auch wenn noch sehr vieles im Dunklen liegt, so zeigen doch diese Theorien, Entdeckungen und Laborversuche auch eines auf, die Entstehung von Leben auf natürliche Weise ist wesentlich wahrscheinlicher als eine göttliche Schöpfung.
Dennoch, auch ein Großteil hochbegabte Wissenschaftler und Forscher in aller Welt behalten sich ihren Glauben. Darin liegt auch nichts widersprüchliches, solange dieser Glauben nicht eingezwängt in bestimmte Sichtweisen wird. Wer in Dimensionen von Milliarden Jahren denkt und forscht, der könnte sich ohne einen Glauben auch leicht in diesen kaum vorstellbaren Weiten verlieren.

Quelle: http://http://http://www.meridianerland.com/entstehung-leben.htm

Vielleicht ist es ganz gut, dass wir diese Fragen nicht beantworten können. Alle Versuche, künstliches Leben zu erzeugen, sind mehr oder wenig gescheitert, auch wenn es heutzutage möglich geworden ist, Lebewesen zu klonen, d. h. zu kopieren.

Es wird sicherlich bald möglich sein, aus verschiedenen Aminosäuren künstliches „Leben“ zu erzeugen und auch durch Gen-Forschung mehr über das wie und Warum zu erfahren, doch ob man außer Robotern auch wirkliches Leben schaffen kann, vermag ich nicht zu beantworten.

Die einfachsten Antworten sind vielleicht:

  1. Leben ist etwas, dass sich selbst bewegen, handeln, wachsen und sich fortpflanzen, d. h. Nachwuchs erzeugen kann.
  2. Damit Leben entstehen kann, müssen eine Eizelle und ein Samen zusammentreffen.
  3. Damit es sich am Leben erhalten kann, braucht es Licht, Wasser, Nahrung und chemische Reaktionen.
  4. Leben ist nicht unendlich und verbraucht sich, somit ist es einem Zyklus unterworfen.
  5. Die Flora gebiert sich im Frühjahr immer wieder selbst, bei der Fauna weiß man nicht, ob es eine Wiedergeburt gibt. (Manche glauben und hoffen es.)

Leben ist für mich eines der größten Phänomene überhaupt und auch Einstein hat nicht herausfinden können, warum es Leben gibt.

Lassen wir es somit dabei und versuchen nicht, selbst Leben zu schaffen. Es würde nur Pfuscharbeit werden und nicht wirklich gelingen, wir bräuchten viele „try-and-errors“, um nur einigermaßen erfolgreich zu sein, denn wir sind nicht der „Schöpfer“.

Alle Lebewesen auf dieser Welt – der Erde, dem Universum – benötigen gewisse Dinge, um überhaupt leben zu können. Dazu gehören Luft, Wasser, Licht und Ernährung. Nur der Mensch braucht darüber hinaus noch Liebe, Gefühle und die Fähigkeit zum Denken.

Alle Lebewesen dieser Welt benötigen als Grundsbausteine eine Eizelle und einen Samen. Nur wenn diese zusammentreffen, kann sich Leben entwickeln. Dazu gehören zwei unterschiedliche Wesen – männlich und weiblich. Dabei wollen wir gar nicht darüber diskutieren, dass es auch Kreaturen gibt, die sich selbst befruchten können.

Es ist auch offensichtlich völlig egal, ob diese Befruchtung innerhalb eines Körpers – wie bei den Säugetieren – oder außerhalb – wie bei vielen Fischen – passiert, doch immer sind es ein Ei oder eine Eizelle und ein Samen, die sich vereinigen müssen. Selbst wenn sich dies bei Pflanzen Pollen und Stempel oder anderswie nennt, es sind immer Ei und Samen, die neues Leben erzeugen.

Es ist wie bei Yin und Yang, dem wohl ältesten und nach meiner Ansicht besten Symbol des Lebens überhaupt. Es sind immer zwei sich ergänzende Gegensätze, die ein vollkommenes Ganzes bild: dem männlichen und dem weiblichen Teil.

Interessant für mich ist, dass Yin und Yang immer einen Kreis, d. h. ein vollkommenes Ganzes bilden.

Damit ist für mich das Symbol des Lebens ein Kreis oder besser noch eine Kugel oder noch besser, ein Ei.

Die Welt ist eine Kugel, die Gestirne drehen sich umeinander in einem Kreis, so dass die Kugel oder der Kreis die vollkommenste Form ist.

Doch in der Natur gibt es keine vollkommenen Formen. So sind die Erde und die Himmelskörper nicht exakt rund, sondern durch die Fliehkraft und die Gravitation eher elipsenförmig, d. h. eher wie ein Ei.

  1. Das Ei

Das Ei als Ursprung allen Lebens hat eine nahezu ideale Form. Es ist zwar kein perfekter Kreis, doch auch die Welt ist nicht perfekt geschaffen und das Ei somit ein Abbild der nicht ganz perfekten Welt.

Es hat wohl die natürlichste und vollkommenste Form allen Lebens und kann somit als Lebenssymbol diese Welt angesehen werden.

Es ist Symbol für Leben, Fruchtbarkeit, Harmonie, Frieden, Geborgenheit, Wärme, Nahrung, Schutz, Zerbrechlichkeit und wohl auch für Liebe und Zärtlichkeit.

Das Ei wäre somit viel besser als Menschheits-Symbol geeignet als alle religiösen Symbole, wie z. B. das Kreuz, das eigentlich den Tod darstellt.

Meine Menschheits-Religion würde daher das Ei als Symbol tragen.

Versuchen wir daher, nur etwas über den Menschen zu erfahren, denn Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung, wie ein altes Sprichwort sagt.

  1. Der Mensch

Auch der Mensch entsteht durch eine befruchtete Eizelle. Bei der natürlichen Form geschieht dies durch die geschlechtliche Vereinigung von Mann und Frau, heutzutage geht dies auch durch künstliche Befruchtung oder inzwischen auch durch Klonen.

Er soll angeblich die „Krönung der Schöpfung“ sein, wie uns viele Religionen weismachen wollen.

Sicherlich: Der Mensch ist angeblich das einzige Wesen, das denken kann (Delphine und Affen nicht?).

Er ist kreativ und kann Erfindungen ervorbringen, Gedichte reimen, Musik komponieren und Bücher schreiben. Er kann lesen, rechnen, schreiben, sprechen und singen (in unterschiedlicher Qualität), was kein Tier oder keine Pflanze vermag.

Er kann auch Auto oder Fahrrad fahren und in der Nase pulen (haben sie schon mal einen Elefanten in der Nase pulen sehen?) und auch sonst hat er seinen Kopf nicht nur zum Haareschneiden.

Doch er ist auch in der Lage, Leben nicht nur zum Ernähren zu töten, Leben zu retten, Leben durch Medizin zu verlängern etc.

Ja, er hat Fähigkeiten, die Tiere und Pflanzen offensichtlich nicht besitzen.

Er ist auch in der Lage, Gutes von Bösem zu unterscheiden und entsprechend zu handeln, aber er ist nicht in der Lage, nur Gutes zu tun und Böses zu unterlassen. Die Frage ist: Warum?

Liegt es an der Unvollkommenheit der Schöpfung oder daran, dass nichts perfekt sein darf, damit Verbesserungen möglich sind?

Ich glaube: Ja.

Die Schöpfung hat darüber hinaus in den verschiedenen Teiler der Welt auch sehr unterschiedliche Typen von Menschen, Tier und Pflanzen entstehen lassen, denn in den unterschiedlichen Regionen dieser Erde herrschen unterschiedliche klimatische Bedingungen und somit gibt es auch unterschiedliche Rassen.

Da diese Rassen früher keine Ahnung davon hatten, dass es woanders auch Menschen gibt, die anders aussehen und auch sich auch anderen Lebensumständen anpassen mussten – Hitze, Kälte, Regen, Dürre –  sind auf der Welt viele unterschiedliche Religionen = Lebensregeln  entstanden. Sie haben nach meiner Ansicht jedoch alle die gleichen Wurzeln:

Wie kann der Mensch sich unter den gegebenen Umständen fortpflanzen und überleben?

  1. Der Tod

Zunächst wieder aus dem Internet:

 „Was nach dem Tod kommt

Zu den Konsequenzen des Todes für das betroffene Individuum lassen sich vier grundsätzliche Haltungen unterscheiden:

  1. Der Tod ist das endgültige Ende der körperlich-organischen und der aktiven, physisch feststellbaren geistigen Existenz eines Lebewesens (z.B. Ganztodtheorie)
  2. Der Tod ist nur eine Phase, die schließlich zu einem neuen individuellen Leben führt (Wiederverkörperung durch Reinkarnation)
  3. Der Tod ist der unumkehrbare Übergang in einen anderen Seinszustand (Weiterleben in einem Totenreich, Auferstehung, Unsterblichkeit)
  4. Leben und Tod sind indifferent (in einigen mystischen Richtungen, z.B. im Zen).

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Tod#Was_nach_dem_Tod_kommt)

„Klaus Feldmann, Sterben und Tod: soziologische Betrachtungen

Allgemeine Überlegungen

Daß alle Menschen nur eine begrenzte Lebenszeit haben, ist positiv und funktional sowohl von der Evolution des Lebens als auch von der Idee einer Entwicklung der Menschheit und ihrer kulturellen Formen her als positiv anzusehen. Eine optimale durchschnittliche Länge und Streuung der Lebenszeit in Populationen zu bestimmen, könnte in Zukunft vielleicht ein soziales Problem werden, für das Lösungen gesucht werden. 

Jedenfalls ist zu erwarten, daß es in Zukunft in der Menschheit zu einer Polarisierung in technisch unterstützte Langleber und die traditionellen Kurzleber kommen wird. 

In zahlenmäßig kleinen Kulturen und Gesellschaften war der Tod von (signifikanten) Individuen ein (objektiv und subjektiv) bedeutsames Ereignis, was sich in der entsprechenden Ritualisierung (Begräbnisse) und Ideologisierung (Mythen) zeigte. Für moderne soziale Großsysteme ist der Tod einzelner, selbst der politischen und ökonomischen Führungsgestalten, in der Regel unbedeutend geworden, bestenfalls Stoff für Erzählungen der Massenmedien. 

Mortalität

Früher (und heute in Teilen der Welt) starben hauptsächlich junge Menschen (Säuglinge, Kinder, Jugendliche, junge Mütter, Krieger etc.), heute sterben in den Industriestaaten vor allem alte Menschen. 

Die wichtigsten Mortalitätsunterschiede in modernen Gesellschaften: 

Frauen leben länger als Männer. 

Personen der oberen Schichten leben länger als Personen der unteren Schichten. 

Die geschlechtsspezifischen Mortalitätsunterschiede sind sowohl auf biologische als auch auf soziale Faktoren zurückzuführen. 

Als soziale Faktoren werden genannt: Arbeitsbedingungen, Stress, Rauchen, Ernährung, Gesundheitsvorsorge. 

Die männlichen Geschlechtsrollenstereotype (Aggressivität, Dominanz, Konkurrenzhaltung, Unabhängigkeit) erhöhen das Todesrisiko. 

In vielen Entwicklungsländern sind die Frauen so stark benachteiligt, daß ihre Sterblichkeit die der Männer übersteigt. 

Der Körper

Menschliche Körper werden durch die dominierende naturwissenschaftliche und technische Sichtweise immer mehr instrumentalisiert, zu Werkzeugen für ökonomische Unternehmungen. Körper werden in Organisationen funktionalisiert, wie Maschinen eingesetzt und ausgewechselt. Sie müssen immer häufiger repariert und behandelt werden. Tod bedeutet in diesem Kontext: die Maschine kann nicht mehr repariert werden. 

Ist nur das Gehirn wesentlich für den modernen Menschen, sind die anderen Körperteile ersetzbar, ohne daß es zu einem Identitätsverlust kommt? 

Die Antwort hängt von kulturellen und sozialen Werten und Normen ab. 

These: In westlichen Gesellschaften wurde das Gehirn zum Zentralorgan des einzelnen Menschen. Es gilt als Sitz der personalen Identität. Es wird erst dann als ersetzbar gelten, wenn seine Programmierung in ein anderes Gehirn (evtl. auch „tierischen“ Ursprungs) oder in ein anderes Medium (Computer, Chips, Biochips etc) übernommen werden kann. 

Neben dem Gehirn gilt als zweiter Schlüsselbereich des Menschen und seiner Identität das Genom. Die Gene können das Individuum überdauern. Durch die Gentechnik werden Unsterblichkeitsmythen reaktiviert. 

Formen des Lebens und des Sterbens

Leben und Sterben haben sich in modernen Gesellschaften differenziert. Also ist auch eine differenzierende analytische Betrachtung angemessen. 

Drei Formen von Sterben und Tod können unterschieden werden: 

Physisches Sterben: der Verlust körperlicher Funktionen. 

Psychisches Sterben: der Verlust des Bewußtseins, aber auch verschiedener Teile des Ichs, des Selbstbewußtseins. 

Soziales Sterben: der Verlust der Anerkennung durch andere, von Rollen und sozialen Teilhabechancen. 

Alle drei Formen des Sterbens haben sich in modernen Gesellschaften im Vergleich zu traditionalen Gesellschaften eigenständig entwickelt und verlängert (vgl. Feldmann 1997b). 

Der Tod als kulturelles Phänomen

In den meisten Kulturen wurde und wird der Tod rituell geregelt, d.h. es gibt vorgeschriebene Verhaltensabläufe für die Überlebenden (und für die Toten). Er wird als Übergang in einen anderen Zustand, häufig in ein Reich der Toten, definiert. Damit wird der Tod in den Lebenslauf eingeordnet, der durch verschiedene Übergänge (Kind zu Erwachsenen, Frau zur Mutter, Pensionierung etc.) gekennzeichnet ist. Diese Übergänge von einer Identität zu einer anderen können auch als Prozesse des „sozialen Sterbens und Wiederauferstehens“ begriffen werden. 

Übergangsrituale wurden in manchen Kulturen parallel zu den Veränderungen, die mit der Leiche geschehen, gestaltet. Die Dauer der Verwesung, der Übergang der Seele ins Jenseits und die Dauer der Trauer wurden in einigen Kulturen ideologisch und rituell verbunden. (vgl. Hertz 1907) 

Nach Nahe-Tod-Erfahrungen (Bewußtseinsverlust nach schweren Unfällen, Herzstillstand usw.), verändern viele ihr Leben in entscheidender Weise. Sie haben zwar keinen endgültigen Übergang in den Zustand des Todes vollzogen, doch sie fühlen sich offensichtlich verpflichtet, einen Übergang im Leben zu markieren. (Kellehear 1990). 

Historische Entwicklungen und sozialer Wandel

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde das traditionelle Personal für die Betreuung von Sterbenden und Toten (vor allem Bezugspersonen, teilweise Priester) von Professionellen (Medizinern, Bestattern) „aus dem Feld gedrängt“. Dadurch wie auch durch andere Faktoren ergab sich eine Privatisierung und Intimisierung des Todes von Bezugspersonen für die Überlebenden. 

Schon vor dem Ersten Weltkrieg war ein Niedergang der Trauerrituale und Bestattungspraktiken feststellbar, der durch den Massentod im Krieg beschleunigt wurde, da die traditionellen Begräbnisrituale nicht durchgeführt werden konnten. 

In vielen Bereichen haben die beiden Weltkriege die Modernisierung vorangetrieben, vor allem bezüglich der effizienten Tötung großer Mengen von Menschen. 

Doch nicht nur äußere Kräfte haben zur Erosion der traditionellen Todesriten beigetragen, sondern auch innere Kräfte. Die Intimisierung und die rationale Betrachtung zwischenmenschlicher Beziehungen lassen einen ritualisierten Totenkult als äußerlich und antiquiert erscheinen. Das moderne säkularisierte Individuum verliert immer mehr das Interesse an Bestattungspraktiken. 

Um den Umgang mit Sterben und Tod in modernen Gesellschaften zu verstehen, müssen die gesellschaftlichen Strukturen betrachtet werden: 

zunehmender Einfluß des Staates (z.B. Bürokratisierung, Gewaltmonopol, Verrechtlichung, Gesundheitswesen, Erziehungsinstitutionen) 

Wirtschaftssystem (Kapitalismus, Wohlstandsgesellschaft, Monetarisierung, homo oeconomicus, Wirtschaftswachstum, Professionalisierung) 

Wissenschaft und Technik (z.B. medizinischer Fortschritt, Gentechnik, Atomtechnik, Informationstechnik) 

Säkularisierung und Pluralisierung der religiösen Institutionen und Vorstellungen 

Individualisierung 

Veränderung der Familienstrukturen (Verringerung der Kinderzahl, Scheidungsraten). 

Verdrängung des Todes

Werden Sterben und Tod in modernen Gesellschaften verdrängt, verneint, tabuisiert? 

Pro-Argumente: 

Im Vergleich zu agrarischen Gesellschaften werden die meisten Todesfälle in der Öffentlichkeit immer weniger wahrgenommen, werden also immer privater. 

Der Anteil der Menschen, die schon vor ihrem Tod und damit auch im Sterbeprozeß einsam und isoliert sind, hat zugenommen. 

Menschen haben immer weniger und immer später im Leben Primärerfahrungen mit Sterbenden und Toten, und sie vermeiden auch aktiv solche Kontakte. 

Sterbende und Tote wurden in zunehmendem Maße aus dem Alltagsleben entfernt und Professionellen zur Bearbeitung übergeben. 

Durch die Bürokratisierung und Professionalisierung vor allem in Krankenhäusern und Pflegeheimen ergibt sich eine Entfremdung und Entpersönlichung für die Sterbenden und ihre Angehörigen. 

Menschen vermeiden, an ihren eigenen Tod zu denken. 

Menschen, die an ihre eigene Sterblichkeit erinnert werden, werden rassistischer, reagieren strafender, grenzen sich stärker gegenüber Fremden ab, wenden sich konservativen Werten zu. (Ochsmann 1992) 

Menschen haben Schwierigkeiten, miteinander über Sterben und Tod offen zu kommunizieren. 

Der Tod wird auf die Gruppe der alten Menschen abgeschoben. 

Kontra-Argumente: 

In modernen Gesellschaften wurde das erste Mal in der Geschichte ein dramatischer dauerhafter Sieg über den frühzeitigen Tod errungen. 

Die meisten Mitglieder hochindustrialisierter Staaten führen gemeinsam eine erfolgreiche Kontrolle von Leben und Sterben durch. 

Die meisten Personen sterben als alte Menschen und dies wird in der Regel als normal, natürlich und angemessen angesehen. 

Die meisten Menschen werden nicht mehr durch Dogmen und autoritäre Gesellschaftssysteme zur Akzeptanz bestimmter Ideologien gezwungen, sie können selbst den Sinn ihres Lebens und Sterbens bestimmen. 

Noch nie wurde in der Öffentlichkeit so differenziert und verantwortungsbewußt über wichtige Todesprobleme (Sterbehilfe, Abtreibung, Krieg, Mord, Todesstrafe, Suizid etc) diskutiert wie in modernen Gesellschaften. 

In kaum einer anderen Kultur haben bisher so viele junge Männer gegen das Töten im Krieg Widerstand geleistet wie in modernen Gesellschaften. 

Zwar wird das Sterben der meisten Menschen in der Öffentlichkeit ignoriert, doch dem Sterben von Bezugspersonen wird in den Primärgruppen große Bedeutung zugemessen. 

Sterben im Krankenhaus

Aufgrund einer fortschrittlichen ressourcenverbrauchenden physischen Überlebensstrategie wird das psychische und soziale Sterben im Krankenhaus vernachlässigt. 

Vor allem leiden die in Organisationen Sterbenden unter dem Verlust der Selbstkontrolle. 

Das Krankenhauspersonal versucht, das Sterben von Klienten zu vermeiden, nicht nur durch Einsatz der medizinischen Technik, sondern auch durch Uminterpretieren, Ignorieren und Unsichtbarmachen des Sterbevorgangs. 

Die Privatisierung des Körpers und vieler alltäglicher Vorgänge einerseits und die bürokratische und professionelle Öffentlichkeit andrerseits stellen ein bisher nicht gelöstes Dilemma dar, das zu zusätzlichem Leiden der Schwerkranken und Sterbenden führt. 

Durch die Professionalisierung wird einerseits die Fremdkontrolle und die Isolation des Individuums gefördert. Andererseits aber wird die Verwissenschaftlichung, Technisierung, Differenzierung und Automatisierung vorangetrieben, wodurch neue Formen der Selbstbestimmung überhaupt erst möglich werden (Geburten- und Todeskontrolle). 

Euthanasie, Sterbehilfe

Euthanasie bedeutet ursprünglich „der gute Tod“. In der Antike und in vielen Kulturen ist die Lebensverkürzung zum Erreichen des guten Todes stärker akzeptiert worden als in modernen Gesellschaften. 

Euthanasie oder aktive Sterbehilfe hat fließende Grenzen zu Selbstmord und Mord und ist deshalb ein umstrittener sozialer Problembereich. 

In den Industriestaaten ist ein langfristiger Trend zu vermehrter Akzeptanz von professionell kontrollierter aktiver Sterbehilfe festzustellen. 

Trauer

Traditionelle Funktionen von Trauerritualen 

  • Trauernden Personen helfen, mit ihren emotionalen und sozialen Problemen umgehen zu lernen, indem sie in geregelte Interaktionsstrukturen eingebunden werden. 
  • Trauernden Personen helfen, neue Rollen zu akzeptieren und zu lernen. 
  • Probleme, die mit dem Tod des Gesellschaftsmitglieds verbunden sind, lösen. 
  • Die tote Person in die Gemeinschaft der Toten integrieren. 

Beispiele für kulturelle Unterschiede im Trauerverhalten: 

Japan: Interaktion zwischen trauernder und toter Person gilt (bzw. galt) als normal. 

Bali: Trauer soll nicht gezeigt werden. Nicht weinen! Lachen! 

Hopi: Die Toten möglichst schnell vergessen! 

Ägypten: Starke affektive Trauerreaktionen werden ermutigt. 

Im 19. Jh. wurde in Europa romantische langjährige Trauer von bürgerlichen Frauen akzeptiert. 

In modernen Gesellschaften wurde die Trauer privatisiert. Die Unterstützung durch die Öffentlichkeit, durch Rituale und durch anerkannte Deutungsmuster hat sich verringert. Es fand also eine Abschiebung der Trauerarbeit auf die Betroffenen statt, die oft hohe Kosten tragen müssen: psychisches Leid, Statusverlust, Vereinsamung. 

Doch es vollzog sich auch eine Befreiung vom normativen Druck, der vor allem auf den trauernden Frauen (z.B. in Europa im 19. Jahrhundert) lastete. 

Die antizipatorische Trauer nimmt zu, da die Todeskontrolle sich stetig verbessert, der frühzeitige, plötzliche und unerwartete Tod seltener wird.“

Quelle: http://www.erz.uni-hannover.de/~feldmann/sterben_und_tod.htm

Meine Ansicht zum Tod ist

Der Tod ist wie die Geburt Teil der Schöpfung und somit des Lebens.

In manchen Religionen ist er etwas Tragisches, wie z. B. im Christentum, während er in anderen mehr oder weniger als Übergang in eine neue Phase des Daseins verstanden wird, z. B. im Buddhismus.

Auch die Natur kennt eine Art Wiedergeburt, denn die meisten Pflanzen „sterben“ im Herbst und machen einen sehr toten Eindruck, bis sie dann im Frühjahr schöner und größer wieder aus ihrem Winterschlaf erwachen.

Ich selbst weiß nicht, wie ich mit dem Tod umgehen werde. Ich hatte einmal eine Phase – nach dem ich die Romantik Hotels an die Hoteliers verkauft hatte – da sagte ich mir: „Wenn ER mich jetzt zu sich ruft, bin ich bereit zu gehen.“

Mit der Gründung unddem Aufbau der Romantik Hotels hatte ein „mein Lebenswerk“ vollendet. Ich hatte etwas Positives geschaffen und damit mein Lebensrad ein wenig vorwärts bewegt.

Inzwischen habe ich mir wieder neue Aufgaben gestellt, die noch nicht beendet sind, so dass ich derzeit auch noch keine Lust hätte abzutreten.

Auch ist mir nicht klar, was mit mir nach meinem Tod geschehen soll. Ich will eigentlich nicht beerdigt werden, um meinen Kindern, die weit weg wohnen, nicht  mit der Grabpflege zu belasten. Und wenn ich mir manche Gräber so ansehe, möchte ich so etwas nicht „von unten sehen“ wollen.

Verbrannerden möchte ich eigentlich auch nicht, denn Adolf hat zu viele Menschen verbrennen lassen und dieser Gedanke kommt mir immer wieder, wenn ich an eine Feuerbestattung denke.

Vielleicht vermache ich meinen Körper der Universität, damit diese meine kranken und evtl. noch gesunden Teile untersuchen können und – was natürlich am wichtigsten ist: mein Hirn! – damit ich der Wissenschaft vielleicht behilflich und ich auch nach meinem Tode noch zu was nützlich bin.

Ich weiß es nicht, bzw. noch nicht.

Vielleicht möchte ich auch ganz einfach in der Ostsee bestattet werden oder meine Asche sollte in den Nord-Ostsee-Kanal – an dem ich jetzt wohne – gestreut werden (aber dann müsste ich ja doch verbrannt werden…). Habe ich noch etwas Zeit, darüber nachzudenken?

  1. Die Liebe

Fragen wir zunächst wieder Wikipeda, was dort unter Liebe zu lesen ist:

„Liebe (von mhd. liebe „Gutes, Angenehmes, Wertes“) ist im engeren Sinne die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung, die ein Mensch für einen anderen Menschen zu empfinden fähig ist. Im weiteren Sinne bezeichnet Liebe eine ethische Grundhaltung („Nächstenliebe“). Im ersteren Sinne ist Liebe ein Gefühl oder mehr noch eine innere Haltung positiver, inniger und tiefer Verbundenheit zu einer Person, die den reinen Zweck oder Nutzwert einer zwischenmenschlichen Beziehung übersteigt und sich in der Regel durch eine tätige Zuwendung zum anderen ausdrückt. Hierbei wird nicht unterschieden, ob es sich um eine tiefe Zuneigung innerhalb eines Familienverbundes („Elternliebe“) handelt, um eine enge Geistesverwandtschaft („Freundesliebe“) oder ein körperliches Begehren („geschlechtliche Liebe“). Auch wenn letzteres eng mit Sexualität verbunden ist, bedingt sich auch in letzterem Falle beides nicht zwingend (z.B. sog. „platonische Liebe“).“

Das ist jedoch nur der eine Teil der Liebe, wie wir sie im allgemeinen Sprachgebrauch kennen. Sie ist in zahllosen Liedern, Romanen und in der bildlichen Kunst dargestellt. Viele glauben, dass der „Amor“ mit seinem Pfeil ins Herz trifft und auf diesem Weg die Liebe überträgt.

Andere sind jedoch der Ansicht, dass die Liebe nicht im Herzen, sondern im Hirn entsteht. Sehr eindrucksvoll machte mir dies einmal ein weit gereister Mann in den USA klar, der sagte: „Schließe Deine Augen, Deine Nase und Deine Ohren und wenn die schönste Frau dieser Welt vorbeigeht, spürst Du nichts!“ „It´s all a chemical reaktion!”

Eine chemische Reaktion? Vielleicht eine bio-chemische Reaktion? Nun, da wird man schon hellhöriger und befragt die Wissenschaft, was die dazu sagt:

„Der Begriff „Liebe“ ist in der Biologie nicht definiert und damit keine wissenschaftliche Kategorie. Allgemein ist es schwierig, emotionale Prozesse mit naturwissenschaftlicher Methodik zu bearbeiten, zumal die zugrunde liegende Biochemie noch nicht ausreichend bekannt ist. Gesichert sind beim Menschen lediglich folgende Erkenntnisse:

Neueren Untersuchungen des Gehirnstroms und Studien zufolge bewirkt Liebe in Bereichen des menschlichen Gehirns, die auch für Triebe (vgl. Motivation) zuständig sind, die höchste Aktivität, was darauf schließen lässt, dass das Gefühl, das gemeinhin als „Liebe“ bezeichnet wird, in seinem biochemischen Korrelat einen starken Zusammenhang mit dem biologischen Trieb aufweist.

Die mitunter sehr lang anhaltenden Wirkungen der Liebe deuten aber auch auf neuroendokrine Prozesse hin, die dem Phänomen zugrunde liegen. Das würde sich auch in das Entstehungsfeld einfügen, das in der Sexualität zu suchen ist und die selbst wiederum maßgeblich der diencephalen neuroendokrinen Steuerung unterliegt. Nicht zuletzt die endogenen Opiate des Hypophysenzwischenlappens spielen dabei ein Rolle.

Verliebt sich ein Mensch, so sorgen verschiedene Botenstoffe für Euphorie (Dopamin), Aufregung (Adrenalin), rauschartige Glücksgefühle und tiefes Wohlbefinden (Endorphin) und erhöhte sexuelle Lust (Testosteron). Auch Sexualduftstoffe (Pheromone) werden vermehrt abgegeben. Hingegen sinkt der Serotoninspiegel stark ab, wodurch der Zustand der Verliebtheit in diesem Punkt eine Ähnlichkeit mit vielen psychischen Krankheiten aufweist. Das trägt dazu bei, dass Verliebte sich zeitweise in einem Zustand der „Unzurechnungsfähigkeit“ befinden können, sich dabei zu irrationalen Handlungen hinreißen lassen und Hemmschwellen abbauen. Nach einiger Zeit (wenige Monate) gewöhnt sich der Körper an diese Dosen und ganz allmählich (laut WHO maximal nach 24-36 Monaten) beendet das Gehirn diesen sensorischen „Rauschzustand„.

Das vertiefte Gefühl der Liebe ist aus evolutionsbiologischer Sicht möglicherweise im Zusammenhang mit der Sexualität entstanden, wobei die Liebe es ermöglichte, die erfolgte Partner-Selektion und damit die Paarbeziehung über längere Zeiträume zu stabilisieren. Es sind zwar bei vielen Tierarten monogame Paarbeziehungen bekannt (z. B. auch bei den Graugänsen von Konrad Lorenz), aber ob diese Tiere dabei soetwas wie „Liebe“ empfinden, ist wohl eine aus erkenntnistheoretischen Gründen unbeantwortbare Frage.

Im Rahmen des Konzepts der biologischen Determiniertheit entsteht Liebe zwingend aus bestimmten körperlichen Reaktionen. Viele Menschen empfinden diese naturwissenschaftliche Einengung der Liebe auf körperliche Funktionszusammenhänge als unzureichende Beschreibung eines inneren Phänomens bzw. subjektiven Erlebens.“

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Liebe)

Das macht Sinn. Ich glaube daher, dass die Liebe unbedingt zur Fortpflanzung gehört, da sie biochemische Dinge in die Wege leitet, die zur Fortpflanzung gehören.

Ja, ja, ich höre den Einspruch schon, dass reiner Sex ohne Liebe auch zur Fortpflanzung führt und kann dazu nur Ja sagen. Doch wenn diese biochemischen Reaktionen nicht erforderlich wären, wozu wären sie dann überhaupt da? Die Natur macht nichts, was nicht Sinn macht. Wenn sie nicht erforderlich wären, wären sie im Laufe der Evolution schon längst verkümmert und nicht mehr vorhanden. Sie sind es jedoch noch. Gott sei Dank!

„Da stimmt die Chemie“, „die haben die gleiche Wellenlänge“, „der kann sie gut riechen“ oder auch im negativen Sinn: „Die können sich nicht riechen“, „die haben die Nase voll voneinander“ oder „da funkt es nicht mehr zwischen den Beiden“.

Somit gehören die Liebe und Sexualität wie Yin und Yang zusammen und sind die Grundlage der Fortpflanzung.

  1. Sexualität

Zunächst wieder einmal Wikipedia:

„Sexualität (sinngemäß „Geschlechtlichkeit“, von spätlat. sexualis; aus lat. sexus „Geschlecht“; vgl. Sex) bezeichnet im weiteren biologischen Sinne die Gesamtheit der Lebensäußerungen, Verhaltensweisen, Empfindungen und Interaktionen von Lebewesen in Bezug auf ihr Geschlecht. Im engeren Sinne bezeichnet der Begriff die Formen dezidiert geschlechtlichen Verhaltens zwischen Geschlechtspartnern.

Zwischenmenschliche Sexualität wird in allen Kulturen insbesondere auch als ein möglicher Ausdruck der Liebe zwischen zwei Personen verstanden.“

Und weiter bei Wikipedia:

„Beim Menschen scheint die Sexualität im Gegensatz zu fast allen Tieren kein reines Instinktverhalten zu sein, sondern sie unterliegt auch bewussten Entscheidungsprozessen. Menschen drücken ihre sexuelle Anziehung zum Anderen durch unterschiedliche Formen und Aspekte aus: Zärtlichkeiten, Worte, verschiedene sexuelle Praktiken, im negativen Sinne durch besitzergreifendes Verhalten und im Extrem durch Formen sexueller Gewalt.

Ab welchem Alter sich Sexualität beim Menschen zeigt, ist noch heute Gegenstand von Diskussionen. Der psychoanalytischen Triebtheorie von Sigmund Freud zufolge entsteht sie nicht erst in der Pubertät, sondern existiert bereits von Geburt an (siehe kindliche Sexualität). Das Vorhandensein eines Sexualtriebes und sexuell gefärbter Handlungen bereits bei Kindern wird heute von den meisten Fachleuten bestätigt und ist in den Bereichen Psychologie, Pädagogik und Medizin allgemeine Lehrmeinung.

Die Sexualität des Menschen beeinflusst seine Psyche, seine persönliche Entwicklung, die Formen seines Zusammenlebens sowie – auch beeinflusst von der Sexualmoral – die gesamte Sozialstruktur, also die Kultur und Gesellschaft, in der er lebt. Da zwischen der Sexualität des Mannes und der Sexualität der Frau teils erhebliche Unterschiede bestehen, führt diese Diskrepanz bei der Heterosexualität zu mannigfaltigen Abstimmungsschwierigkeiten zwischen den Geschlechtern. Folge mangelnder Anpassung auf beiden Seiten können sich auch in Funktionsstörungen bei Frau und Mann niederschlagen.

Außer der am weitesten verbreiteten Ausrichtung des Sexualverhaltens, der Heterosexualität, weist das Sexualverhalten des Menschen weitere sexuelle Orientierungen auf. Dazu gehören zum Beispiel die Homosexualität, d.h. die Ausrichtung des Sexualtriebs auf das eigene Geschlecht, die Bisexualität, die sich auf beide Geschlechter richtet, die Asexualität, wo kein Verlangen nach Sex – weder mit dem männlichen noch weiblichen Geschlecht – besteht, oder auch die fetischistische Sexualität, die sich auf unbelebte Gegenstände oder bestimmte Handlungen richtet. Früher teilweise tabuisiert und verboten, gewinnen diese Ausrichtungen heute in aufgeklärten Gesellschaften zunehmend an Akzeptanz und sind in vielen Ländern heute gesetzlich legal.“

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Sexualit%C3%A4t#Sexualit.C3.A4t_des_Menschen

Weil die Sexualität beim Menschen kein reines Instinktverhalten ist wie bei den Tieren, sondern auch verstandesgesteuertes Verhalten ist, kommt es zu dem klassischen Dilemma zwischen Herz und Verstand.

Die Frage taucht daher auf: Ist der Mensch von Natur aus monogam oder polygam?

Wikipedia: „Der Begriff Monogamie entstammt der Biologie und bezeichnet im Ursprung die lebenslange exklusive Fortpflanzungsgemeinschaft zwischen zwei Individuen einer Art. Die Monogamie steht somit im Gegensatz zu polygamen Verhaltensmustern wie Polyandrie, Polygynie und Promiskuität, kann aber nicht als deren genaues Gegenteil aufgefasst werden. So kann zum Beispiel bei der Polyandrie oder der Polygynie der eine Partner wechselnde Sexualpartner haben, während der andere Partner sich diesem gegenüber monogam verhält.

Biologische Wurzeln der Monogamie

In der Biologie wird zwischen sozialer und sexueller Monogamie unterschieden. Bei sozialer Monogamie ziehen die Individuen Junge als Paar auf, können aber zusätzliche Sexualkontakte haben. Nur wenige Säugerarten leben zumindest in Phasen der Jungenaufzucht sozial monogam, aber mehr als 90 Prozent aller Vögel. Von Verhaltensbiologen wird dies dahingehend gedeutet, dass es eine Korrelation zwischen der Intensität der Partnerbindung und dem Aufwand an elterlicher Fürsorge für den Nachwuchs gibt: Je aufwendiger die Jungenaufzucht ist, als desto nötiger gilt eine gemeinsame Versorgung der Jungen durch beide Elternteile und als desto wahrscheinlicher wird monogames Verhalten angesehen. Unter Nestflüchtern sollte daher Monogamie weniger verbreitet sein als unter Nesthockern. Aber auch hier ist zu beachten, dass Monogamie und gemeinsame Jungenaufzucht nicht bedeutet, dass ein Paar ausschließlich miteinander Sexualkontakte hat. Neuere genetische Studien unter sozial monogam lebenden Vögeln haben gezeigt, dass ein erheblicher Teil der Jungtiere nicht vom Männchen gezeugt wurde, das sich in scheinbar fester Paarbindung um „seinen“ Nachwuchs kümmert.

Auch für den Menschen liegen diesbezüglich erste Zahlen vor. Aus Untersuchungen von rezessiven Erbanlagen – z. B. Blutgruppen – von Eltern und Kindern wird, je nach Land und Region, ein Anteil von nicht innerhalb der Ehe gezeugten Kindern zwischen 2 % und 30 % gefunden.

Den genetischen Grundlagen von monogamem Verhalten war eine Gruppe von US-amerikanischen Neurobiologen auf der Spur, deren Ergebnisse im Juni 2004 in der angesehenen Fachzeitschrift Nature publiziert wurden (Band 429, S. 754 – 757). Die Forscher hatten zwei nahe verwandte Arten der Wühlmaus untersucht: Wiesenwühlmäuse (Microtus pennsylvanicus) und Präriewühlmäuse (Microtus ochrogaster). Wiesenwühlmaus-Männchen leben einzelgängerisch und polygam, Präriewühlmaus-Männchen hingegen leben in der Natur in einer lebenslangen Brutpflegegemeinschaft, die jedoch nicht immer sexuell exklusiv ist. Im Gehirn der Tiere konnten die Forscher einen neurophysiologischen Unterschied ausmachen: Die monogam lebenden Präriewühlmaus-Männchen hatten deutlich mehr Rezeptoren für Vasopressin als die männlichen Wiesenwühlmäuse. Bei der Paarbindung wirkt zudem das Hormon Oxytocin mit, das beim Menschen wichtige Funktionen bei der Geburt hat und vermutlich auch beim Aufbau sozialer Bindungen eine Rolle spielt.

Die Forscher isolierten das Gen, das für die Herstellung des Vasopressin-Rezeptors verantwortlich ist und schleusten dieses Gen ins Vorderhirn von Männchen der polygamen Art ein. Das Ergebnis beschrieben die Autoren zurückhaltend so: „Wir erhöhen wesentlich die Ausbildung einer Partner-Bevorzugung“ („we substantially increase partner preference formation“). Bereits ein einziges Gen könne also komplexes Sozialverhalten beeinflussen, und dies wiederum könne eine Erklärung dafür sein, dass sich das Sozialverhalten im Verlauf der Stammesgeschichte gelegentlich relativ rasch zu ändern scheint.

Einer der Autoren der Studie, Larry Young, äußerte die Hoffnung, dass man, aufbauend auf diesen Erkenntnissen, neue Ansätze zur Therapie von Bindungsstörungen wie Autismus entwickeln könne. Er wies zugleich darauf hin, dass eine Übertragung der Befunde auf menschliches Verhalten nicht möglich sei, weil die Anordnung der Vasopressin-Rezeptoren im Gehirn von Menschen nicht mit jener bei Wühlmäusen vergleichbar sei.

Monogamie ist unter Säugerarten mit zirka drei Prozent nicht weit verbreitet, aber sie wird mindestens vierzehn der rund 200 heute lebenden Primatenarten zugeschrieben. Bei den ausgeprägt monogamen Arten wie den Krallenaffen wurde ein wesentlich größeres Engagement der Männchen bei der Aufzucht der Jungen beschrieben als bei nicht monogamen Arten. Die Gibbons leben weitgehend monogam auf einem von beiden Partnern verteidigten Territorium, während die dem Menschen näher verwandten Bonobos und Schimpansen sich polygam verhalten. Auch weil die stammesgeschichtlich nächsten Verwandten des Menschen einschließlich des Gorillas und des Orang-Utans im Unterschied zu den entfernter verwandten Gibbons polygam leben und zudem keinerlei Kenntnisse über das Verhalten der letzten gemeinsamen Vorfahren von Menschenaffen und Menschen existieren, ist es unmöglich zu entscheiden, welche Form des Sozial- und Sexualverhaltens bei Menschenaffen und Menschen die stammesgeschichtlich „ursprüngliche“ sein könnte. Diverse Studien deuten jedoch darauf hin, dass monogames Verhalten beim Menschen ein stark kulturell beeinflusstes Phänomen ist.“

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Monogamie

Da der Mensch offensichtlich nicht monogam ist, sondern seine Gene so beschaffen sein können, dass er/sie nicht nur einen Partner „lieben“ kann, ja, sogar seinesgleichen als Sexualpartner liebt, gehört es natürlich zu allen Religionen, hierzu Regeln aufzustellen. Sie fallen allerdings sehr unterschiedlich aus: Während die eines sie verdammt, wird sie von der anderen toleriert oder gar bevorzugt:

Um eine Übersicht zu bekommen, wie die Sexualität in verschiedenen Religionen eingestuft wird oder wurde, hier einen etwas ausführlicheren Abschnitt aus dem Magnus-Hirschfeld-Archiv über Sexualität und Religion, zu finden im Internet unter: http://www2.hu-berlin.de/sexology/ATLAS_DE/html/sexualitaet_und_religion.html:

„10.1.1 Sexualität und Religion

Mehrere Jahrtausende lang wurden Fragen der Moral ausschließlich nach religiösen Grundsätzen entschieden. Menschen konnten Gut und Böse, Recht und Unrecht unterscheiden, weil sie den Unterschied durch eine übermenschliche Macht vermittelt bekamen. Die Geister, Götter oder Gott zeigten ihnen den rechten Weg und bestraften ihren Ungehorsam. Moral und Religion waren also im Grunde identisch. Atheistische Moralvorstellungen tauchten in der Geschichte der Menschen erst spät auf, sie sind ein Produkt der fortschreitenden Zivilisation.

In den folgenden Abschnitten werden die Lehren vergangener und gegenwärtiger Religionen zusammengefasst. Vorab sei noch einmal daran erinnert, dass moderne, nicht-religiöse Moralsysteme in ihrer Einstellung zur Sexualität ebenso vielfältig sind.

Der historische Hintergrund

Die Wurzeln unserer westlichen Zivilisation reichen bis weit in die Antike zurück. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, geben viele unserer heutigen moralischen Überzeugungen Ereignisse, Umstände oder kollektive Erfahrungen aus längst vergangenen Zeiten wieder. Vom Heidentum der Antike bis zum Judentum und Christentum wurde unsere sexuelle Moral zum Beispiel von einer Vielzahl religiöser Glaubensvorstellungen beeinflusst. Häufig wurde dieser Einfluss nicht nur direkt und offen wirksam, sondern auch indirekt, unterschwellig und verdeckt. In vielen Fällen blieb dieser Einfluss bestehen, auch wenn die Glaubensvorstellungen selbst überholt oder abgewandelt waren. Es scheint daher sinnvoll, zumindest einen flüchtigen Blick auf die wesentlichen westlichen Religionen zu werfen und besonders ihre Aussagen zum menschlichen Sexualverhalten zu betrachten.

Das klassische Griechenland und Rom

Allgemein gesprochen waren die alten europäischen Kulturen der Sexualität gegenüber sehr positiv eingestellt. In unserem Zusammenhang können wir die nordeuropäischen Kulturen jedoch überspringen und uns auf die Kulturen des Mittelmeer-Raumes konzentrieren, da nur sie einen dauerhaften Einfluss auf die moralischen Grundwerte der westlichen Zivilisation hatten.

Im klassischen Griechenland wurde Sexualität als eine elementare Lebenskraft angesehen, alle sexuellen Gefühle wurden daher als grundsätzlich gut aufgefasst. Viele Götter und Göttinnen der Fruchtbarkeit, der Schönheit und der sexuellen Freuden wurden in besonderen Tempeln oder zu besonderen Anlässen in oft orgiastischen Feiern verehrt. Die Griechen glaubten auch, dass fast alle ihrer Götter ein lebhaftes und vielseitiges Liebesleben hätten. Daher erachteten sie es nur als angemessen für die Sterblichen, diesem göttlichen Beispiel zu folgen.

Den Griechen lag sexuelle Abstinenz so fern, dass ihre Sprache nicht einmal ein besonderes Wort für Keuschheit enthielt. Sie gaben sich statt dessen dem hin, was sie hedoné (sinnliche Freude in all ihren Erscheinungsformen) nannten. Dieser „Hedonismus“ im klassischen Griechenland war jedoch keinesfalls die Rechtfertigung sexueller Zügellosigkeit. Er war statt dessen Ausdruck heiterer Lebensfreude, dankbarer Würdigung des menschlichen Körpers und besonders seiner Geschlechtsfunktion. Lust wurde niemals von der Vernunft getrennt, sondern stand immer mit ihr im Einklang. Nie wurde der Körper um der Seele willen gestraft oder vernachlässigt. Da die Griechen nicht an ein glückliches Leben nach dem Tode glaubten, fühlten sie sich verpflichtet, jeden Augenblick auf dieser Welt voll zu genießen.

Da man Jugend und körperliche Schönheit aufs höchste bewunderte, wurden junge Körper nicht immer durch Kleider bedeckt, sondern häufig mit Stolz gezeigt. Nacktheit in der Öffentlichkeit war bei religiösen Festen, Feierlichkeiten in den Städten und bei Schönheitswettbewerben üblich. Junge Männer trainierten im „Gymnasion“ („dem Ort, wo man nackt ist“), sportliche Wettkämpfe (einschließlich der Olympischen Spiele) wurden nackt ausgetragen, wobei allerdings hier weibliche Zuschauer nicht zugelassen waren. In Sparta fanden demgegenüber „nackte“ Ringkämpfe zwischen Jungen und Mädchen statt. Nackte männliche und weibliche Tänzer erfreuten die Gäste bei Festen und anderen feierlichen Zusammenkünften. Tempel, Theater, öffentliche Plätze und Privathäuser waren mit Statuen und Gemälden nackter Männer und Frauen verziert. Die sexuellen Bezüge dieser Nacktheit wurden offen zugegeben. Viele Kunstwerke gaben sogar sexuelle Reaktionen und Handlungen wieder. Die Griechen fühlten ein beständiges Bedürfnis nach Schönheit, und in ihren Augen war nichts schöner als ein junger, gesunder, nackter menschlicher Körper.

Die Umarmung des Eros

(nach einem alten griechischen Vasenbild)

Die Griechen schrieben jedes sexuelle Verlangen dem Wirken des jungen, verspielten mächtigen Gottes Eros zu. Seiner Umarmung sich zu widersetzen wäre nicht nur sinnlos sondern auch ein Frevel gewesen.

Natürlich war das klassische Griechenland eine von Männern beherrschte Gesellschaft; während des „Goldenen Zeitalters“ war ihr Schönheitsideal männlichen Geschlechts. Wenngleich die Männer sich gewöhnlich zur Heirat und zur Gründung einer Familie verpflichtet fühlten, verhielten sie sich Frauen gegenüber eher nüchtern. Ihre höheren Empfindungen und Leidenschaften blieben oft ihren homosexuellen Beziehungen vor und außerhalb der Ehe vorbehalten. Auch hier wurden sie wiederum von der Religion bestätigt. Von Göttern wie Zeus und Apollo und von Halbgöttern wie Herakles glaubte man, dass sie sich in schöne junge Männer verliebt hätten. Es besteht kein Zweifel, dass diese erhabenen Vorbilder für viele Griechen eine dauernde Quelle der Inspiration waren.

Im klassischen Griechenland versinnbildlichte der junge, kraftvolle und unberechenbare Gott Eros Liebe und sexuelles Verlangen. Er nahm je nach Laune von den Menschen Besitz; jeder Widerstand wäre nicht nur frevelhaft, sondern auch sinnlos gewesen. Alle Formen der Liebe waren göttlichen Ursprungs und hatten respektiert zu werden. Dieser grundsätzliche Glaube erklärt, weshalb die Griechen so außerordentlich tolerant in sexuellen Dingen waren und weshalb es bei ihnen keine Verfolgung abweichenden Verhaltens gab. Auf alle Fälle waren die meisten unserer modernen, zum Teil merkwürdigen Erscheinungsformen menschlicher Sexualität nahezu unbekannt. Schmerz und Lust wurden niemals in Zusammenhang gebracht. Sexuelle Grausamkeiten, sadomasochistische Beziehungen und andere derartige Praktiken entwickelten sich daher so gut wie nie.

In diesem Punkt unterschied sich das klassische Griechenland ganz deutlich von Rom, wo – vor allem in der Kaiserzeit – sexuelle Grausamkeiten und Brutalität recht verbreitet waren. Im Laufe der Zeit wurde Sexualität bei den Römern wesentlich roher und vulgärer, als sie dies bei den Griechen je gewesen war. Abgesehen von bestimmten Exzessen der Reichen, war jedoch im antiken Rom die allgemeine Einstellung zur Sexualität ebenfalls ausgesprochen vernünftig und realistisch.

In Rom wie in Griechenland reflektierte der religiöse Glaube ursprünglich die Wertvorstellungen einer Agrargesellschaft. Die Bauern beteten zumeist für eine große Familie, das Wachstum der Viehherden und reiche Ernten. Die ältesten religiösen Zeremonien waren daher Fruchtbarkeitsriten. Im Laufe der Zeit wurden viele dieser Riten natürlich verändert und verfeinert, aber selbst das urbane Rom der Kaiserzeit kannte verschiedene orgiastische religiöse Feiern und sexuell ausschweifende Festlichkeiten. Felder und Gärten wurden von Statuen des Gottes der Fruchtbarkeit, des Priapus, beschützt, der einen gewaltigen erigierten Penis zur Schau trug. In Prozessionen führte man kunstvolle Darstellungen männlicher Geschlechtsorgane mit, oder man trug sie als glückbringenden Schmuck.

Die Römer betrachteten wie die Griechen Sexualität und Fortpflanzung nie als untrennbar, sondern sie akzeptierten alle Formen der Sexualität als von den Göttern vorbestimmt und daher gut. Mit der Ausdehnung ihres Reiches auf Gebiete, in denen die griechische Kultur vorherrschte, wurden von den Römern viele griechischen Sitten und Vorstellungen übernommen. So wurden die griechischen Gottheiten Eros und Aphrodite in Rom als Amor und Venus verehrt. Demgegenüber scheinen die Ideale der griechischen homosexuellen Liebe für die meisten Römer nicht nachvollziehbar gewesen zu sein. Zwar wurden homosexuelle Beziehungen als normal und natürlich angesehen, kaum aber als höherer ideeller Wert. Insgesamt gesehen war die Einstellung der Römer zur Sexualität eher unmittelbar, nüchtern und praktisch.

Insgesamt kann man sagen, dass die Religion der Griechen und der Römer das gesamte Spektrum der sexuellen Möglichkeiten des Menschen zuließ. Der Kontrast zu unseren heutigen religiösen Vorstellungen ist bemerkenswert. Der größte Unterschied zwischen den alten und modernen Einstellungen ist wohl dieser: In der alten Welt lag die Betonung auf dem sexuellen Verlangen selbst, nicht auf seinem Objekt. Daher wurden Männer und Frauen nicht geliebt, weil sie selbst begehrenswert schienen, sondern die Liebe, die jemand zu ihnen empfand, machte sie begehrenswert. Die Liebe war eine treibende Kraft, die dem Liebenden entsprang, sie wurde auf andere hingelenkt, aber ihre Intensität oder ihr Wert hingen nie von der Reaktion des anderen ab. Diese Ansicht wird in einem griechischen Sprichwort deutlich: „Der Gott der Liebe wohnt im Liebenden, nicht im Geliebten.“ Das bedeutete, dass man in jeder sexuellen Handlung den Gott der Liebe mehr verehrte als den sexuellen Partner.

Aufgrund dieser religiösen Verherrlichung körperlicher Liebe empfanden die Griechen und Römer zumeist wenig Bewunderung für Menschen, die sexuell abstinent lebten. Erst später, in der hellenistischen Zeit (ungefähr zur Zeit Jesu), fanden bestimmte asketische Philosophen eine breitere Anhängerschaft. Diese Philosophen vertraten die Ansicht, es bestehe ein Widerspruch zwischen dem sterblichen Körper und der unsterblichen Seele, und sie lehnten deshalb jeden materiellen Besitz und jede sinnliche Freude zugunsten von „Reinheit“ und „Tugend“ ab. Es ist nicht ganz deutlich, weshalb diese asketischen Philosophien plötzlich so beliebt wurden. Sie übten auf alle Fälle auf die Denker des frühen Christentums eine große Anziehungskraft aus.

Das alte Israel

Geschichte, Sitten, Rechte und religiöse Vorstellungen des alten Israel sind in der Bibel sorgfältig und ausführlich dokumentiert. Daher weiß man in den westlichen Ländern, wo die Bibel noch viel gelesen wird, wesentlich mehr über das Volk Israel als über alle anderen Völker des Altertums, Wir können uns deshalb hier auf eine kurze Übersicht beschränken.

Im Gegensatz zu ihren polytheistischen Nachbarn glaubten die Juden nur an einen Gott, Jahwe, den Schöpfer und Herrscher der Welt. Er hatte sie als sein Volk erwählt und ihnen durch Mose Gesetze gegeben. Sie fühlten sich daher verpflichtet, nach seinen Geboten zu leben und alle anderen Gesetze und fremden Einflüsse abzulehnen.

Für das Volk Israel war das Hauptziel der Sexualität die Fortpflanzung. „Seid fruchtbar und mehret euch“ war für Männer und Frauen eine Pflicht, und es gab keinen größeren Segen als eine große Familie. Daher sagte Gott zu Abraham, als er ihn belohnen wollte: „. . . darum will ich dich segnen und dein Geschlecht so zahlreich machen wie die Sterne des Himmels und wie den Sand am Gestade des Meeres …“ (1. Mose 22,17). Entsprechend war sexuelle Abstinenz in den Augen Gottes nicht nur ein Vergehen, sie verriet auch eine unsoziale Einstellung. Ein Mensch, der sich entschloss, keine Kinder zu haben, wurde deshalb kaum für besser gehalten als jemand, der Blut vergoss

Adam und Eva verbergen ihre Nacktheit (Deutsches Gemälde aus dem 14. Jahrhundert)

Die Bibel erzählt, dass die ersten Menschen ihre Nacktheit erkannten, als sie Gott ungehorsam geworden waren, und dass sie sich ihrer schämten. Zur Strafe für ihre Sünden wurden sie aus dem Paradies vertrieben. Für die Israeliten galt deshalb Nacktheit als verboten, in der Öffentlichkeit „bloß“gestellt zu werden war die schlimmste Demütigung,

Da für das Volk Israel Fruchtbarkeit von entscheidender Bedeutung war, sah man die männlichen Geschlechtsorgane als unverletzlich, fast als heilig an. Als zum Beispiel Abraham seinen Knecht aussandte, um eine passende Frau für seinen Sohn Isaak zu finden, forderte er ihn auf, einen heiligen Schwur abzulegen. Also legte der Diener seine Hände um Abrahams „Hüften“ (eine Umschreibung für die Geschlechtsorgane) und schwor zu Gott, er werde dafür sorgen, dass sein Sohn keine Nicht-Jüdin heiraten müsse (1. Mose 24, 2-4). – Dieses Ritual ist einem Brauch der alten Römer ähnlich, wo man die Hoden berührte, während man einen Schwur tat. Das lateinische Wort „testis“ („Zeuge der Wahrheit“) ist noch heute in unserem medizinischen Begriff für Hoden (Testis) enthalten. – Die Geschlechtsorgane verdienten auch einen besonderen Schutz. Wenn eine Frau ihrem Mann im Kampf mit einem anderen Mann helfen wollte und diesen dabei an Penis oder Hoden berührte, wurde ihr die Hand abgeschlagen (5. Mose 25, 11-12). Sexuell verstümmelte Männer wurden aus der Gemeinschaft ausgeschlossen.

Viele Passagen der Bibel (darunter auch das sexuell eindeutige „Hohe Lied Salomos“) machen ganz deutlich, dass die Israeliten eine sehr hohe Meinung von sexueller Lust hatten. Sexualität wurde als normaler Bestandteil eines gesunden Lebens betrachtet, und es galt als Tugend, sich daran zu erfreuen. Nach dieser Ansicht hatten junge Paare ein Anrecht auf ausgedehnte Flitterwochen: „Wenn jemand vor kurzem erst ein Weib genommen hat, so muss er nicht mit in den Krieg ziehen, und man soll ihm nichts auflegen: er soll ein Jahr lang für sein Haus frei sein, dass er mit seinem Weibe fröhlich sei, das er genommen hat“ (5. Mose 24, 5).

Andererseits sollten sich Männer und Frauen möglichst nicht nackt zeigen. Nacktheit galt als beschämend und peinlich. Eine ehebrecherische Frau wurde zum Beispiel von ihrem Mann öffentlich ausgezogen, um sie zu demütigen. Man versuchte mit zahlreichen Bräuchen und Vorschriften sogar, ein unbeabsichtigtes Zeigen der Geschlechtsorgane zu verhindern, (Wenn in späteren Zeiten ein Jude in einem griechischen Gymnasion Sport trieb, betrachtete man ihn als seinem Glauben abtrünnig.)

Dennoch wäre es falsch anzunehmen, die Israeliten seien prüde oder puritanisch gewesen. Ihre Einstellung zur Sexualität war weitgehend positiv. Aber dadurch, dass sie die Fortpflanzung für die zentrale Funktion hielten, war der Koitus die einzig annehmbare Form sexueller Handlungen. Jede Sexualität, die nicht dem Ziel der Fortpflanzung diente (einschließlich sexueller Selbstbefriedigung), wurde – da sie im Widerspruch zum Willen Gottes stand – als „widernatürlich“ betrachtet. Homosexueller Geschlechtsverkehr und sexueller Kontakt mit Tieren wurden mit dem Tode bestraft (3. Mose 20,13 u. 15).

Es ist wichtig, sich der religiösen Grundlage dieser sexuellen Intoleranz bewusst zu sein, Zu einer Zeit, als das Volk Israel um sein nationales und religiöses Überleben kämpfte, war es von Völkern umgeben, die zahlreiche Götter und Götzen verehrten und bei denen es üblich war, jede Form sexueller Handlungen zum Bestandteil dieser Verehrung zu machen. Aus dem Buch der Könige und den Büchern der Propheten wissen wir, dass auch die Israeliten im Tempel in Jerusalem und an verschiedenen heiligen Stätten über männliche und weibliche Prostituierte verfügten. Da es jedoch notwendig war, die reine monotheistische Religion zu bewahren, wurde diese „geheiligte Prostitution“ zusammen mit anderen polytheistischen Bräuchen schließlich geächtet. So begannen die Menschen, Sexualität ohne das Ziel der Fortpflanzung dem Götzendienst gleichzusetzen und wie eine schwere religiöse Verfehlung zu behandeln.

Dennoch waren sexuelle Freuden innerhalb des relativ engen Rahmens des ehelichen Beischlafs durchaus anerkannt, sie wurden sogar unterstützt. Erst spät in der Geschichte Israels (etwa zur Zeit Jesu) entwickelten bestimmte extreme Religionsgemeinschaften wie die Essener strenge asketische Ideale. Für die jüdische Kultur als solche war sexuelle Askese jedoch niemals kennzeichnend.Madonna und Kind

(Gemälde von Fouquet, 15. Jahrhundert)

Das paradoxe Bild von der jungfräulichen Mutter Maria, das die Ideale der Keuschheit und der Fruchtbarkeit in sich vereinigt, gibt die Auffassung der mittelalterlichen katholischen Kirche zur Sexualität wohl am besten wieder.

Die Katholische Kirche

Zu Zeiten Jesu Christi entstanden im Römischen Reich zahlreiche asketische religiöse Bewegungen. Es gab nicht nur besonders strenge jüdische Sekten (wie die Essener), die allen sexuellen Freuden entsagten, sondern auch viele heidnische Kulte, die den menschlichen Körper als „unrein“ bezeichneten und die verlangten, ihn zu missachten, zu misshandeln oder, um der „reinen“ Seele willen, darben zu lassen. Jesus selbst scheint sich keiner dieser Ideen verschrieben zu haben, sondern er folgte eher den traditionellen jüdischen Lehren, die gegenüber Sexualität eine positivere Einstellung hatten. Im Grunde genommen ist über seine Ansichten zu einzelnen sexuellen Fragen wenig bekannt, Er selbst blieb unverheiratet, rühmte oder verdammte sexuelles Verlangen jedoch niemals. Seine Einstellung gegenüber sexuellen Außenseitern war mitfühlend und verzeihend (Lukas 7, 36-50; Johannes 8, 1-11).

Bei Paulus wird die menschliche Sexualität ausführlicher erörtert, Paulus, einer der ersten und erfolgreichsten christlichen Missionare, der nicht zu den Jüngern Jesu zählte, war offensichtlich mehr von der negativen Einstellung seiner Zeit gegenüber der Sexualität beeinflusst. Seine strenge Verurteilung der Homosexualität kann natürlich noch als traditionell jüdisch erklärt werden (Römer l, 26-27; 1. Korinther, 7, 38). Er geht jedoch weit über diese Traditionen hinaus, indem er das sexuelle Verlangen selbst als eine eher bedauerliche Schwäche ansieht. Er erklärt sogar – und das steht im deutlichen Widerspruch zur jüdischen Lehre -, das Zölibat sei über die Eheschließung erhaben (1. Korinther 7, 8-9 u, 38).

Diese asketische Einstellung gegenüber der Sexualität wurde bald von dogmatischen Gelehrten wie Tertullian, Jeremias und Augustinus übernommen.

Diese „Kirchenväter“ hatten von sinnlicher Lust eine besonders schlechte Meinung. Vor allem Augustinus, ein hervorragender Denker und Schriftsteller, erlangte erheblichen Einfluss. Augustmus wurde in Nordafrika geboren, wo er auch verstarb, verbrachte aber seine mittleren Lebensjahre in Italien und schulte sein Denken in bestimmten damals verbreiteten asketischen Glaubensauffassungen und Philosophien. Er hatte während seiner Jugend und im frühen Erwachsenenalter ein recht aktives Geschlechtsleben geführt. Nach seiner Bekehrung zum Christentum begann er jedoch, Sexualität als beschämend und entwürdigend anzusehen. Nach seiner Auffassung waren die willentlich nicht zu beeinflussenden Körperreaktionen beim Geschlechtsverkehr ein erschreckendes Zeichen für die Versklavung des Fleisches. Sie bewiesen, dass der Mensch nicht Herr seines Körpers war, wie Gott es bestimmt hatte. Statt dessen hatte der Sündenfall von Adam und Eva sie und alle ihre Nachkommen einer hinreichenden Selbstkontrolle beraubt und sie so der „Fleischeslust“ ausgeliefert – dem lüsternen Begehren, das um jeden Preis Befriedigung sucht. Ein „neues“ christliches Leben verlangte daher die strikte Unterdrückung solcher Bedürfnisse. Die Ehe selbst war nicht gottlos, weil sie den Partnern erlaubte, das drängende Verlangen in den erhabenen Dienst der Zeugung zu stellen. Dennoch war jeder sexuelle Akt, auch unter Eheleuten, verderbt; jedes Kind, das als Ergebnis solcher Handlungen geboren wurde, musste daher in der Taufe gereinigt werden. Aber selbst dann blieb das unglückselige, von Adam und Eva ererbte Streben nach körperlicher Lust bestehen.

Die von Augustinus hergestellte Verbindung von Sexualität, Erbsünde und Schuld hatte dauernde, verhängnisvolle Auswirkungen auf das christliche Denken. Man muss dabei jedoch berücksichtigen, dass auch das gesamte intellektuelle und moralische Klima der frühen Kirche für ein offenes Verhältnis zur Sexualität nachteilig war. Die ersten Christen glaubten, dass das Ende der Welt unmittelbar bevorstünde, und selbst als es nicht eintrat, blieben ihre allgemeinen Lebensaussichten eher trübe und freudlos. Jungfräulichkeit, vollständige Abstinenz und die systematische Missachtung des Körpers galten als Merkmale der Tugend. Mönche und Einsiedler wurden wegen ihres schonungslosen Fastens und ihres Kampfes gegen sexuelle Versuchung gepriesen. Sogar Selbstkastration wurde als moralischer Akt gewürdigt. Gleichzeitig erreichten Intoleranz und religiöser Fanatismus einen neuen Höhepunkt. Als das Christentum schließlich im Römischen Reich zur offiziellen Religion erklärt wurde, führte die Regierung strikte Gesetze ein, die bestimmte sexuelle Handlungen als heidnische Relikte verboten. Besonders Homosexuelle und andere Menschen, die von der christlichen Sexualmoral abwichen, wurden als Kapitalverbrecher bezeichnet und öffentlich hingerichtet. So begannen die Christen, kurz nach dem Ende ihrer eigenen Verfolgung, andere zu verfolgen. (Vgl. a. Kap. 10.2.1 „Sexualität und Gesetz – der historische Hintergrund“.)

Als sich die christliche Kirche über ganz Europa ausbreitete, wich die fanatische Askese einer gemäßigteren Einstellung. Viele Mitglieder des Klerus heirateten und hatten Kinder, ein Brauch, der bis weit ins Mittelalter überlebte, wo er von der kirchlichen Obrigkeit abgeschafft wurde. Im Laufe der Zeit verlagerte sich die Rechtsprechung über sexuelle Vergehen von weltlichen zu kirchlichen Gerichten, die jetzt alle Fälle verhandelten, die mit dem Seelenheil des Angeklagten zu tun hatten. (In bestimmten Fällen wurde der Angeklagte allerdings zur Bestrafung der Regierungsgewalt übergeben.)

Das Vorgehen der mittelalterlichen Kirche im Hinblick auf sexuelles Verhalten ist in sogenannten Bußbüchern dokumentiert, in Büchern, die als Anleitung für Beichtende geschrieben wurden und lange Sündenregister mit den dazugehörigen angemessenen Strafen enthielten. In diesen Bußbüchern wurde im allgemeinen wenig Toleranz für „abweichendes“ sexuelles Verhalten oder sogar für ein lebhaftes „normales“ eheliches Geschlechtsleben gezeigt. Erst später, als Thomas von Aquin und seine Anhänger einen stärkeren Einfluss innerhalb der Kirche gewannen, wurde die Einstellung gegenüber der Sexualität ausgeglichener und realistischer.

Thomas von Aquin, der bedeutendste mittelalterliche Theologe, bemühte sich, die Sexualität systematisch und logisch zu untersuchen. Sein logischer Ausgangspunkt war folgender: Die „Natur“ des menschlichen Geschlechtsverkehrs ist die Zeugung von Kindern. Daher ist jede sexuelle Handlung, die diesem Ziel nicht dient, „widernatürlich“, das heißt gegen den Willen Gottes gerichtet und sündig.

Seine gesamte Sexualphilosophie lässt sich aus dieser Grundannahme ableiten. „Natürliche“ sexuelle Handlungen finden nur mit dem „richtigen“ Ziel und dem „richtigen“ Partner in „richtiger“ Weise statt, das heißt zum Zwecke der Zeugung, mit dem Ehepartner und durch Koitus. Sexuelle Handlungen sind in dem Maße „widernatürlich“ und sündig, in dem sie von dieser dreifachen Moralvorschrift abweichen. Das schwerste Verbrechen wider die Natur besteht darin, mit falschem Vorsatz (nur um der sexuellen Freude willen) und dem falschen Partner (zum Beispiel einen Partner gleichen Geschlechts) in falscher Weise (zum Beispiel mit Oral- oder Analverkehr) Kontakt zu haben. Auch sexuelle Handlungen mit Tieren oder Selbstbefriedigung sind schwere Sünden. Etwas weniger sündig ist Sexualität mit dem falschen Partner des anderen Geschlechts, zum Beispiel bei Vergewaltigung, Ehebruch oder Inzest. Auch einfache „natürliche“ Unzucht ist, solange sie nicht zur Schwangerschaft führt, eine geringfügige Übertretung. Bei eingetretener Schwangerschaft wird sie jedoch zum schweren „widernatürlichen“ Akt, weil das Kind nicht ehelich sein wird und der Fürsorge und Aufmerksamkeit des Vaters entbehrt.

Anders als Augustinus sah Thomas von Aquin die „richtige“ sexuelle Handlung, den ehelichen Koitus, nicht als von Fleischeslust befleckt an. Er bedauerte eigentlich nur, dass mit ihm der Verlust verstandesmäßiger Kontrolle verbunden war. So hatte er im Grunde genommen einen mäßigenden Einfluss auf das theologische Denken über die Sexualität. Aber dennoch blieb selbst für ihn sexuelle Abstinenz moralisch über die Eheschließung erhaben.

Das Beharren auf sexueller Anpassung an die „Natur“, wie es bei Thomas von Aquin zum Ausdruck kommt, also sein Glaube an ein sogenanntes „Naturrecht“, ist noch bis zum heutigen Tag für die katholische Glaubenslehre von entscheidender Bedeutung. Freilich hat die Katholische Kirche für bestimmte Fälle ihre mittelalterlichen Ansichten zur Sexualität verändert. Besonders in unserem Jahrhundert hat eine gewisse Liberalisierung eingesetzt. Dennoch vertritt die Katholische Kirche nach wie vor im Grunde genommen Auffassungen, nach denen das Sexualverhalten der meisten heutigen Menschen als „abweichend“ bezeichnet werden müsste. Sexuelle Selbstbefriedigung, nichtehelicher heterosexueller Geschlechtsverkehr, homosexueller Geschlechtsverkehr und sexueller Kontakt mit Tieren werden von der Kirche nach wie vor als „unnatürlich“ und mehr oder weniger sündig abgelehnt. Künstliche Befruchtung, Sterilisation, Schwangerschaftsabbruch und die meisten Arten von Verhütungsmitteln werden ebenfalls abgelehnt. (Nur die sogenannten Rhythmus-Methode ist unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt.) Schließlich sollte noch angemerkt werden, dass die Katholische Kirche Ehescheidungen nicht anerkennt. Insgesamt kann man sagen, dass der katholische Glaube in bezug auf Sexualität unter allen Weltreligionen wohl am restriktivsten ist.

Ein göttliches Gebot für alle Eheleute


(Holzschnitt aus Nordamerika, 17. Jahrhundert)

Die ersten Protestanten lehnten das traditionelle Zölibat der Priester, Mönche und Nonnen ab und rieten jedem zur Eheschließung. Die englischen und nordamerikanischen Puritaner griffen sogar auf die Vorschriften des Alten Testaments zurück und definierten Fortpflanzung als oberste Ehepflicht und einziges zulässiges Ziel sexueller Betätigung.

Die Protestantischen Kirchen

Die protestantische Reformation im 16. Jahrhundert teilte die einst geschlossene Kirche in Westeuropa und brachte zahlreiche neue Kirchen, Glaubensgemeinschaften und -bewegungen hervor. Die ersten protestantischen Führer, Luther und Calvin, lehnten die Autorität des Papstes und andere katholische Glaubensgrundsätze ab. Hinsichtlich der Sexualität behielten sie jedoch die meisten traditionellen Auffassungen bei. Die Einrichtung des Zölibats und die Glorifizierung sexueller Abstinenz griffen sie demgegenüber an. Luther, ein ehemaliger Mönch, ging mit eigenem Beispiel voran und heiratete eine Nonne; Calvin entschloss sich ebenfalls zur Heirat, um ein geregeltes, produktives Leben führen zu können. Beide betrachteten Frauen als notwendige, aber untergeordnete Gefährtinnen des Mannes. Besonders Calvin sah die Rolle der Ehefrau als die der lebenslangen, engen Verbündeten des Mannes an. Sie musste mehr sein als nur die Mutter seiner Kinder. Aus diesem Grunde war der Zweck der Ehe auch nicht nur das Hervorbringen und Erziehen von Nachkommen, sondern sie hatte einen eigenen Wert als soziale Institution zum Wohl der Partner. Sexuelle Freuden innerhalb der Ehe waren daher moralisch und richtig, vorausgesetzt, sie arteten nicht in exzessive Leidenschaft oder reinen Lustgewinn aus.

Calvins Theologie übte einen großen Einfluss auf die englischen Puritaner aus, denen die Reformation Heinrichs VIII. noch nicht weit genug gegangen war und die im Laufe der Zeit in großer Zahl in die neuen englischen Kolonien der amerikanischen Ostküste auswanderten. Angesichts der harten Bedingungen, die sich ihnen dort boten, maßen die Puritaner der Integrität der Familie einen hohen Stellenwert bei. Obwohl sie sich nicht gegen Sexualität insgesamt wandten, standen sie jeder sexuellen Handlung außerhalb der Ehe ausgesprochen intolerant gegenüber. Vor- und außereheliche Sexualität wurde hart bestraft, ebenso Homosexualität und sexueller Kontakt mit Tieren. Um der Versuchung zu widerstehen, entwickelten die Puritaner strenge Vorschriften für Kleidung und öffentliches Verhalten. Es musste alles abgewendet werden, was die Sinne hätte verfuhren können. Es überrascht unter diesen Umständen kaum, dass ihr Leben bald eintönig, freudlos und bedrückend wurde. Gelegentliche Ausbrüche von Massenhysterie, wie beim Hexenprozess von Salem, hatten zweifelsohne einen sexuellen Hintergrund und bewiesen, dass die Sexualmoral der Puritaner unrealistisch, fanatisch und zerstörerisch geworden war.

Zum Glück mischte sich diese strenge Kultur in den folgenden Jahrhunderten mit einer großen Anzahl neuer Einwanderer, die ein liberaleres Erbe mit sich brachten. Dennoch lebte die puritanische Anschauung in vielen amerikanischen Gesetzen weiter, insbesondere in den Strafgesetzbüchern der einzelnen Bundesstaaten.

In der Zwischenzeit waren die verschiedenen Protestantischen Kirchen in Europa ihrerseits unter den Einfluss asketischer Glaubenslehren geraten. Besonders in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – zur Zeit der englischen Königin Viktoria – erlebten die meisten westlichen Gesellschaften eine nie dagewesene Flut der Prüderie, die einen erheblichen Einfluss auf die Einstellung der Christen zur Sexualität hatte. Ursprünglich war diese Prüderie außerhalb der Kirche weit verbreitet gewesen, wo sie durch Ärzte, Psychiater und Erzieher gefördert worden war. Nach anfänglichem Sträuben folgten jedoch bald die meisten Geistlichen diesem Vorbild. Als schließlich die Wissenschaft begann, sich von so engen Anschauungen zur Sexualität zu lösen, sahen sich viele Kirchenführer aber außerstande, diesem Beispiel zu folgen. Für sie waren die pseudowissenschaftlichen Theorien des 19. Jahrhunderts zum festen Bestandteil ihrer religiösen Anschauungen geworden.

Die verschiedenen Protestantischen Kirchen von heute unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Sexuallehren zum Teil erheblich. Einerseits gibt es fundamentalistische Kirchen, die die strengstmöglichen Vorschriften beibehalten haben und jede sexuelle Handlung, mit Ausnahme des ehelichen Koitus, als sündig verdammen. Einige dieser Kirchen missbilligen sogar modische Kleidung, Schminken, Tanzen, Küssen oder Umarmungen oder andere enge Körperkontakte zwischen unverheirateten Partnern. Einige moderne Kirchen treten demgegenüber offen für vollkommene sexuelle Erfüllung für jeden ein, ohne Berücksichtigung von Familienstand oder sexueller Orientierung. Manche Kirchen ermutigen nicht nur Frauen, Geistliche zu werden, sie vollziehen auch Eheschließungen zwischen Partnern gleichen Geschlechts. In neuerer Zeit haben einige protestantische Religionsgemeinschaften, wie die „Vereinigte Kirche Christi“ und die Episkopalkirche, ihre ersten offen homosexuellen Geistlichen geweiht.

Gegenwärtig nehmen die meisten größeren Protestantischen Kirchen zwischen diesen Extremen eine mittlere Position ein. Viele von ihnen anerkennen das sexuelle Verlangen des Menschen als eine Gabe Gottes, die nicht nur dem Zweck der Zeugung dient, sondern auch einen Gewinn für jeden Menschen bedeutet, weil sie eine starke körperliche und geistige Bindung zwischen den Ehepartnern darstellt. Die nichtkoitalen Formen des Geschlechtsverkehrs, Verhütung und Sterilisation können daher moralisch gerechtfertigt, unter bestimmten Umständen sogar erforderlich sein. Unglückliche Ehen können durch Scheidung aufgehoben werden. Voreheliche Sexualität ist nur unter Würdigung der Umstände zu beurteilen; sie ist nicht unbedingt eine Sünde. Allgemein werden Menschen, die von den traditionellen Normen abweichen, mit Nachsicht und Verständnis behandelt. Es wird in jedem Fall für unmoralisch gehalten, sie zu verfolgen, solange sie anderen keinen Schaden zufügen. So hat der leitende Ausschuss des amerikanischen Kirchenrates jetzt offiziell verlangt, solche Verfolgungen einzustellen. Gleichzeitig unterstützt der Ausschuss die Gewährleistung gleicher Rechte für alle Bürger, ungeachtet ihrer emotionalen oder sexuellen Neigungen.

Andere Kulturen im Vergleich

Wie in unserer westlichen Zivilisation beeinflussten auch in anderen Kulturen religiöse Anschauungen die Einstellung der Menschen in sexuellen Fragen. Diese Einstellungen konnten von völliger sexueller Freiheit bis zu strikter Askese reichen. Einige asiatische Religionen teilen so bestimmte negative westliche Einstellungen zur Sexualität. Ganz allgemein kann man jedoch sagen, dass die nicht-westliche religiöse Tradition immer eine größere Vielfalt sexuellen Ausdrucks zugelassen hat. So ist in Afrika und Asien die Verurteilung von sexuell Abweichenden selten auch nur annähernd so fanatisch gewesen wie in Europa und Amerika. Da die eigentlichen Ziele des vorliegenden Buches eine umfassende und eingehende Betrachtung nicht zulassen, sollen hier lediglich einige ausgewählte Beispiele nicht-abendländischer Religionen dargestellt werden.

Der Islam

Der Islam ist keine asketische Religion; zeitlich begrenzte Ehen (mut’ah-Ehen), einige Formen der Polygamie und rasche Scheidungen sind zugelassen. Es gibt keine Lehre über die Erbsünde oder über die „Fleischeslust“, wenngleich bestimmte Handlungen als sündig gelten. Empfängnisverhütung und Schwangerschaftsabbruch waren deshalb in den meisten moslemischen Ländern, die ein Bevölkerungswachstum wünschten, verboten.

Darüber hinaus wurden aufgrund historischer und kultureller Traditionen (besonders in Arabien und Nordafrika) Ehebruch und vorehelicher Geschlechtsverkehr moslemischer Frauen oft schwer bestraft.

Andererseits ist aber die moslemische Einstellung sexuellen Abweichungen gegenüber verhältnismäßig nachsichtig. Die biblische Geschichte von Sodom und Gomorrha wird im Koran wiederholt, und sie scheint besonders homosexuelles Verhalten zu verbieten (Koran XXVII165-166, XXVII 54-58, XXIX 28-29, LIV 37-38). Moslems haben deshalb zu bestimmten Zeiten (und in bestimmten Gegenden) sogar gefordert, homosexuelle Vergehen mit dem Tode zu bestrafen. Solche Verurteilungen waren jedoch insgesamt sehr selten. Eigentlich haben die meisten islamischen Gesellschaften homosexuelle und ambisexuelle Handlungen praktisch toleriert. Wo Gesetze gegen die Homosexualität in Kraft waren, hatten sie nur selten Konsequenzen, da nach dem Willen Mohammeds zumindest zwei Zeugen für einen Schuldspruch notwendig waren. Es scheint daher, dass einvernehmliche Sexualität, solange sie verborgen blieb, wenig Einschränkungen unterworfen war. Insgesamt weist die Religion des Islam in bezug auf die Sexualität eine realistische und relativ liberale Einstellung auf, die einen erheblichen Spielraum für menschlichen sexuellen Ausdruck zulässt.

Der Hinduismus

Der Hinduismus, eine der ältesten noch existierenden Religionen der Welt, hat keinen historischen Religionsgründer. Von den frühen Lehren, die ungefähr 1000 Jahre vor Christus in vier heiligen Büchern, den Veden, festgelegt wurden, wird angenommen, dass sie weisen Männern offenbart wurden, die an den Ufern des Ganges und Indus lebten. Das Wort „Hindu“ wird von der persischen Bezeichnung für den Fluss Indus abgeleitet. Eine Reihe heiliger Bücher wurde im Laufe der Jahrhunderte hinzugefügt: die Upanishaden, die Manu-Gesetze, die Bhagavadgita und Heldengedichte wie die Mahabharata und die Ramayana.

Diese Bücher unterscheiden sich erheblich in Inhalt, Stil und Zielsetzung, wenngleich sie alle in der einen oder anderen Form die zentrale Annahme des Hinduismus wiedergeben – den Glauben an ein höheres Wesen, an einen höchsten Geist oder eine Weltseele, mit der sich schließlich alle Seelen vereinen müssen. Da dieses Ziel innerhalb eines Lebens nicht erreicht werden kann, sind Reinkarnation und Seelenwanderung notwendig. Und die Taten eines Menschen in dem einen Leben entscheiden über seinen Status im nächsten Leben. Aber selbst das niedrigste Wesen hat eine Seele und verdient es daher, verehrt zu werden.

Lingam und Yoni
(Indisches Gemälde des 18. Jahrhunderts)

Für die Inder hatte Geschlechtsverkehr oft eine religiöse Bedeutung. Man kann daher in vielen Hindutempeln ausgesprochen erotische Darstellungen finden. Auch eher nüchtern ausgestattete Tempel zeigten meist das hier dargestellte Symbol. Es handelt sich dabei um das Lingam (das männliche Geschlechtsorgan) in der Yoni (dem weiblichen Geschlechtsorgan), als Symbol einer zweigeschlechtlichen Gottheit. Auf diesem Bild sind außerdem verschiedene Opfergaben und ein zerbrochener Ehrenschirm abgebildet.

Tantra-Darstellung
(Gemälde des 18. Jahrhunderts aus Radschasthan)

Die Einstellung der Menschen in Asien zur Sexualität war lange Zeit eher positiv und tolerant. In vielen Gegenden Asiens hatte die Darstellung offen erotischer Bilder auch eine religiöse Bedeutung, Eine Vermischung sexueller und geistig-religiöser Elemente fand in der Bewegung des Tantraismus statt, den man sowohl im Buddhismus als auch im Hinduismus finden kann.

Praktisch bedeutet dies, dass einerseits im Hinduismus die Askese der heiligen Männer und anderer frommer Menschen, die alle körperlichen Freuden und Bequemlichkeiten als Hindernis für die mögliche Vereinigung mit einem höheren vollkommenen Wesen betrachten, eine große Rolle spielt. Andererseits gab es aber auch Religionsbewegungen im Hinduismus, die sexuelle Lust in all ihren Formen zelebrierten und darin einen Schritt zum Göttlichen sahen. Viele berühmte Kunstwerke mit eindeutig sexuellem Inhalt sind Beweis dieser Anschauung. Selbst eines der bekanntesten frühen Büchern über Sexualität, das „Kamasutra“ (das zwischen dem 1. und 6. Jahrhundert nach Christus geschrieben wurde), betrachtet den Geschlechtsverkehr als geistige Erbauung und damit als legitimen Ausdruck der hinduistischen Kultur. Zeitweilig waren auch Polygamie und „geheiligte Prostitution“ in den Tempeln Bestandteil dieser Kultur. Der Kult des „Lingam“, einer künstlerischen Darstellung des Penis, wurde bis heute beibehalten. Wir wissen, dass in Indien die Ablehnung und tatsächliche Verurteilung sexuell abweichender Menschen nie beständig oder schwerwiegend waren. Ausnahmen waren Ehebruch und Vergewaltigung. Homosexuelle Handlungen wurden ebenfalls allgemein abgelehnt, obwohl es vielerorts erlaubt war, dass Gruppen von homosexuellen Prostituierten öffentlich ihrem Gewerbe nachgingen.

Unter diesen Umständen ist es schwierig, den Einfluss des Hinduismus auf sexuelle Einstellungen abzuschätzen. Im Laufe seiner langen Geschichte haben viele unterschiedliche und oft einander widersprechende Philosophien verschiedene Epochen der hinduistischen Kultur beeinflusst. Alles in allem scheinen sich die Hindus jedoch eine positive Einstellung zur Sexualität erhalten zu haben, positiver als die Menschen in den meisten anderen Weltreligionen.

Der Buddhismus

Die Grundlagen des Buddhismus wurden im 6. Jahrhundert vor Christus in Nepal von Siddharta Gautama gelegt, den man später Buddha („der Erleuchtete“) nannte, Gautama war überzeugt, Leid werde vom Begehren des Menschen verursacht, der Mensch müsse sich also selbst von diesem Begehren (einschließlich des sexuellen Begehrens) befreien. Das sollte durch rechtschaffenes, liebevolles und intensives geistiges Leben geschehen. Ein „erhabener achtfacher Pfad“ des rechten Glaubens, rechten Strebens, rechter Sprache, rechter Handlung, rechten Lebensunterhaltes, rechter Leistung, rechter Gedanken und rechter Meditation würde ins „Nirwana“, das heißt zum höchsten Geisteszustand der vollkommenen Einsicht und zum Frieden ohne Leidenschaft führen.

Während sich die Auffassungen Gautamas über ganz Ostasien ausbreiteten, teilten sich seine Anhänger in zwei Hauptgruppen, von denen die eine, die Hinayana („kleines Gefährt“), einfache und anspruchsvolle Regeln der Disziplin einhielt; die andere Gruppe, die Mahayana („größeres Gefährt“), erweiterte seine Lehren beträchtlich, indem sie verschiedene örtliche Religionen mit einbezog und ausführlichere Lehren über Himmel, Hölle und Seelenheil entwickelte. Innerhalb der zwei Hauptgruppen gibt es zahlreiche Untergruppen und Sekten. Die ursprünglichen Lehren Gautamas waren im eigentlichen Sinne nicht religiös, da sie nichts über ein höheres Wesen oder Gott aussagten. Er zeigte nur einen Weg zur Erleuchtung durch angemessene Lebensführung. Selbsterkenntnis, Disziplin und Güte führten nach und nach zur Befreiung von Begierde und endlich zur vollkommenen Ruhe des Nirwana. Erst nach dem Tod Gautamas wandten sich verschiedene Religionen und Mythologien seiner Lehre zu. Dieser Prozess wiederum brachte verschiedene Religionsbewegungen und Gruppen hervor, die mit der Kirche des Abendlandes verglichen werden können.

Es gab jedoch nie eine besondere Lehre über die Sexualität. Die Einstellung der Buddhisten zur Sexualität änderte sich je nach Kultur und Bräuchen. Im allgemeinen war sie positiv praktisch und human. Sexuelle Handlungen unter mündigen Partnern wurden als Privatsache betrachtet. Die Verurteilung sexuell abweichender Menschen war in den Ländern Asiens niemals verbreitet. Masturbation, nichtkoitaler heterosexueller Geschlechtsverkehr und homosexuelles Verhalten mögen zeitweise belacht oder missbilligt worden sein, haben aber die Öffentlichkeit nie beunruhigt. Prostitution wurde vielfach öffentlich ausgeübt. In manchen Fällen sah man sie als sinnvolle Einrichtung an oder sogar als angesehenen Beruf. Bevor sie in den Einfluss der abendländischen Sexualmoral gerieten, waren die buddhistischen Gesellschaften Ostasiens in sexuellen Dingen sehr tolerant. Einiges von dieser Toleranz ist in diesen Ländern bis heute erhalten geblieben.

Indianische Religionen in Amerika

Die Ureinwohner Amerikas hatten außerordentlich unterschiedliche religiöse Glaubensauffassungen. Sie unterschieden sich auch in ihrer Einstellung zur Sexualität. Die alten Hochkulturen Süd- und Zentralamerikas hatten selbstverständlich mit den einfacheren Kulturen Nordamerikas nur wenig gemeinsam, wenngleich die europäischen Eroberer sie alle fälschlicherweise als „Indianer“ bezeichneten. Dennoch ist es möglich, eine zumindest allgemeine Übersicht der eingeborenen Religionen Amerikas und deren Ansicht über die Sexualität des Menschen wiederzugeben.

Die meisten amerikanischen Indianer glaubten an verschiedene höhere und niedere Göttinnen und Götter, in manchen Fällen an ambisexuelle oder hermaphroditische Gottheiten. Einige Indianer beteten ein männliches Höheres Wesen an, andere eine große Mutter Erde oder andere weibliche Gestalten. Bei denen, die sich von der Landwirtschaft ernährten, waren Fruchtbarkeitsriten gebräuchlich, die jedoch kaum sexuellen Charakter trugen. Sexualität spielte jedoch bei einigen anderen Zeremonien eine Rolle.

Die peruanischen Indianer begruben ihre Toten oft zusammen mit eindeutig sexuellen Tonfiguren und Keramiken, die fast alle möglichen Formen des Geschlechtsverkehrs darstellten. Auch scheint es eine Art institutionalisierter, „geheiligter“ Homosexualität gegeben zu haben. (Andererseits scheint homosexuelles Verhalten jedoch in einigen zentralamerikanischen Kulturen, zumindest bei den unteren sozialen Schichten, scharf verurteilt worden zu sein.)

Während die meisten amerikanischen Indianer bestimmte strenge Tabus gegenüber Inzest und Geschlechtsverkehr mit menstruierenden Frauen einhielten, gab es keine religiöse Forderung nach Enthaltsamkeit. Vorübergehende sexuelle Abstinenz wurde jedoch zu bestimmten Gelegenheiten gefordert. Sexuelle Spiele von Kindern wurden mit Toleranz betrachtet. Da Ehen schon in jungen Jahren geschlossen wurden, litten auch die Jugendlichen wenig unter sexueller Frustration. Unverheirateten Männern wurden oft sexuelle Privilegien gegenüber Frauen ihrer Brüder oder männlicher Verwandter zugestanden. Einem verheirateten männlichen Gast der Familie wurden vom Gastgeber manchmal ähnliche Privilegien eingeräumt. Sexuell abweichendes Verhalten wurde als die Offenbarung der besonderen „Natur“ oder „Berufung“ eines Menschen respektiert. Ein Junge, der feminines Verhalten zeigte, wurde zum Beispiel nicht „korrigiert“, sondern man gestattete ihm, wie eine Frau zu leben und sogar „Ehefrau“ eines anderen Mannes zu werden. Daher hatten Transsexuelle und Hermaphroditen nur selten soziale Probleme. Im wesentlichen waren alle Indianerkulturen Amerikas also in sexuellen Angelegenheiten ausgesprochen großzügig. Sexuelle Freuden waren ein notwendiger Bestandteil des Lebens, jeder hatte darauf ein Recht.

Alte polynesische Religionen

Bis zur Berührung mit der abendländischen Zivilisation gehörten die Inselbewohner Polynesiens zu den sexuell freiesten Menschen der Welt. Während verschiedene polynesische Kulturen unterschiedliche religiöse Lebensanschauungen und soziale Bräuche entwickelten, betrachtete keine jemals die Sexualität als schlecht, beschämend oder schmutzig. Im Gegenteil, ihre Götter, Göttinnen und Priester selbst waren Muster sexueller Kraft. Sinnliche Lust und körperliche Schönheit wurden sehr hoch bewertet, Tanzen, Singen sportliche Wettkämpfe, Schönheitswettbewerbe und sexuelle Darbietungen waren regelmäßiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens der Polynesier. Auf Tahiti gab es sogar einen besonderen religiösen Orden, die Arioi-Gesellschaft, deren Mitglieder von Insel zu Insel reisten und die Öffentlichkeit mit rituellen sexuellen Aufführungen unterhielten.


Zweigeschlechtliche Ahnenfigur
(Bemalte Skulptur aus Melanesien)

Viele der sexuell ungehemmten pazifischen Inselbewohner drückten ihre Verehrung für die allumfassende Lebenskraft durch die Schaffung von Ahnenfiguren aus, die männliche und weibliche Geschlechtsmerkmale aufweisen.

Polynesische Kinder wurden von klein auf zu sexuellen Handlungen angehalten. Es war ihnen normalerweise auch freigestellt, sexuelle Handlungen Erwachsener zu Hause oder bei öffentlichen Festen zu beobachten. (Sexueller Kontakt zwischen kleinen Kindern und Erwachsenen wurde allerdings abgelehnt, schien jedoch nur selten vorzukommen.) Besondere Riten für die Pubertierenden gab es nicht, aber es war den Jugendlichen erlaubt, mehrere sorglose und sexuell aktive Jahre in einer Gruppe mit anderen Jugendlichen zu verbringen, die die Gemeinschaft mit musikalischer, sportlicher und sexueller Unterhaltung versorgten.

Voreheliche Schwangerschaften wurden als Zeichen der Fruchtbarkeit begrüßt und erhöhten die Chance eines Mädchens, einen Ehemann zu finden. Da die polynesische Großfamilie ein zusätzliches Kind leicht aufnehmen konnte, entstand die Frage der „Unehelichkeit“ erst gar nicht.

Ehen waren meist monogam. (Nur einige Stammesoberhäupter hatten mehrere Frauen.) Bei gegenseitigem Einverständnis konnte eine Ehe jedoch leicht aufgehoben werden, eine Wiederverheiratung war genauso einfach. Man muss allerdings verstehen, dass die polynesische Ehe nicht wirklich monogam war, da die Ehefrauen oft den männlichen Verwandten, Freunden und Hausgästen des Ehemanns sexuelle Privilegien zugestanden.

Angesichts der allgemein toleranten Einstellung der Polynesier in sexuellen Fragen überrascht es nicht, dass auch homosexuelle und ambisexuelle Handlungen bei ihnen ganz offen ausgeübt werden konnten und als natürlich angesehen wurden. Transsexuelle konnten ihren Neigungen entsprechend leben, daher nahmen einige Männer Frauenrollen an.

Unter diesen Umständen ist es wohl fraglich, ob die Bezeichnung „sexuell abweichendes Verhalten“ im Hinblick auf die Polynesier überhaupt einen Sinn ergibt. Es gab natürlich gewisse sexuelle Tabus. (Das Wort „Tabu“ selbst ist polynesischen Ursprungs.) Sie hatten indes eher mit gesellschaftlichen Schranken und Fragen des Ranges zu tun als mit der sexuellen Handlung selbst.

Bei der Wahl der Ehepartner gab es feste Regeln, aber sie verhinderten kaum eine sexuelle Erfüllung. Verschiedene Tabus gegen den Inzest sind in diesem Zusammenhang ebenfalls zu erwähnen, obwohlauch hier Ausnahmen existieren: Auf Hawai und Rarotonga heirateten die Brüder und Schwestern der königlichen Familien untereinander. (Offensichtlich hatte dieser Brauch keine negativen Folgen.) Man kann daher zusammenfassend sagen, dass die alten polynesischen Kulturen wohl der beste Beweis dafür sind, dass eine realistische, positive und humane Einstellung zur Sexualität möglich ist und sozial produktiv sein kann.“

Meine Meinung dazu:

Nun, jetzt schlauer geworden? Vielleicht ein wenig, denn die Einstellung in den verschiedenen Religionen ist nicht nur sehr unterschiedlich, sondern hat sich auch im Laufe der Zeit sehr gewandelt, je nach dem welche Einflüsse bzw. Menschen (Männer) dies bewirkt haben.

Für mich scheint die Schlussfolgerung daraus zu sein, dass je „natürlicher“ die Religionen mit der Sexualität umgehen, umso unkomplizierter und toleranter ist der Umgang mit ihr. Je „widernatürlicher“ und dogmatischer mit ihr umgegangen wurde, umso schlimmer wurde mit der Sexualität verfahren.

Gefühle wurden als „teuflisch“ gebrandmarkt und entsprechend in Gesetzen als verbrecherisch eingestuft.

Da die Sexualität von Mann und Frau bekanntlich sehr unterschiedlich ist, die Religionen jedoch alle von Männern geschrieben und verbreitet bzw. gelehrt werden, ist Sexualität in den Religionen sehr einseitig aus männlicher Sicht dargestellt worden.

So ist für mich auch erstaunlich, dass in dem bereits erwähnten „Das Buch der Menschlichkeit“ des Dalai Lama mit keinem Wort die Sexualität vorkommt, wie auch die Frau mit keinem Wort erwähnt wird! Beides gehört somit offensichtlich nicht in das Buch der Menschlichkeit! Und das gilt offenbar für alle Religionsbücher.

Diese Männer hatten bzw. haben der Liebe und der Sexualität abgeschworen.

Vielleicht, weil sie sie nicht wirklich erlebt haben.

Vielleicht, weil sie den Unterschied zwischen Frau und Mann nicht verstanden haben.

Vielleicht, weil sie gemerkt haben, dass die Frau den Mann beherrschen kann.

Vielleicht, weil sie sich unterlegen fühlen.

Vielleicht, weil sie ihr sexuell verfallen waren?

Hierzu passt ein Spruch, den ich verinnerlicht habe:

„Die Schwäche der Frau ist ihre Stärke. Die Stärke des Mannes ist seine Schwäche“.

Jede Träne einer Frau macht den Mann zu einem Beschützer und er tut (alles), was sie will. Würde die Frau männliche Stärke zeigen wollen, würde sie sich nur lächerlich machen.

Umgekehrt mach sich ein Mann lächerlich, der feminine Schwäche zeigt, während seine Stärke von der Frau bewundert wird.

Doch schon bei Samson und Dalila wird seine Schwäche deutlich, als sie ihm die Haare schert.

Delila schert Simson die Haare (Kupferstich)

Dadurch hat sich vielleicht eine Hass-Liebe zwischen Mann und Frau entwickelt, die zu der einseitigen Betrachtungsweise aller Dinge aus der Sicht der männlichen Religionsschreiber geführt haben.

  1. Der Hass

Auch hier soll zunächst Wikipeda zu Wort kommen:

„Hass ist die Bezeichnung für die stärkste Abneigung, die ein Mensch für einen anderen empfinden kann – ein Gefühl absoluter und tiefer Antipathie. Ausgehend von der biologisch angeborenen Fähigkeit zu intensiven negativen Gefühlen gegenüber einem anderen Menschen wurde der Begriff schon immer auch im übertragenen Sinne verwendet und steht dann allgemein für die stärkste Form der Abwendung von anderen Lebewesen oder Dingen. Dem Gefühl Hass geht im Gegensatz zur Liebe nicht unbedingt geistige Freiheit voraus, denn er kann auch unter Zwang entstehen.

  • Er wird oft mit folgenden Worten in Verbindung gebracht: leidenschaftlich, glühend, aber auch kalt, bitter usw.
  • Hass hat mit Gefühlen (Emotionen) zu tun, kann aber auch vom Verstand geprägt sein (man kann Hass gegen jemanden oder etwas hegen)
  • Hass wird häufig als Gegenteil zur Liebe gesehen (siehe Ataraxie), und in seiner möglichen Stärke und Unbeirrbarkeit als ihr durchaus vergleichbar,
  • kann aber auch nahe bei dieser liegen (siehe Hassliebe),
  • und hat als emotionales Gegenteil eher die Unbewegtheit des Gemüts: Ataraxie.

Ausprägungen des Hassens

Umgangssprachlich beziehungsweise polemisch sind zahlreiche Formen des Hasses anzutreffen:

Bemerkenswert ist, dass Hass auch versteckt oder ungewollt auftreten kann. So erfolgen unwillkürliche Reaktionen beim Sehen von gehassten oder sehr ungeliebten Objekten, wie die Verengung der Iris (Auge), die sich objektiv messen lassen; Untersuchungen zeigten dabei, dass auch Personen, die abstritten, solche negativen Gefühle zu empfinden, körperlich stark reagierten.

Unterscheidung nach Fromm

Der Tiefenpsychologe Erich Fromm unterscheidet zwei Arten des Hasses:

Reaktiver Hass

Er ist immer das Ergebnis einer tiefen Verletzung oder einer schmerzlichen Situation, der man ohnmächtig gegenüber steht, da man sie aus eigener Kraft nicht verändern kann. Erich Fromm schreibt: Unter reaktivem Hass verstehe ich eine Hassreaktion, die aufgrund eines Angriffs auf mein Leben, meine Sicherheit, auf meine Ideale oder auf eine andere Person, die ich liebe oder mit der ich identifiziert bin. Reaktiver Hass setzt immer voraus, dass jemand eine positive Einstellung zum Leben, zu anderen Menschen und zu Idealen hat. Wer stark lebensbejahend ist, wird entsprechend reagieren, wenn sein Leben bedroht ist.
aus: Die Antwort der Liebe, Herder 2003 ISBN 3-451-05366-7, Seite 91 Hass und Selbsthass

Charakterbedingter Hass

Er werde zwar auf die gleiche Art und Weise wie der reaktive Hass ausgelöst, setze aber eine grundlegend andere Persönlichkeitsstruktur des Hassenden voraus – Hass sei in diesem Fall ein Charaktermerkmal, eine Hassreaktion sei lediglich ein Ausdruck des innewohnenden Hasses. Der Hauptunterschied zum „reaktiven Hass“ sei die allgemeine Bereitschaft zu hassen, eine erkennbare Feindseligkeit, welche in Hassausbrüchen ihren Ausgang finde. Doch wurde der Hass dann zu einem Charakterzug des Betroffenen, so dass er jetzt feindselig ist. … Im Falle des reaktiven Hasses ist es die Situation, die den Hass erzeugt; im Falle des charakterbedingten Hasses hingegen wird eine nicht-aktivierte Feindseligkeit durch die Situation aktualisiert. … Ein solcher Mensch zeigt eine besondere Art von Befriedigung und Spaß, wenn er hasst, die bei reaktivem Hass fehlt.
Aus: Die Antwort der Liebe, Herder 2003 ISBN 3-451-05366-7, Seite 92-93 „Hass und Selbsthass“. Siehe: Hetzkampagne.

Das Aktivieren des charakterbedingten Hasses in der Bevölkerung bezeichnet Fromm als eines der wichtigsten Mittel zur Vorbereitung eines Krieges.

Der Ausdruck Hassprediger ist eine im Jahr 2004 aus dem journalistischen Umfeld in die öffentliche politische Debatte in Deutschland gebrachte Bezeichnung für Personen, denen vorgeworfen wird, unter religiöser Verbrämung volksverhetzend aktiv zu sein. Der Begriff wird dabei primär auf ausländische, in Deutschland lebende Personen bezogen, wobei zudem auch ein islamistisches Umfeld impliziert wird. Der Begriff „Hassprediger“ ist allerdings etwas älter. Er tauchte bereits in den 1980er Jahren als deskriptive Bezeichnung für Wortführer militanter amerikanischer Gruppen auf – zum Beispiel der Nation of Islam.“

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Hassde.wikipedia.org/wiki/Hass)

Hass ist eine schlimme Form der menschlichen Beziehungen und man sollte den Hass hassen. Doch ist der Hass wie die Liebe wie Yin und Yang oder wie zwei Seiten einer Medaille: sie sind die gefühlsstärksten Ausdrucksformen des Menschen. Sie liegen so dicht nebeneinander wie Genie und Wahnsinn und die Grenzen sind manchmal nicht zu erkennen, was insbesondere bei der Hass-Liebe deutlich wird.

  1. Die Zukunft

Es ist schon immer der Wunsch der Menschheit gewesen, in die Zukunft schauen zu können. Wahrsager/innen verdienen sich hiermit ihren Lebensunterhalt und Astrologen haben früher – auch heute noch? – Staatsmänner und andere einflussreiche Leute beraten, bevor sie wichtige Entscheidungen getroffen haben, wie z. B. Wallenstein´s Seni (wie jeder Kreuzworträtsellöser weiß.)

Nostradamus war wohl einer der bekanntesten unter ihnen und findet auch heute noch seine Anhänger, weil niemand so recht weiß, was uns die Zukunft bringen wird.

Und das ist auch gut so! Was wäre wohl, wenn wir alle Dinge schon im Voraus wüssten? Man mag diesen Gedanken gar nicht zu Ende denken.

Wenn wir die Zukunft allerdings positiv gestalten wollen und die Schrecklichkeiten der Vergangenheit und des Heute nicht noch einmal erleben möchten, dann müssen wir uns Gedanken machen, wie eine bessere, friedlichere Welt aussehen könnte. Man muss sich jedoch nicht nur Gedanken machen, sondern aus diesen Gedanken Pläne werden lassen und aus diesen Plänen Handlungen herbeiführen. Nur zu sagen oder zu wünschen „Alles müsste besser werden“ ist sicherlich nicht genug, sondern Träumerei oder Wunschdenken.

So finde ich es bemerkenswert, wenn die beiden Google-Gründer Sergej Brian und Larry Page sich zum Ziel gesetzt haben, „Das Böse auszurotten.“ Durch die Tatsache, dass sie nahezu das gesamte Wissen dieser Welt über ihre Suchmaschine allen zur Verfügung stellen können, haben sie bereits einen Riesenschritt realisiert: Die Verdummung durch Regime, Mullahs und andere Lügner könnte beendet werden.

Ja, könnte, wenn da nicht Regime wie in China sind, die Google eine Selbstbeschränkung auferlegt haben, damit sie überhaupt in China zu empfangen sind.

Könnte, wenn junge Islamisten überhaupt an einen PC gelangen könnten.

Könnte, wenn die Analphabeten und die Ärmsten dieser Welt nicht von allen Kommunikationsmitteln abgeschottet wären.

Dennoch: Diese Entwicklung wird nicht aufzuhalten sein und eines Tages wird auch China dies erkennen, wenn es nicht eine neue Revolution riskieren will.

Die beiden Weltkriege haben Europa gelehrt, dass mit „Ismen“ nichts mehr zu gewinnen ist, sondern alles nur verloren werden kann. Statt sich zu bekriegen, schließt sich Europa mehr und mehr zusammen. Sicherlich kein leichtes Unterfangen, doch wenn man bedenkt, was in den letzten 50 Jahren auf den Weg gebracht worden ist, dann ist das eine gewaltige Leistungen zwischen Völkern, die sich Jahrtausende immer nur gegenseitig bekriegt und erobert haben.

Daher „glaube“ ich auch fest daran, dass alle „Ismen“ keine Zukunft haben werden, weder der „Islamismus“, noch der „Katholizismus“ noch der hoffentlich für alle Zeiten hinter uns liegende „Nationalsozialismus“.

Leider spricht man auch von „Liberalismus“, dem einzigen Ismus, den ich akzeptieren und fördern würde.

Wikipedia sagt und dazu:
„Unter Liberalismus (lat. liber: frei, lat. liberalis: die Freiheit betreffend, freiheitlich) wird eine auf einer freiheitlichen Gesinnung basierende Weltanschauung, die darauf aufbauende politisch-philosophische Lehre und die dazugehörige politische Richtung verstanden.

Der Liberalismus war wesentlich inspiriert von der Philosophie der Aufklärung ab der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts; der Begriff selbst wurde aber erst 1812 in Spanien geprägt.

Der Liberalismus begründete die Emanzipation (Befreiung) von überlieferten Dogmen aus dem Feudalismus und Absolutismus, die Unfreiheit rechtfertigen sollten (beispielsweise Gottesgnadentum).

Im Zentrum seiner politischen Philosophie steht das Individuum, dem größtmögliche Freiheit gegeben werden soll, sowie das Prinzip der Nichtaggression. Die individuelle Freiheit ist nach liberaler Überzeugung die Grundnorm und Basis einer menschlichen Gesellschaft, auf die hin der Staat und seine politische wie wirtschaftliche Ordnung auszurichten seien. Wo die Freiheit des Einzelnen berührt wird, habe jede, auch die staatliche Gewalt zu enden – der Staat habe nur dann einzugreifen, wenn die Freiheit der Individuen verletzt wird. Seine Rolle habe sich vorrangig auf den Erhalt von Recht und Freiheit zu beschränken. Regulationen der Wirtschaft, aber auch Sozialleistungen sollten ebenso wie Steuern minimiert werden. Dem Einzelnen solle durch sein Mehr an Freiheit auch mehr Verantwortung für sich selbst übertragen werden.

Der Liberalismus steht in seiner Theorie im Gegensatz zum Totalitarismus und gilt vielerorts als Voraussetzung, wenn nicht als Synonym zur Auffassung einer modernen pluralistischen Demokratie. Bis in die Gegenwart betrachten sich auch Vertreter von nicht explizit liberalen Parteien als Liberale im Sinne der aufklärerischen philosophischen Definition des Liberalismus.

Vom Anarchismus unterscheidet sich der heutige Liberalismus durch die Auffassung, dass der Staat – wenn auch möglichst weit im Hintergrund – zur Sicherung von Freiheit und Eigentum als notwendig angesehen wird, und durch ein entschiedenes Eintreten für eine marktwirtschaftliche Ordnung.“

Ich würde lieber Liberalität verwenden, was lt. „Duden“ Freigiebigkeit, Hochherzigkeit, Vorurteilslosigkeit bedeutet. Und unter „liberal“ ist im Duden zu lesen: „vorurteilslos, freiheitlich, nach Freiheit strebend, freisinnig; veralt. Für: freigebig; hochherzlich, großzügig“. Und weiter unter dem Begriff liberalisieren: „in liberalem Geiste gestalten, bes. die Wirtschaft“ und unter Liberalisierung: „Wirtsch. Aufhebung staatl. Außenhandelsbeschränkungen“.

Aus diese Geisteshaltung möchte ich meine „Religion“ entwickeln.

  1. Mein Credo

Wollte man ein perfektes Symbol für eine perfekte Religion, müsste man sicherlich die Kugel verwenden oder zumindest den Kreis. Auch in der Natur ist die Kugel mannigfach vertreten. So sind alle Himmelskörper kugelförmig, der Wassertropfen ist eine Kugel und auch die Seifenblase.

Doch schon hier wird deutlich, das diese Kugelformen nicht immer exakt eine Kugelform bilden, sondern sich ändern können oder nicht perfekt sind. So sind die Himmelskörper vielfach durch die Drehbewegung leicht elipsenförmig, während der Wassertropfen eigentlich nie richtig eine Kugel darstellt, sondern eher ein stromlinienförmiges Ei.

Da somit auch die Natur keine perfekte Kugel hervorbringt und eine perfekte Kugel daher eigentlich nur künstlich geschaffen wird, ist für mich die Eiform die Idealform für ein symbolisches Zeichen meiner „Religion“

Das Ei ist für mich der Innbegriff des Lebens.

Es ist Symbol der Fruchtbarkeit, der Fortpflanzung und somit der Grundlage allen Lebens.

Fragen wir auch hier noch einmal Wikipeda:

„Das Ei ist die weibliche Keimzelle, die auch als Eizelle bezeichnet wird. Dieser Artikel beschäftigt sich nur mit Eiern, die vor oder bald nach ihrer Befruchtung abgelegt werden.

Zu den Tiergruppen, die Eier legen, gehören Wirbellose, Insekten, Fische, Amphibien, Reptilien und Vögel sowie die Ursäuger.

Eier können deshalb sehr unterschiedliche Größen, Formen und Farben haben, und die Strategien, wie die aus den Eiern schlüpfenden Jungtiere versorgt werden, sind ebenfalls sehr vielfältig.

Bei Fischen und Amphibien sind die Eier weich, mit einer Schleimhülle umgeben und werden im Wasser abgelegt. Sie werden auch als Laich bezeichnet.

Bei Vögeln heißen die von einer Kalkschale umgebenen Eier eines Brutpaares Gelege, und auch bei Reptilien, Insekten und Weichtieren, deren Eier sehr unterschiedliche Hüllen haben, wird dieser Begriff verwendet.“

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ei)

a) Glaube

Ich glaube an das Gute im Menschen

Ich glaube, dass alle Menschen gleichwertig sind

Ich glaube an die Gesetze der Natur

b) Liebe

Ich liebe das Leben

Ich liebe meine Eltern, meine Kinder und die große Liebe

Ich liebe die Natur

c) Hoffnung

Ich hoffe, dass sich das Positive durchsetzt

Ich hoffe, dass das Schlechte unterliegt

d) Natur

Die Natur ist die Grundlage allen Lebens

Ich möchte mit der Natur in Einklang leben

Die Natur gehört Allen und Keinem

e) Gesundheit

Die Gesundheit ist das höchste Gut im Leben

Ich möchte gesund leben

Ich möchte gesund bleib

f) Recht

Jeder  hat die gleichen Rechte

Ich möchte in allen Taten gerecht handeln und denken

g) Freiheit

Jeder hat das Recht auf Freiheit

Ich möchte in Freiheit leben und Freiheit gewähren

Das „Apfelmännchen“

Als mich mein Sohn zum ersten Mal mit dem „Apfelmännchen“ bekannt machte, weil er eine Arbeit im Gymnasium darüber schrieb,  war ich von Beginn an fasziniert. So etwas hatte ich noch nie gesehen und es erschien mir wie ein Wunder dieser Welt. Ich habe es dann jahrelang aus dem Auge verloren, bis ich mich hingesetzt habe, um diese Gedanken über Gott und die Welt niederzuschreiben.

Nun bin ich kein Mathematiker, der das Apfelmännchen präzise beschreiben kann, geschweige denn, die mathematische Formel kenne, doch möchte ich sie etwas näher mit diesem Phänomen bekannt machen. Dabei möchte ich zunächst wieder einmal auf das Internet zurückgreifen:

„Die Mandelbrot-Menge, im allgemeinen Sprachgebrauch oft auch „Apfelmännchen“ genannt, ist ein Fraktal, das in der Chaostheorie eine bedeutende Rolle spielt. Es wurde 1980 von Benoît Mandelbrot erstmals computergrafisch dargestellt und untersucht. Die mathematischen Grundlagen dafür wurden bereits 1905 von dem französischen Mathematiker Pierre Fatou erarbeitet.

Außerhalb der Fachwelt wurde die Mandelbrot-Menge vor allem durch den hohen ästhetischen Reiz dieser Computergrafiken bekannt, der durch geschickte Farbgestaltung des Außenbereichs, der nicht zur Menge gehört, noch erhöht wird. Die Mandelbrot-Menge wird oft als das formenreichste geometrische Gebilde bezeichnet, das überhaupt bekannt ist. Dieser außerordentliche Formenreichtum zeigt sich an stark vergrößerten Ausschnitten des Randes, die überdies schöne Beispiele für das Konzept der Selbstähnlichkeit bei Fraktalen liefern. Trotz dieser offensichtlichen hohen inneren Ordnung wurde die Mandelbrot-Menge zum Symbol für das mathematische Chaos, welches sich allerdings von Chaos im umgangssprachlichen Sinne grundsätzlich unterscheidet.“

Quelle: http://http://de.wikipedia.org/wiki/Apfelm%C3%A4nnchen

Die nachstehende liegende schwarze Figur in der Mitte heißt nach ihrer Form Apfelmännchen oder nach ihrem Entdecker Mandelbrotmenge.

Das faszinierende an den Apfelmännchen ist die Tatsache, das es – laienhaft ausgedrückt – bei einer Vergrößerung immer wieder Apfelmännchen produziert, wie nachfolgend zu erkennen ist.

Quelle: http://http://www.ginko.de/user/kremer/karsten/d/ap-zoom.htm

Dabei sind es jedoch nicht die absolut gleichen Figuren, sondern sie ähneln sich nur und haben immer neue kleine Änderungen hervorgebracht.

Das bedeutet, dass sie sich immer wieder neu reproduzieren aber nie ein gleiches Gebilde hervorbringen.

Wie in der Natur

Es gibt Milliarden Menschen auf der Welt und kein Mensch ist identisch mit irgendeinem anderen Menschen. Gleiches gilt für die gesamte Flora und Fauna.

Liegt hierin das Geheimnis der Natur – ja des Universums – begründet?

In dem Artikel war von dem „mathematischen Chaos“ die Rede. Um zu verstehen, was das ist, hier wieder einige Erläuterungen aus dem Internet:

„Die Chaosforschung ist ein Teilgebiet der Mathematik und Physik und befasst sich im Wesentlichen mit Systemen, deren Dynamik unter bestimmten Bedingungen empfindlich von den Anfangsbedingungen abhängt, so dass ihr Verhalten nicht langfristig vorhersagbar ist. Da diese Dynamik einerseits den physikalischen Gesetzen unterliegt, andererseits aber irregulär erscheint, bezeichnet man sie als deterministisches Chaos. Chaotische Systeme sind nichtlineare dynamische Systeme. Beispiele sind der Schmetterlingseffekt beim Wetter, Turbulenzen, Wirtschaftskreisläufe, bestimmte Musterbildungsprozesse, wie beispielsweise Erosion, sowie neuronale Netze und damit letztlich auch menschliches Verhalten.“

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Chaostheorie

„Als Schmetterlingseffekt (engl. butterfly effect) bezeichnet man den Effekt, dass in manchen Systemen kleine Ursachen große, meist unvorhersehbare Wirkungen haben können. Die Bezeichnung Schmetterlingseffekt stammt von einer bildhaften Veranschaulichung dieses Effekts von Edward N. Lorenz am Beispiel des Wetters:

Der Schlag eines Schmetterlingsfügels im Amazonas-Urwald kann einen Orkan in Europa auslösen.“

Quelle: http://http://de.wikipedia.org/wiki/Schmetterlingseffekt

Das für mich verblüffende an dem Apfelmännchen, der Chaostheorie und dem Schmetterlingseffekt ist, dass alle offenbar nach einer „Formel“ funktionieren – oder auch nicht – die nicht vorhersehbar ist und dennoch funktioniert.

So „funktioniert“ das Wetter nach der Chaostheorie, die Lottozahlen und wohl auch die Fortpflanzung nach diesem System.

Wenn dem so sein sollte, dann könnte das Apfelmännchen die Basis meiner Lebensphilosophie sein:

Alles ist nach dem gleichen Grundsatz aufgebaut, doch alles ist irgendwie verschieden. Somit ist jedes Teilchen dieser Welt ein Unikat und doch ein Teil des Ganzen.

t sind auch nicht alle Menschen gleich, sondern alle unterschiedlich und somit funktionieren auch keine „Ismen“, die uns weismachen wollen, dass alle gleich sind.

Somit hat jeder die Unterschiede des anderen als vom Schöpfer so gewollt zu akzeptieren und darf nicht urteilen, ob dies besser oder schlechter ist, sondern hat zu akzeptieren, dass es nur anderes ist als er selbst.

Daraus jetzt allerdings Gesetzmäßigkeiten herzuleiten, die Gut und Böse, Krieg und Frieden, Macht und Unterdrückung in einen akzeptable Form bringen, dürfte nicht so leicht – wenn nicht sogar unmöglich – sein.

Vielleicht ein paar Versuche:

  1. Du bist ein Teil des Ganzen und hast Dich so zu verhalten, dass das Ganze erhalten bleibt.
  2. Du bist ein Teil des Ganzen und kannst Dir nicht andere Teile untertan machen.
  3. Du hast das Andere zu respektieren, so wie das Andere Dich zu respektieren hat.
  4. Du hast Dich so zu verhalten, als wäre Dein Verhalten Maßstab für Alle.
  5. Solltest Du merken, dass Dein Verhalten für andere schädlich war, so hast Du alles zu unternehmen, um diesen Schaden wieder gut zu machen.

Aus diesen „Grundsätzen“ jetzt jedoch Antworten auf die Frage nach Gut und Böse zu finden, ist sehr schwer für mich. Ich kann noch nicht erkennen, dass Gut und Böse zwei Seiten einer Medaille sind oder wie Yin und Yang zusammenpassen, um ein Ganzes zu bilden.

Doch ist Gut und Böse nicht auch relativ? Was für den einen Gut ist für den anderen Böse: „Den een sien Uhl is den annern sien Nachtigall“ sagt ein altes plattdeutsches Sprichwort. Es kommt also immer auf den Standort und die Betrachtungsweise an. Genau wie der Insasse des Autos vorkommt, als wenn die Landschaft sich bewegt, ist der stehende Beobachter der Ansicht, dass sich das Auto bewegt.

Dennoch kann ich nicht nachvollziehen, warum Kriege und Machtmissbrauch gut sein sollen und was die gleichgewichtige „andere Seite der Medaille“ sein soll.

Zusammenfassun

Ich habe versucht, meine bisherigen Gedanken über Gott und die Welt einmal nieder zu schreiben, um selbst daraus meine bisherigen Handlungen einordnen zu können und eine Leitlinie für die mir noch verbleibenden Jahre zu bekommen.

Ich bin mir vollkommen darüber im Klaren, dass ich weder das Wissen noch die geistigen Fähigkeiten besitze, ein allumfassendes Bild zu erstellen, was auch nicht beabsichtigt war.

Ich habe jetzt jedoch das Gefühl, dass ich mit meinem bisherigen Leben in Einklang leben kann. Ich habe niemand wissentlich Schaden zugeführt, obgleich mein Verhalten wohl nicht immer von allen als richtig angesehen und schmerzfrei für andere war.

Ich weiß auch, dass ich nicht frei von menschlichen Schwächen war und bin und diese Schwächen zu Fehlern in meinem Verhalten und zu materiellem Schaden für mich und andere geführt hat.

Ich bin mir ewusst, dass ich viele Dinge aus dem Gefühl heraus getan habe und diese Handlungen nicht überlegt, sondern „aus dem Bauch“ heraus geschehen sind. Auch dadurch sind sicherlich andere schmerzlich verletzt worden, ohne dass ich dies bewusst herbeigeführt oder beabsichtigt habe.

Dafür möchte ich mich entschuldigen.

Ich bin mir allerdings auch bewusst darüber geworden, dass meine Dreiteilung in

  • Glaube
  • Religion
  • Kirche

richtig ist und es nur wenige Religionen gibt, die nicht zur Machterlangung missbraucht worden sind. Dazu zähle ich in vorderster Linie den Buddhismus, der – nicht nur für mich – offensichtlich die Religion ist, die ein harmonisches Miteinander zwischen Mensch, Natur und Glaube darstellt.

Mir ist allerdings auch klar geworden, dass große Machtsysteme alles tun werden, um ihre Macht zu erhalten, sie dennoch nicht verhindern können, dass sie eines Tages durch andere Machtstrukturen oder inneren Zerfall zusammenbrechen werden. Sie haben ihre Macht auf ein „Ismus“  aufgebaut, das nicht den Gesetzen der Schöpfung entspricht und somit künstlich (menschlich) ist.

Alles was nicht im Einklang mit den Naturgesetzen ist, bricht irgendwann auseinander.

 

So wie das Apfelmännchen eine unendliche Vielfalt in der Einheit darstellt, ist auch die Welt aufgebaut. So funktioniert die Welt, auch wenn der Mensch dafür das – nach meiner Ansicht falsche Wort – Chaos benutzt. Vielleicht könnte man dafür den Begriff „Vielfalt-“ oder „Variations-“ oder „Mutations-Systematik“ verwenden, denn nach unserem Sprachgebrauch wird Chaos mit Unordnung, Gewirr, Wirrsal gleichgesetzt. In der Natur ist jedoch alles geordnet und folgt ganz klaren Gesetzmäßigkeiten, auch wenn der Mensch sie noch nicht alle herausgefunden hat.

Die Vielfalt des Apfelmännchens in der Einheit eines Eis stellt für mich daher das Symbol der Welt und des Lebens dar.

Jens Diekmann